| 02:47 Uhr

"Es gibt immer Sprünge, bei denen mir mulmig wird"

Christian Brockel auf seiner KTM-Maschine. In Fürstlich Drehna will der 31-Jährige unter die Top fünf fahren.
Christian Brockel auf seiner KTM-Maschine. In Fürstlich Drehna will der 31-Jährige unter die Top fünf fahren. FOTO: ADAC
Fürstlich Drehna. Christian Brockel gehört mit seinen 31 Jahren zu den erfahrenen Motocross-Piloten Deutschlands. Seit 21 Jahren ist er schon auf den Rennmaschinen unterwegs und der in Herzberg geborene Lausitzer wird immer besser.

Im vergangenen Jahr feierte er mit dem Gewinn der deutschen Open-Meisterschaft seinen bisher größten Erfolg. Hinzu kam bei den ADAC MX Masters mit Rang acht eine absolute Top-platzierung. Christian Brockel fährt in dieser Saison für den MSC Fürstlich Drehna und ist beim Saisonauftakt am kommenden Wochenende die große Lokalhoffnung. Die RUNDSCHAU sprach mit dem bodenständigen Motocross-Fahrer, der mit seiner Lebensgefährtin eine kleine Tochter hat, über das Rennen in seiner Heimat, den Reiz des Motocross-Sports im Allgemeinen und seine Ziele für die bevorstehende Saison.

Am 11. und 12. April starten die ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna in die neue Saison. Wie hast du Dich auf das Rennen vorbereitet?
Nachdem mein Saisonauftakt, der erste Lauf zur Open-DM in Schnaitheim, ein Rennen auf Hartboden war, habe ich nun ausschließlich auf Strecken mit sandigem Untergrund trainiert. Ansonsten mache ich viel Mentaltraining. Da es mein Heimrennen ist, wird es gerade vom Kopf her eine große Herausforderung.

Was sind Deine Ziele für das Wochenende?
Nachdem ich vergangenes Jahr einen Ausfall hatte, möchte ich in diesem Jahr auf jeden Fall zweimal das Ziel erreichen und das möglichst weit vorn. In Richtung Top 5 sollte es schon gehen.

Du bist schon öfter in Fürstlich Drehna gefahren und kennst viele Strecken in Deutschland. Welchen Schwierigkeitsgrad hat der Kurs und was ist das Besondere an der Strecke?
Der Schwierigkeitsgrad in dieser Strecke liegt in der Mischung aus der hohen Geschwindigkeit und dem technischen Anspruch. Über das Wochenende entwickelt sie einen ganz eigenen Charakter, der Körper und Geist alles abverlangt.

Motocross ist nicht allen Menschen bekannt. Was macht für Dich den Reiz dieser Sportart aus?
Das ist richtig. Leider ist Motocross noch nicht jedem ein Begriff, aber es ist ein faszinierender Sport. Mich persönlich reizen die Anforderungen an einem selbst. Um erfolgreich zu sein, musst du körperlich und mental topfit sein. Dann ist es der Adrenalinkick, den du bekommst, wenn du über Sprünge mit 30 Metern überwindest oder mit 40 Fahren gleichzeitig auf eine Kurve zufährst. Es gibt sehr viel, was der Sport den Zuschauern bietet.

Spektakulär sind vor allem der Start und die Sprünge. Hast Du da nicht manchmal etwas Angst?
Mit der Zeit legt man diese Angst teilweise ab, aber ich muss sagen, dass es schon noch Sprünge gibt, bei denen mir mulmig im Bauch wird. Aber letztlich ist es auch genau das, um was es geht: immer wieder neue Reize zu setzen. Sonst würde es auch mit der Zeit langweilig werden.

Wie verlief die noch junge Saison bisher?
Bisher bin ich zwei Vorbereitungsrennen und den Auftakt zur deutschen Open-Meisterschaft gefahren. Die Vorbereitungsrennen waren ganz ok. Der Auftakt zur DM hingegen lief ziemlich gut, ich habe zweimal Platz zwei belegt und das kann sich für den Anfang sehen lassen.

Welche Ziele verfolgst Du für diese Saison und wie viele Rennen sind geplant?
Geplant sind die Rennen zur ADAC MX Masters und die Open-DM. Das sind dann 14 Rennen über das Jahr verteilt. Bei den Masters soll es am Ende des Jahres unter die Top fünf gehen und in der Open-DM möchte ich meinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen.

Bleibt da überhaupt Zeit für Familie und Freunde?
Die Zeit ist natürlich immer etwas eng, zum Glück kann ich da voll auf die Unterstützung meiner Familie zählen. Deswegen schaue ich auch, dass sich der Sport und die Familie die Waage halten. Leider kommen die Freunde oft zu kurz, aber ich versuche mir immer Zeit zu nehmen, damit wir uns sehen.

Mit Christian Brockel

sprach Lars Hartfelder

Zum Thema:
Der Saisonauftakt der ADAC MX Masters findet am kommenden Wochenende, 11./12. April, traditionell in Fürstlich Drehna statt. Die besten Fahrer Europas haben sich für diese hochkarätige Veranstaltung angekündigt. In diesem Jahr werden in der gesamten Serie Preisgelder in Höhe von 260.000 Euro ausgeschüttet. Auf dem 1650 Meter langen Traditionskurs "Rund um den Mühlberg" im Luckauer Ortsteil müssen die Piloten insgesamt 17 Sprünge bewältigen, bei denen sie teilweise bis zu 30 Metern durch die Luft fliegen. Die Strecke verlangt den Piloten alles ab und bietet den Zuschauern, die die Rennen hautnah verfolgen können, spektakulären Motocross. In der Masters-Klasse absolvieren die Fahrer zwei Wertungsläufe, je 30 Minuten plus zwei Runden. Hier ein Blick auf den Zeitplan für das Wochenende: Samstag, 11. April:09.00 Uhr: Freies Training13.00 Uhr: Qualifikationsläufe 16.00 Uhr: Last Chance Race MX Youngster Cup 16.30 Uhr: Last Chance Race MX Junior Cup17.00 Uhr: Last Chance Race MX Masters19.30 Uhr: Race-Party und Fahrervorstellung 20.00 Uhr: Live-Band "Scarlett"Sonntag, 12. April:10.00 Uhr: Warm-Up für alle Klassen11.30 Uhr: 1. Lauf ADAC MX Junior Cup12.15 Uhr: Autogrammstunde13.00 Uhr: 1. Lauf MX Youngster Cup13.45 Uhr: Start Grid14.05 Uhr: 1. Lauf MX Masters15.05 Uhr: 2. Lauf MX Junior Cup15.50 Uhr: 2. Lauf MX Youngster Cup16.45 Uhr: 2. Lauf MX Masters17.30 Uhr: Gesamtsiegerehrung