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"Eine Frage der Ehre"

Er war beim Hinspiel-Sieg der Held: Torwart Kevin Deisting (M.).
Er war beim Hinspiel-Sieg der Held: Torwart Kevin Deisting (M.). FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Am Samstag kommt es am vorletzten Spieltag in der Oberliga zum Spitzenspiel Usedom gegen Cottbus. Die Lausitzer liegen drei Punkte hinter dem Gastgeber. Die RUNDSCHAU erklärt, was passieren muss, damit der LHC doch noch aufsteigt. Selbst eine Niederlage muss dabei noch nicht das Ende aller Träume bedeuten. Wolfgang Swat

Der LHC geht am Samstag (18 Uhr) optimistisch in das Spiel. "Wir wollen gewinnen, sind aber nicht der Favorit", so LHC-Trainer Marcel Linge. Johannes Trupp machte im Vorfeld klar: "Wir werden Usedom nichts schenken, wollen beweisen, dass auch wir ganz oben stehen könnten." LHC-Präsident Lothar Kubitz: "Das Spiel ist eine Frage der Ehre." Der HSV hat durchaus Respekt vor seinen Gästen, auch wenn alle Vorbereitungen in der wohl ausverkauften Pommernhalle darauf hinauslaufen, dass nach dem Spiel der Oberliga-Meister gekürt wird. "Wir sind aber nicht arrogant. Cottbus ist ein guter Gegner. Der Sieg ist jedenfalls noch nicht gefeiert", sagt HSV-Geschäftsführer Dirk Lorenz. Die RUNDSCHAU erklärt, was passieren muss, damit der LHC doch noch aufsteigt:

Saisonverlauf: Der LHC stolperte mit einer Niederlage in Bad Doberan in die Saison. Dann startete man eine Serie mit 16 Siegen in Folge. Höhepunkt war der 25:24-Erfolg gegen Usedom am 14. Februar 2015 vor der Rekordkulisse von 1400 Zuschauern. Der LHC übernahm mit drei Punkten Vorsprung die Tabellenführung. Doch es folgten Niederlagen im Derby gegen Lübbenau, Berlin und Loitz. Ein schmerzhafter Absturz. "Nach dem Sieg gegen Usedom hat die Mannschaft nicht die Eier gehabt, diesen zu veredeln", kritisierte Präsident Kubitz.

Wenn der LHC gewinnt: Selbst bei einem Sieg ist der LHC auf Schützenhilfe von Bad Doberan angewiesen. Gewinnt er sein letztes Spiel gegen Altlandsberg und Usedom erreicht zeitgleich gegen Bad Doberan nicht mehr als ein Unentschieden, hätte der LHC die Nase vorn. Bei Punktgleichheit entscheiden die Spiele der Mannschaften gegeneinander. Der Vorteil läge bei Cottbus.

Wenn der LHC verliert: Verliert der LHC in Usedom, ist der HSV nicht nur vorzeitig Meister, für Cottbus wäre dann sogar Platz zwei in Gefahr. Der Dritte OSF Berlin liegt nur drei Punkte hinter dem LHC. Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Berliner in den beiden letzten Partien noch Punkte lassen.

Warum Platz zwei noch wichtig sein könnte: Der LHC hat als einzige Mannschaft fristgemäß für einen Start in der 3. Liga gemeldet. Usedom hat einen Terminaufschub bis zum 30. April beantragt. Dazu Geschäftsführer Lorenz: "Wir haben im Jahr 2013 in der Mannschaft und beim Finanzkonzept vieles umgestellt. Der Zweijahresplan sah vor, in dieser Saison mindestens Platz drei zu erreichen und im nächsten Jahr aufzusteigen. Die Mannschaft hat uns mit ihrer tollen Platzierung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben unsere Entscheidung über einen Start in der 3. Liga vertagt, machen sie vom Ergebnis gegen Cottbus abhängig." OSF Berlin hat kein Interesse bekundet.

Der Standpunkt des LHC: Präsident Kubitz stellte klar: "Wenn wir uns sportlich qualifizieren, starten wir in der 3. Liga. Werden wir Zweiter und Usedom verzichtet, wird es im Präsidium eine Abstimmung geben."

Könnte sogar der Dritte aufsteigen? Spielleiter Lutz Glasewald: "Nein. Nachrücker könnte nur der Tabellenzweite sein."