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| 02:46 Uhr

Dramatik und Spannung im Derby

Die Frauen des HV Calau zeigten eine kämpferische Leistung und Teresa Richter (M.) trug ihren Teil dazu bei.
Die Frauen des HV Calau zeigten eine kämpferische Leistung und Teresa Richter (M.) trug ihren Teil dazu bei. FOTO: Roland Hottas/rhl1
Calau. Doch, es gibt sie, diese Handballspiele, die man nicht so schnell vergisst, wenn Dramatik, Spannung gepaart mit Kurzweiligkeit alle Anwesenden in einer Halle unter Strom setzen. Das südbrandenburgische Derby zwischen den Frauen des HV Calau und dem TSV Germania Massen hatte all dies zu bieten. Matthias Kleindienst / mkt1

Die Partie begann mit dem ersten Treffer für Calau. Ines Lindner verwandelte nach schönem Anspiel von der Kreisposition zum 1:0. Nach dem Ausgleich führte Calau wieder, denn Josephine Schwebel erzielte von Außen das 2:1. Die beweglichen Gäste nutzten jedoch zu Beginn der ersten Halbzeit sehr gut die Lücken im Deckungssystem der Heimmannschaft und gingen mit 4:2 in Führung (5.). Antje Jende und wiederum die sehr agil spielende Josephine Schwebel glichen innerhalb einer Minute zum 4:4 aus. Dann passierte erst einmal wenig, beide Abwehrreihen dominierten das Spiel.

Nicole Kuhfeldt im Tor und die unter Führung der genesenen Elisabeth Schwebel im Deckungszentrum agierende Abwehr ließ das quirlige Aufbauspiel der Gäste wirkungslos verpuffen. Theresa Richter und nochmals Josephine Schwebel bauten den Vorsprung zum 6:4 aus (16.). Massen gab aber keineswegs auf, verkürzte den Abstand nicht nur, sondern glich wiederum zum 6:6 aus (17.).

Mit zunehmender Spieldauer stabilisierte sich Calau immer mehr. Die Torfrau hielt fast alles. Die HV-Mannschaft bekam gegen die favorisierten Gäste immer mehr Oberwasser und setzte sich immer weiter von ihren Kontrahentinnen ab. Mit klugen und langen Pässen sowie gelungenen Einzelaktionen verschiedener Spielerinnen, aber auch nach gutem Kombinationsspiel, setzte Sabrina Hellmann nach einem schönen Konterangriff den scheinbaren Höhepunkt und netzte zum 15:10 ein (29.).

Aber die erste Halbzeit war noch nicht zu Ende. Die routinierte Massener Spielerin Nancy Burghardt, mit zwölf Treffern erfolgreichste Werferin, verwandelte gegen eine schlecht postierte Sechsmann-Deckung einen Freiwurf und verkürzte auf 15:11.

Die zweite Halbzeit bot dann alles, was den Handballsport auszeichnet, denn viele Faktoren kamen hier zusammen, die die Spielerinnen auf den Platz, aber auch die weit über 100 Zuschauer nicht kalt ließen. Die Calauerinnen kamen gut aus der Kabine. Der Ball lief flüssig durch die Reihen. Theresa Richter und Antje Jende nutzen ihre Chancen konsequent und Calau führte mit einem scheinbar beruhigenden Vorsprung mit 17:11 (36.). Dann langsam nahm das Drama seinen Lauf.

Die Calauerinnen brachen konditionell fast komplett ein. Die erfahrenen, aber nicht fehlerfrei spielenden Gäste witterten Morgenluft. Das Spiel nach vorn und das sichere Auftreten der Gastgeberinnen waren innerhalb weniger Minuten verflogen. Nachdem Josephine Schwebel in der 42. Minute nochmals auf 18:13 anhob, spielte nur noch die Massener Germania.

Durch Fehlabspiele, unmotivierte Würfe und einer sich steigernden Gästetorfrau ging der Vorsprung der HVC-Frauen komplett verloren. In der 52. Minute glichen die Gäste zum 18:18 aus. Hätte Nicole Kuhfeldt im Tor nicht so eine hervorragende Leistung abgerufen, wäre die Calauer Mannschaft schon viel eher auf die Verliererstraße geraten.

In den letzten fünf Minuten war die Spannung auf dem Höhepunkt angekommen. Massen ging mit 20:19 in Führung (57.). Calau glich nochmals aus und Massen warf wiederum eine Führung zum 21:20 heraus (58.). Calau hatte den Ball, vertändelte ihn aber und Massen konterte. Aus Calauer Sicht wurde der Ball aber abgefangen. Nach einem taktischen Foul und einem daraus erfolgtem Platzverweis gegen Massen spielte Calau die letzten 20 Sekunden in Überzahl. Christin Kasprick gelang es dann drei Sekunden vor dem Abpfiff nach schönem Zusammenspiel der viel umjubelten Ausgleich. Somit trennten sich beide Teams nach einem intensiven, handballerisch sehr guten Spiel leistungsgerecht mit 21:21.

Beste Werferin mit sieben Treffern war auf Calauer Seite Josephine Schwebel. Mit diesem Punktgewinn schoben sich die Calauerinnen wieder auf den zehnten Tabellenplatz vor.

Calau: Tor: Nicole Kuhfeldt. Feld: Christin Kasprick (1), Josephine Schwebel (7), Sabrina Hellmann (3), Josefin Lobedan, Ines Linder (1), Elisabeth Schwebel, Jeanett Kretzschmar, Monique Steinert, Anika Leske, Antje Jende (6).

Zeitstrafen: Calau: 5 - Massen: 4 + 1 x Rot.