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Calauer Rumpftruppe zeigt im Ligafinale Moral

Beeskow. Für den HV Calau ging es im Saisonfinale beim Tabellendritten SSV Rot-Weiß Friedland nicht mehr um viel, da Platz elf in der Endabrechnung bereits vorher feststand. Aber die Saison sollte natürlich mit einem Erfolgserlebnis für den HVC beendet werden. red

Die Chancen dafür standen allerdings schlecht. Nur durch die Unterstützung von Andre Lohmeier konnte eine komplette Mannschaft aufgeboten werden. Ohne einen einzigen Wechselspieler zeigte die HVC-Mannschaft aber eine sehr starke Vorstellung.

Die Abwehr stand stabil und auch Florian Gittig im Tor erwischte einen guten Start. Im Angriff wurden in den ersten Minuten die Treffer fast im Minutentakt erzielt. Calau konnte beim Stand von 3:1 sogar mit zwei Toren vorlegen. Und genau das taten die Gäste über einen Großteil der ersten Halbzeit weiterhin. Nico Lehmann und Christopher Faatz waren wie gewohnt vom Gegner nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Doch auch Danilo Schramm spielte stark auf und war sehr torgefährlich.

Bis zum Stand von 10:7 waren die Gäste die stärkere Mannschaft. Direkt danach musste den fehlenden Wechselmöglichkeiten jedoch erstmals Tribut gezollt werden. Erste Konzentrationsschwächen schlichen sich ein und führten zu leichten Ballverlusten. Diese wurden von der jungen Friedländer Mannschaft oft sofort mit Tempogegenstößen bestraft. Die Gastgeber witterten jetzt ihre Chance und drehten das Spiel. Nach fünf Toren in Serie führte Friedland mit 12:10. Erst die Auszeit von Trainer Thomas Pakull sorgte für die nötige Verschnaufpause für die Gäste.

Calau kam in der Folge wieder besser ins Spiel und glich zum 12:12 aus. Bis zum Pausenpfiff sahen die Zuschauer ein Spiel auf Augenhöhe. Leider verspielte der HVC kurz vor der Pause noch eine Führung und musste etwas unglücklich mit einem 15:16-Rückstand in die Kabine gehen.

Dort schwor sich die Mannschaft noch einmal auf die letzten 30 Minuten der langen Saison ein. Die ersten beiden Treffer nach Wiederanpfiff erzielte jedoch Friedland und setzte sich so mit 18:15 erstmals etwas deutlicher ab. Doch die Calauer Rumpftruppe zeigte weiter Moral, ließ sich vom Gegner nicht abschütteln und kämpfte sich wieder heran. Beim Stand von 20:20 war alles wieder offen.

Friedland legte in der Folge immer wieder vor, aber Calau zeigte eine hervorragende Einstellung und blieb bis zum 26:25 für die Gastgeber in Schlagdistanz. Leider verletzte sich dann Thomas Wendt etwas und der HVC musste einige Minuten in Unterzahl spielen. Dies nutzte Rot-Weiß, um mit 28:25 in Führung zu gehen. Wendt kehrte dann zum Calauer Glück wieder zurück.

Am Ende fehlte aber verständlicherweise doch die Kraft, um den Gastgeber noch einmal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Der SSV verwaltete die relativ knappe Führung, konnte sich von den aufopferungsvoll kämpfenden Gästen aber nicht weiter absetzen. Am Ende gab es einen knappen 38:35-Heimsieg nach einem überraschend ausgeglichenen Spiel. Calau konnte mit der unter diesen Umständen gezeigten Leistung wirklich zufrieden sein und feierte am Ende gemeinsam mit den Gastgebern den gelungenen Saisonabschluss.

HVC-Trainer Thomas Pakull: "Ich bin heute wirklich stolz auf meine Mannschaft. Wir mussten lange überlegen, ob wir überhaupt antreten, und haben lediglich sechs Feldspieler aufbieten können. Meine Spieler haben das allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. Obwohl es für uns um nichts mehr ging, haben die Jungs bis zum Schlusspfiff tapfer gekämpft und sich teuer verkauft. Hätten wir die eine oder andere personelle Alternative gehabt, um den Spielern mal eine Pause zu gönnen, wäre hier eine Überraschung drin gewesen."

Calau: Tor: Michael Otto, Florian Gittig. Feld: Andre Lohmeier (1), Martin Sündermann (3), Thomas Wendt (2), Christopher Faatz (9), Danilo Schramm (6), Nico Lehmann (14).

Zeitstrafen: SSV Rot-Weiß: 2 - HV Calau: 4.