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Bubenstück des DHB

Handball. Dass es im deutschen Handball mitunter chaotisch zugeht, daran muss man sich wohl gewöhnen. Erinnert sei nur an das unsägliche Gezerre um die Erteilung der Bundesliga-Lizenz für den HSV Hamburg oder die Irrungen und Wirrungen in der DHB-Führung, die zuletzt im Rücktritt des Präsidenten kulminierten.

Jüngst hat auch die 3. Liga ein Bubenstück geliefert. Auf Bitten des HSV Insel Usedom war der Verband vom ursprünglichen Meldetermin Mitte April abgerückt und hatte den Insulanern eine Fristverlängerung gewährt. "Wir sollten uns für den Spielbetrieb verbindlich anmelden, und das hätten wir damals nicht mit gutem Gewissen tun können", erklärte deren Geschäftsführer. Um es ganz deutlich zu sagen: Usedom ist ein würdiger Meister. Dem Verein ist wegen der Termin-Querelen kein Vorwurf zu machen. Mit den Erfahrungen aus der Insolvenz im Jahr 2006 wollten die Verantwortlichen kein unkalkulierbares Risiko eingehen. Der DHB muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob er nicht mit zweierlei Maß misst. Auf der einen Seite der Terminaufschub bei Usedom, auf der anderen Seite beim LHC Cottbus das Drängen auf Fristeinhaltung. Mit Transparenz hat das nichts zu tun. Der DHB hat sich damit wahrlich einen Bärendienst geleistet.