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| 14:48 Uhr

Leichtathletik
Cottbus hofft auf den großen Sprung

FOTO: imago sportfotodienst
Cottbus. Beim Springermeeting am 31. Januar 2018 in der Lausitz-Arena sind mit Sam Kendricks, Shawn Barber und Piotr Lisek drei Starter dabei, die die Sechs-Meter-Schallmauer bereits erreicht haben. Von Sven Hering

Die Zeit der Wünsche ist zwar gerade vorbei. Doch Uli Hobeck, Cheforganisator des Cottbuser Springermeetings, hätte da noch gern einen kleinen Nachschlag, gewissermaßen als nachweihnachtliche Zugabe. Beim Springermeeting am 31. Januar 2018 wäre es doch schön, wenn beim Stabhochsprung der Männer die sechs Meter fallen, sagt Hobeck. Und damit der Wunsch vielleicht sogar Wirklichkeit wird, hilft der 70-Jährige ein wenig nach. So hat er für die 16. Auflage des Meetings ein exzellentes Starterfeld verpflichtet, das es in dieser Qualität bei vergleichbaren Veranstaltungen nicht gebe, wie er auch ein wenig stolz verkündet.

Drei Sechs-Meter-Springer stehen auf der Cottbuser Meldeliste. Top-Star ist natürlich Sam Kendricks. Der 25-Jährige US-Amerikaner hat bei den Weltmeisterschaften in diesem Jahr in London den Titel gewonnen. Mit 5,95 Meter kratzte er dabei ganz knapp an der Sechs-Meter-Marke.

Auch der Zweite aus London ist in Cottbus am Start. Der Pole Piotr Lisek war der Überflieger des vergangenen Meetings in der Lausitz-Arena. Mit 5,92 Meter gewann er nicht nur die Konkurrenz, sondern stellte damit auch einen neuen Meetingrekord auf, den bis dahin Publikumsliebling Björn Otto (5,90 m) hielt.

Und schließlich ist da noch Shawn Barber. Der Kanadier holte sich im Jahr 2015 in Peking mit übersprungenen 5,90 Meter den Weltmeistertitel. Danach machte er zunächst einmal vor allem außerhalb des Sports Schlagzeilen, als er positiv auf Kokain getestet wurde. Barber konnte aber glaubhaft machen, dass dieses Ergebnis auf einen einmaligen sexuellen Kontakt mit einer Internetbekanntschaft zurückzuführen sei, die zuvor offenbar Kokain konsumiert hatte. Der Kanadier kam so um eine Doping-Sperre herum.

Einen aufputschenden Effekt erhofft sich auch Uli Hobeck für sein Springermeeting. Auf ganz legalem Weg. „Die Drei werden sich im Wettkampf so hochpuschen, die sechs Meter halte ich deshalb für durchaus möglich“, erklärt er. Allerdings würde ein neuer Rekordsprung den Meetingdirektor auch ein wenig in die Bredouille bringen. Denn Hobeck hat für den Fall der Fälle eine Sonderprämie ausgelobt. Diese liege zwischen 3000 und 5000 Euro. „Darunter geht es nicht mehr“, erklärt er. Sollten die sechs Meter fallen, müsste Hobeck nach dem Meeting noch mal mit dem Klingelbeutel bei seinen Sponsoren vorbeischauen. Ein möglicherweise ganz schön mühsames Unterfangen. Denn während andere Leichtathletik-Veranstaltungen in Europa zumeist von ein, zwei Großsponsoren finanziell abgesichert werden, zählt Hobeck für das Cottbuser Meeting inzwischen mehr als 100 Firmen als Unterstützer, die alle mit kleineren Summen für großen Sport sorgen. Uli Hobeck gibt zu: „Das ist schon ziemlich hoch gepokert.“ Doch die Aufwertung, die sein Meeting durch einen Sechs-Meter-Sprung erfahren würde, lohnten die Mühe, das Risiko und die Investition.

FOTO: Ferdinand_Ostrop / picture-alliance / dpa/dpaweb
Beim Springermeeting am 25. Januar 2017 in Cottbus konnte der polnische Stabhochspringer Pjotr Lisek über seinen Sieg und einen Meetingrekord jubeln.
Beim Springermeeting am 25. Januar 2017 in Cottbus konnte der polnische Stabhochspringer Pjotr Lisek über seinen Sieg und einen Meetingrekord jubeln. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Shawn Barber aus Kanada knackte im Januar 2016 in Reno die Sechs-Meter-Marke. Später sorgte er auch außerhalb des Sports für Schlagzeilen.
Shawn Barber aus Kanada knackte im Januar 2016 in Reno die Sechs-Meter-Marke. Später sorgte er auch außerhalb des Sports für Schlagzeilen. FOTO: Michael Kappeler / dpa
Der US-Amerikaner Sam Kendricks ist der aktuelle Stabhochsprung-Weltmeister. Im Juni diesen Jahres sprang er in Sacramento sechs Meter.
Der US-Amerikaner Sam Kendricks ist der aktuelle Stabhochsprung-Weltmeister. Im Juni diesen Jahres sprang er in Sacramento sechs Meter. FOTO: Annegret Hilse / dpa