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| 18:27 Uhr

Leichtathletik
Ein Liebesbeweis der besonderen Art

Isobel Pooley hat sich für das Meeting am Mittwoch angekündigt.
Isobel Pooley hat sich für das Meeting am Mittwoch angekündigt. FOTO: Susann Winter
Cottbus. Hochspringerin Isobel Pooley ist beim Cottbuser Springer-Meeting wieder dabei – „nur dieses Mal ein bisschen anders“.

Die ersten Athleten des Cottbuser Springer-Meetings am Mittwoch, den 31. Januar, sind in der Stadt. Ein paar lockere Trainingseinheiten wurden bereits absolviert, um für den hochkarätigen Wettbewerb gerüstet zu sein.

Doch erwartet werden auch interessante Gäste, die diesmal nicht an den beiden Sprunganlagen im Mittelpunkt stehen werden. So freut sich die britische Hochspringerin Isobel Pooley (25) auf das Cottbuser Springer-Meeting, obwohl sie nicht springen wird. Nach einer langen Verletzungszeit mit zwei Ermüdungsbrüchen im Fuß arbeitet sie sich derzeit zurück an die Weltspitze – und zwar in Deutschland.

Im vorigen Jahr suchte sie eine Veränderung, zu eingefahren schien ihr Leben in Südengland. Isobel Pooley erzählt: „Die Welt ist ja groß, dachte ich mir, Leichtathletik kann ich überall trainieren.“ Und so fand sie eine neue Heimat in dem Land, in dem sie sich schon immer so wohl gefühlt hatte. Und dort in der Frankfurter Trainingsgruppe von Günter Eisinger – dem Mann, der auch die einstige deutsche Top-Springerin Ariane Friedrich zu WM-Bronze führte. „Da sind viele junge Athleten dabei, wir haben viel Spaß, die Motivation ist wieder da.“

Ihren letzten „offiziellen“ Sprung absolvierte sie bei der Europameisterschaft 2016 – auch da schon mit gebrochenem Fuß. Nun hofft sie, im Sommer wieder Wettkämpfe bestreiten und an ihre persönliche Bestleistung von 1,97m anknüpfen zu können. Auch ein Job muss in den nächsten Wochen her, denn ihr Heimatland England fördert sie nach der langen Verletzungszeit nicht mehr.

Derzeit genießt sie aber ein paar Tage „bei meinen Freunden in Cottbus“ und freut sich, „dass ich beim Springer-Meeting zu Gast sein darf. Ich liebe diese Veranstaltung. Es ist toll zu sehen, wie alle ein Teil des Events sind: Ohne die Zuschauer wäre es nichts, ohne die Organisatoren wäre es nichts, ohne die Athleten wäre es nichts. Und so bin auch ich wieder ein Teil, nur dieses Mal ein bisschen anders.“ Und während sie den Zuschauern vor einigen Jahren am Mikrofon ihre ersten Deutschkenntnisse präsentiert hat, wird sie dieses Mal ein Interview in fließendem Deutsch geben können.

Für Meetingdirektor Ulrich Hobeck sind derartige Episoden eine Bestätigung dafür, in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht zu haben. Doch manchmal beschleicht ihn das Gefühl, dass nicht jeder die Wertigkeit dieser Veranstaltung erkennt. „Für Cottbus ist das eine richtig große Nummer“, betont Hobeck. Und diese funktioniere nur, weil sich so viele Menschen dabei einbringen. „Da fragt niemand, was bekomme ich dafür, weil sie sich einfach dazugehörig fühlen“, erklärt Hobeck und meint damit vor allem das Team der vielen freiwilligen Helfer, die in diesen Tagen unter Dauerstress arbeiten.

Gerade auch deshalb zieht es viele immer wieder gern nach Cottbus. So wie den ehemaligen Weltklasse-Stabhochspringer Jeff Hartwig (USA). Der kommt nicht nur deshalb erneut zum Springer-Meeting, weil drei der von ihm betreuten Athleten hier springen. Der heutige Sportmanager fühlt sich wohl in der Stadt und schätzt die angenehme Atmosphäre, die das Organisationsteam für Athleten, Trainer und Manager schafft. Auch wenn er bei der Ankunft lachend feststellte: „Das Wetter ist immer schlecht.“