ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:41 Uhr

Leichtathletik
„Cottbus – das ist wie eine große Familie“

Tobias Scherbarth ist in diesem Jahr der einzige deutsche Stabhochspringer in Cottbus. Er bekommt es dabei mit hochkarätiger Konkurrenz zu tun.
Tobias Scherbarth ist in diesem Jahr der einzige deutsche Stabhochspringer in Cottbus. Er bekommt es dabei mit hochkarätiger Konkurrenz zu tun. FOTO: Michael Kappeler / dpa
Cottbus. Der Gubener Trainer Michael Kühnke über das Springermeeting. Von Sven Hering

In diesem Jahr muss Michael Kühnke passen. Der Gubener, der einst mit Tim Lobinger und Björn Otto die Überflieger im deutschen Stabhochsprung trainierte, wird dem Cottbuser Springermeeting am 31. Januar wegen anderer Verpflichtungen fern bleiben. Doch die Familie Kühnke wird in knapp zwei Wochen dennoch vertreten sein. „Meine Mutter ist ein großer Fan der Veranstaltung und kümmert sich immer schon sehr zeitig um ihre Eintrittskarte“, verrät der Trainer.

Unter den Sportlern genießt das Meeting in der Lausitz-Arena einen sehr hohen Stellenwert, weiß Kühnke. „Jeder will mindestens einmal in Cottbus springen, die besondere Atmosphäre hat sich längst herumgesprochen“, erklärt der Gubener. Das Publikum sei sehr fachkundig, mit Begeisterung dabei. „Die Leute wissen es zu schätzen.“ Und die Athleten? Die freuen sich neben der Atmosphäre besonders über die Betreuung, den besonderen Reiz der Veranstaltung. „Uli Hobeck und sein Team haben das Meeting sehr professionell organisiert, gleichzeitig ist es aber irgendwie familiär geblieben, werden die Sportler einfach herzlich empfangen“, sagt der Trainer. „Das mögen die Athleten sehr.“

Mit Blick auf das aktuelle Starterfeld hat Kühnke aber auch einen Kritikpunkt ausgemacht. „Es sind kaum deutsche Springer dabei.“ Kaum bedeutet in diesem Fall: einer. Der Leipziger Tobias Scherbarth, der inzwischen in Leverkusen trainiert, wird es allerdings im Feld der Hochkaräter um Sam Kendricks, Shawn Barber oder Piotr Lisik schwer haben. Meetingchef Ulrich Hobeck kann die Kritik nachvollziehen. „Wir haben im Stabhochsprung der Männer derzeit in Deutschland keinen Überflieger“, betont er. Raphael Holzdeppe, der noch als Starter in Frage gekommen wäre, sei mit dem Istaf Indoor in Berlin sowie den Meetings in Karlsruhe und Düsseldorf ausgelastet. Und einen anderen sehe er derzeit nicht, so Hobeck.

Da kann auch Michael Kühnke nicht helfen. Er betreut aktuell Athleten wie Hendrik Gruber, Carlo Paech oder Malte Mohr. Doch diese seien noch nicht auf dem Niveau, um in Cottbus um den Sieg mitspringen zu können. Deshalb steht Cottbus in diesem Jahr nicht auf dem Wettkampfkalender von Kühnke.

Im nächsten Jahr wäre der Erfolgstrainer aus Guben aber sehr gern auch wieder mal live mit dabei. Als Betreuer eines Athleten oder als Zuschauer. Übernachten, so sagt er, könnte er ja dann bei seiner Mutter.