ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:23 Uhr

Eishockey
Weißwasser sperrt Eishalle wegen Hitze

Auch die Füchse-Profis können derzeit nicht wie geplant trainieren.
Auch die Füchse-Profis können derzeit nicht wie geplant trainieren. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Das ist ein Hitze-Schock für die Lausitzer Füchse, aber auch für die Hobbysportler: Die Eishalle in Weißwasser musste jetzt wegen der hochsommerlichen Temperaturen zumindest teilweise für den Trainingsbetrieb gesperrt werden. Andernfalls drohen technische Schäden. Von Frank Noack

Die Eishockey-Profis der Lausitzer Füchse schwitzen seit Mittwoch bei der Vorbereitung auf die neue Saison in der DEL2. Die Verantwortlichen des Zweitligisten schwitzen dagegen wegen der zumindest teilweisen Sperrung der städtischen Eishalle am Professor-Wagenfeld-Ring in Weißwasser, die den Trainingsbetrieb wohl auch in den nächsten Tagen massiv beeinträchtigen wird.

Wegen der hochsommerlichen Temperaturen geraten die Kälteanlagen an ihre Grenzen – es drohen Schäden von großer finanzieller und auch sportlicher Tragweite.

Derzeit dürfen nur noch die Zweitliga-Profis als Hauptmieter der Eishalle sowie die Torwartschule Elwing auf das Eis, weil es jeweils vertragliche Bindungen gibt. Die entsprechenden Eiszeiten wurden allerdings reduziert und auf den Vormittag verlegt, weil dann die Temperaturen noch nicht ganz so hoch sind. „Uns wurde mitgeteilt, dass das Risiko für die Kälteanlagen sehr hoch ist. Die Reduzierung ist also nachvollziehbar“, sagt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. „Trotzdem haben wir natürlich ein großes Interesse daran, dass wir wie geplant die Trainingszeiten bekommen.“

In dieser Woche fällt die Reduzierung noch nicht groß ins Gewicht, weil die Mannschaft am Abend auch bei Fußballspielen im Einsatz ist. Der neue Coach Corey Neilson hat deshalb nur eine Übungseinheit auf dem Eis pro Tag angesetzt. In der kommenden Woche soll dann aber eigentlich zwei Mal pro Tag in der Eishalle trainiert werden.

Komplett gesperrt ist die Halle momentan für den Nachwuchs des ES Weißwasser sowie auch für Hobby-Mannschaften. Wann diese Sperrung wieder aufgehoben werden kann, ist derzeit nicht absehbar. Auch der Haupteingang der Halle ist mittlerweile geschlossen, um eine zusätzliche Wärmezufuhr von außen zu vermeiden. Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage weiterhin Temperaturen von 30 Grad und mehr voraus.

„30 Grad sind für uns beim Betrieb der Eishalle so etwas wie die magische Grenze. Ein, zwei Tage mit solchen Temperaturen sind okay. Aber 14 Tage und mehr sind ein großes Problem. Dann wird es richtig schwierig“, erklärt Milton Tauche als Leiter der Eisarena in Weißwasser. „Erstens verschlechtert sich die Eis-Qualität, zweitens verbrauchen wir deutlich mehr Energie.“

Milton Tauche ist Leiter der Eishalle in Weißwasser.
Milton Tauche ist Leiter der Eishalle in Weißwasser. FOTO: Christian K“hler

Es wird sogar so schwierig, dass mittlerweile schwerwiegende Schäden drohen. Denn die Kälteanlagen laufen seit Tagen unter Volllast, um die Halle trotz der hochsommerlichen Temperaturen herunter zu kühlen. „Man muss sich das vorstellen wie bei einem Automotor. Wenn er zu heiß wird, kommt irgendwann die rote Lampe und der Motor schaltet sich ab einer gewissen Temperatur automatisch ab“, betont Eishallen-Chef Tauche.

Die Eisfläche würde in diesem Fall dann abtauen und müsste komplett neu aufgebaut werden, was laut Tauche wohl mindestens eine Woche dauern würde. Bei der derzeitigen Hitze besteht auch die Gefahr, dass der Druck des als Kältemittels verwendeten Ammoniaks so weit ansteigt, dass ein Teil dieses Ammoniaks über ein Sicherheitsventil auf dem Dach der Halle abgeblasen wird. Auch das hätte einen Stillstand der Aggregate zur Folge, weil erst ein Spezialist angefordert werden müsste, der das Kältemittel wieder auffüllt und das Ventil wechselt. „Auch hier reden wir nicht von Tagen, sondern mindestens von einer Woche, weil die entsprechenden Firmen derzeit natürlich im Dauereinsatz sind“, warnt Tauche.

Bei den Lausitzer Füchsen schaut man deshalb in diesen Tagen noch öfter auf den Wetterbericht als sonst, weil jeder weitere Hitzetag den Vorbereitungsplan für die am 14. September startende DEL2-Saison in Gefahr bringt. Möglicherweise haben die hochsommerlichen Temperaturen aber nicht nur Konsequenzen für den laufenden Trainingsbetrieb, sondern auch für das kommende Jahr. „Wir müssen prüfen, ob es künftig sinnvoll ist, wie bisher schon am 1. August mit dem Eistraining zu beginnen oder erst zehn Tage später“, meint Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Neuer Trainer, neue Spieler - so starten die Füchse FOTO: Thomas Heide