ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:47 Uhr

Von der Intensivstation zurück auf das Eis

Greg Classen (M.) führt die Lausitzer Füchse in dieser Saison als Kapitän an.
Greg Classen (M.) führt die Lausitzer Füchse in dieser Saison als Kapitän an. FOTO: Mogollones/mmo1
Cottbus. Im März lag er auf der Intensivstation. Und jetzt führt Greg Classen die Lausitzer Füchse als Kapitän in die neue DEL2-Saison. Der Start konnte sich sehen lassen – für die Füchse und auch für Classen. Frank Noack und Jan Lehmann

In all den Berichten über Greg Classen in den zurück liegenden Wochen und Monaten kamen immer wieder diese zwei Worte vor. Seine Genesung sei ein "medizinisches Wunder", hieß es gleichlautend. Denn nach dem Verletzungsschock stand auch ein Karriere-Ende des 37 Jahre alten Kanadiers im Raum.

Rückblende: Am 14. März wird Classen nach der Saison-Abschlussfeier der Füchse in Dresden niedergestochen. Durch die Messerattacke erleidet er lebensgefährliche Verletzungen an Kopf und Rücken. Der Füchse-Profi bangt nicht nur um die Fortsetzung seiner Karriere, sondern auch um sein Leben. Später in der Reha kämpft er sich Schritt für Schritt zurück. Am vergangenen Wochenende feierte Classen in den Spielen beim SC Riessersee (2:1) sowie gegen die Bietigheim Steelers (2:3) seine Feuertaufe als Kapitän der Lausitzer Füchse. "Das Leben geht für mich weiter. Und das ist gut so", berichtet der Routinier in den "Eishockey-News" über sein viel beachtetes Comeback auf dem Eis.

Der Start konnte sich durchaus sehen lassen. Einerseits, weil den Füchsen gleich zum Auftakt ein Auswärtssieg gelang und auch im Heimspiel gegen den Zweitliga-Meister Bietigheim die Sensation greifbar nahe war. Und andererseits, weil Classen zeigte, dass er auch physisch bereit für den harten Liga-Alltag ist. Schon vor Saisonbeginn hatte Trainer Dirk Rohrbach erklärt: "Greg ist überraschend fit. Ich denke, die Reha in Dresden und in Kanada war für ihn sehr hilfreich." Für einen 37-Jährigen sei es gar nicht so einfach, im Sommer hart zu arbeiten, so der Trainer. "Dieser Vorfall in Dresden war für ihn vielleicht noch mehr Motivation, es allen zu zeigen, dass seine Karriere noch nicht vorbei ist."

An diesem Wochenende geht es für Classen und die Füchse zunächst am Freitag gegen den ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr). Zwei Tage später gastiert Weißwasser beim EC Bad Nauheim (18 Uhr).

Kapitän Greg Classen ist jedenfalls optimistisch. Das Spiel gegen Meister Bietigheim habe trotz der Last-Minute-Niederlage gezeigt, "dass wir mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung jeden schlagen können".