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Vollvisier und voller Einsatz

Jeff Hayes (r.) schützt sich mit einem Vollvisier: "So richtig ausblenden kann man die Verletzung nicht."
Jeff Hayes (r.) schützt sich mit einem Vollvisier: "So richtig ausblenden kann man die Verletzung nicht." FOTO: Heide
Weißwasser. Das war ein starkes Comeback von Jeff Hayes bei den Füchsen nach seiner schweren Verletzung im Gesicht! Und Trainer Hannu Järvenpää ist ziemlich sicher, dass der kleine Stürmer mit dem Vollvisier noch viel wertvoller für das Team wird. Frank Noack

Jeff Hayes weiß spätestens seit dem 7. September, wie es sich anfühlt, wenn man einen Schuss mit voller Wucht ins Gesicht bekommt. Es erwischte den 27-jährigen Stürmer der Lausitzer Füchse beim letzten Vorbereitungsspiel in Leipzig. Das Ergebnis war verheerend: Hayes erlitt mehrere Brüche im Gesicht, bekam zwei Metall platten eingesetzt und musste wochenlang pausieren. Am vergangenen Wochenende meldete sich der nur 1,70 Meter große Kanadier nun zurück - und wie! Vor allem beim Heimspiel gegen Bad Nauheim ließ die Angriffs reihe mit Hayes, Roope Ranta sowie Dennis Swinnen trotz der 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen den Puck immer wieder mit einer beachtlichen Geschwindigkeit laufen. Sie war an drei der vier Treffer beteiligt. Trainer Hannu Järvenpää ist froh, dass Hayes nach der Zwangspause nun dabei ist. "Er ist körperlich nicht der Größte, aber er hat ein großes Kämpferherz. Und ich glaube, er wird in den nächsten Wochen noch besser werden", sagt Järvenpää.

Auch an diesem Wochenende können die Lausitzer Füchse die Geschwindigkeit von Hayes gut gebrauchen. Am Freitag reisen sie zu den Bietigheim Steelers. Der souveräne Tabellenführer der DEL2 hat zehn der bisherigen zwölf Partien gewonnen. Spiel beginn ist um 19.30 Uhr. Am Sonntag empfängt Weißwasser dann die Heilbronner Falken (17 Uhr) und will nach zwei Heimniederlagen in Folge endlich wieder jubeln.

Jeff Hayes wird auch in diesen Partien mit einem sogenannten Vollvisier spielen. Dieser Schutz, den normalerweise Nachwuchsspieler tragen, soll sein Gesicht vor neuerlichen Verletzungen schützen. "Zwar versuche ich, die Verletzung zu vergessen. Aber richtig ausblenden kann man das nicht", sagt er in der Fachzeitung "Eishockey-News".

Eben weil Hayes genau weiß, welche Verletzungen so ein Puck anrichten kann, ist der Kanadier besonders traurig darüber, dass ausgerechnet er am Sonntag den Nauheimer Daniel Ketter mit einem Schlagschuss mitten im Gesicht traf: "Das braucht niemand, es tut mir so leid." Ketter, dessen Wunde in Weißwasser im Krankenhaus genäht wurde, wird zwar an diesem Wochenende fehlen. Er hatte aber wohl Glück im Unglück. Denn er nahm "nur" einen Bluterguss und eine starke Schwellung mit nach Hause. Das Auge blieb zum Glück unverletzt.