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Eishockey
Verband bestätigt: Bayreuther „Goldhelm“ gegen Füchse gesperrt

Anthony Luciani ist bester Torjäger bei Füchse-Gegner Bayreuth.
Anthony Luciani ist bester Torjäger bei Füchse-Gegner Bayreuth. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Vorteil Weißwasser? Füchse-Gegner Bayreuth muss am Dienstag im Entscheidungsspiel auf seinen besten Torjäger verzichten - Anthony Luciani ist gesperrt. Aber auch bei den Gastgebern gibt es eine Sperre. Von Frank Noack

Das ist ein eiskalter Hammer vor dem Showdown um den Klassenerhalt in der DEL2! Die Bayreuth Tigers müssen im siebten und entscheidenden Spiel der Playdown-Serie gegen die Lausitzer Füchse auf ihren „Goldhelm“ Anthony Luciani auskommen. Der Topscorer aus Kanada ist ungeachtet der Verwirrung um das Regelwerk nun doch gesperrt.

Das hat DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt. Das entscheidende Spiel findet am Dienstagabend um 19.30 Uhr in Weißwasser statt - ohne Luciani!

Beide Teams haben jeweils drei Siege auf ihrem Konto. Für den Klassenerhalt in der Serie nach dem Modis „best of seven“ sind vier Erfolge nötig.

Neben Luciani ist dann allerdings auch Füchse-Verteidiger Roberto Geiseler gesperrt. Beide Akteure hatten in Spiel sechs am Sonntag in Bayreuth kurz vor Schluss nach einer Prügelei jeweils eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassiert und mussten vorzeitig duschen. Da sowohl Luciani als auch Geiseler im Verlauf dieser Playdown-Serie auch schon jeweils eine Zehn-Minuten-Strafe bekommen haben, zieht dies automatisch eine Sperre nach sich.

In Paragraf 3 der Disziplinarordnung („Automatische Strafen“) heißt es: „Erhält ein Spieler in den Pre-Playoffs/Playoffs/Playdowns die zweite Spieldauerdisziplinarstrafe oder Disziplinarstrafe, so ist er in dem darauf folgenden Spiel automatisch gesperrt.“

Für Verwirrung und viele Diskussionen im Internet hatte dabei das Wort „oder“ gesorgt. Es legt scheinbar die Vermutung nahe, dass Spieldauerdisziplinarstrafe oder Disziplinarstrafe getrennt voneinander zu betrachten sind. Bei beiden handelt es sich um sogenannte große Strafen.

Dieser Auslegung hat DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch aber klar widersprochen. „Beide großen Strafen werden zusammengerechnet. Demnach sind beide Spieler am Dienstag gesperrt“, betont Rudorisch gegenüber der RUNDSCHAU. Mit vier Toren und einer Vorlage ist Antony Luciani bester Scorer der Bayreuth Tigers.

Sein Fehlen ist ein harter Schlag für die Oberfranken, die mit einer Sperre offenbar nicht gerechnet haben. Im Spielbericht auf der Tigers-Internetseite ist über die Sonntag-Partie zu lesen: „Am Ende gab es auch noch ein paar Auseinandersetzungen mit Spieldauerstrafen für Geiseler und Luciani (ohne größere Folgen wie Sperren für die Spieler).“

Gleichzeitig hat der DEL2-Geschäftsführer die entsprechende Passage des Regelwerks noch einmal verteidigt. „Wir haben den Wortlaut von Fachleuten prüfen lassen und sind der Meinung, dass er korrekt formuliert ist. Außerdem galt diese Regel ja auch schon in der Hauptrunde“, so Rudorisch.

Einziger Unterschied: In der Hauptrunde ist der betreffende Spieler nach drei großen Strafen automatisch für eine Partie gesperrt.

René Rudorisch ist Geschäftsführer der DEL2.
René Rudorisch ist Geschäftsführer der DEL2. FOTO: DEL2