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| 21:01 Uhr

Eishockey
Großer Name, große Nummer – großer Druck?

Im Spiel gegen den DEL-Kooperationspartner Eisbären Berlin kam Förderlizenz-Spieler Jake Ustorf (l.) zum ersten Mal für die Lausitzer Füchse zum Einsatz.
Im Spiel gegen den DEL-Kooperationspartner Eisbären Berlin kam Förderlizenz-Spieler Jake Ustorf (l.) zum ersten Mal für die Lausitzer Füchse zum Einsatz. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Eishockey-Jungprofi Jake Ustorf tritt als Berliner Förderlizenzspieler bei den Lausitzer Füchsen gleich in doppelt große Fußstapfen. Von Jan Lehmann und Steven Wiesner

Die Nummer 13 auf dem Rücken, und dann auch noch der Name Ustorf hinten drauf – auf diesen Spieler schauen sie in der kommenden DEL2-Saison bei den Lausitzer Füchsen natürlich ganz genau. Jake Ustorf, der mit einer Förderlizenz von den Eisbären Berlin künftig in Weißwasser Tore schießen soll, trägt dabei ausgerechnet jene Rückennummer, die Publikumsliebling André Mücke gerade erst bei seinem verletzungsbedingten Karriere-Ende abgelegt hat. Der 21-Jährige bekommt damit also vom Weißwasseraner Urgestein Mücke einen Rucksack voll mit 802 Pflichtspielen, 88 Toren, 212 Vorlagen und 943 Strafminuten mit aufs Eis.

Doch mit großen Fußstapfen kennt sich Jake Ustorf ja aus. Sein Vater Stefan Ustorf war Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, hat 121 Länderspiele, 54 Partien in der nordamerikanischen Profi-Liga NHL sowie 532 DEL-Spiele absolviert. Der sechsfache Deutsche Meister arbeitet inzwischen bei den Eisbären als Verantwortlicher für die Spielerentwicklung.

So hat er automatisch immer einen Blick auf seinen Sohn Jake sowie die anderen Förderlizenzspieler bei den Lausitzer Füchsen. Das sind in dieser Saison die beiden Torhüter Konstantin Kessler und Tobias Ancicka sowie Cedric Schiemenz, Charly Jahnke, Maximilian Adam, Vincent Hessler, Thomas Reichel – und eben Jake Ustorf.

Der versucht, sich gar nicht erst unter großen Erwartungsdruck setzen zu lassen. Den berühmten Namen schüttelt er in Weißwasser mit einem Lächeln ab. Und dass er mit der 13 die Rückennummer einer Lausitzer Eishockey-Legende abbekommen hat, wusste der Neuzugang offenbar gar nicht.

Bei der Spielervorstellung am vergangenen Sonntag vor dem Saisonauftakt gegen die Eisbären Berlin entschuldigte sich der 21-Jährige sofort: „Es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass diese Rückennummer hier so berühmt ist.“ Er habe sie in Erinnerung an einen Mitspieler gewählt, der bei einem Unfall verstorbenen war. Dafür gab es viel Beifall von den Füchse-Fans, die es dem Youngster natürlich nicht übel nehmen würden, wenn er auch sportlich in die großen Fußstapfen von André Mücke treten würde.

Dass Ustorf seine Entschuldigung auf Englisch vorbrachte, dürfte manche Weißwasseraner überrascht haben. Doch er wurde in Waynesville (Ohio) in den USA geboren. Das ist immer noch der Lebensmittelpunkt der Ustorf-Familie.

Stefan Ustorf hatte seine Ehefrau Jodie während seines Eishockey-Engagements in den USA kennengelernt. Sein Sohn Jake wurde eishockey-technisch in Ohio und Berlin ausgebildet. Nun geht er in sein erstes Männerjahr. Man tut in Weißwasser sicher gut daran, seine Leistungen dabei nicht an Name oder Nummer zu messen.

Eishockey-Legende Stefan Ustorf und sein Sohn Jake, der in dieser Saison für Weißwasser spielt.
Eishockey-Legende Stefan Ustorf und sein Sohn Jake, der in dieser Saison für Weißwasser spielt. FOTO: Eisbären Berlin
André Mücke hat seine Karriere beendet – seine Rückennummer 13 bleibt aber weiter im Spiel.
André Mücke hat seine Karriere beendet – seine Rückennummer 13 bleibt aber weiter im Spiel. FOTO: Thomas Heide