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Trotz Knallstart: Füchse kassieren erste Derby-Niederlage (mit Video)

Füchse-Verteidiger Elia Ostwald (l.) im Duell mit Brendan Cook.
Füchse-Verteidiger Elia Ostwald (l.) im Duell mit Brendan Cook. FOTO: Thomas Heide
Dresden. Jetzt ist es doch passiert! Im achten und letzten Derby haben die Lausitzer Füchse ihre erste Niederlage kassiert. Trotz einer Zwei-Tore-Führung verlieren sie bei den Eislöwen Dresden am Sonntagnachmittag mit 2:5. Der Ärger gilt dem Schiedsrichter, aber auch den vielen Fehlern. Frank Noack

Tolle Eishockey-Atmosphäre beim Derby der Eislöwen Dresden gegen die Lausitzer Füchse! Über 4000 Zuschauer in der seit Tagen ausverkauften Energieverbund-Arena wollten das Duell zwischen den Erzrivalen sehen. Und sie bekamen ordentlich was geboten für das Eintrittsgeld. "Wir gewinnen sowieso. Auf, Dynamo!", skandierten die selbstbewussten Füchse-Fans bereits in der Startphase. Immerhin hatte Weißwasser in dieser Saison bislang alle Derbys gegen Dresden und die Eispiraten Crimmitschau gewonnen. Und die Füchse legten auch diesmal einen echten Knallstart hin. Jakub Svoboda traf bereits nach 96 Sekunden zur Führung. In der 9. Minute erzielte Dennis Palka mit tollem Solo das 2:0. Gegen seinen Schuss in den Winkel war auch der zuletzt starke Eislöwen-Keeper Kevin Nastiuk machtlos.

Die Füchse gingen mit dem Rückenwind von drei Siegen in Serie ins Derby. „Unsere Brust wird breiter und breiter“ , hatte Co-Trainer Robert Hoffmann nach dem 2:1-Erfolg am Freitagabend gegen den SC Riessersee erklärt.

Nach diesem Knallstart unterliefen den Füchsen aber zwei Stellungsfehler in der Defensive. Arturs Kruminsch (11.) und Steven Rupprich (16.) trafen ebenfalls noch im ersten Drittel zum 2:2-Ausgleich für Dresden.

Die Füchse wirkten geschockt und verloren völlig ihre Ordnung. Unmittelbar nach Wiederbeginn ließ Mirko Sacher die Gäste-Abwehr ganz alt aussehen. Er brachte Dresden erstmals in Führung (3:2/21.). Erneut Rupprich erhöhte auf 4:2 (26.). "Die Füchse sind nervös", sangen jetzt die Eislöwen-Fans. Trainer Hannu Järvenpää nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft wieder zur Vernunft zu bringen. Aber die Füchse taten sich weiter schwer. In der 36. Minuten liefen sich Marius Schmidt und Roberto Geiseler gegenseitig über den Haufen und ermöglichten den Eislöwen einen Konter - die unglückliche Szene war symptomatisch für die Leistung der Füchse.

Järvenpää haderte in dieser Phase auch mit dem Schiedsrichter und ruderte auf der Bank wie wild mit den Armen. Grund: Kapitän André Mücke bekam den Schläger von Martin Davidek ins Gesicht und blutete. Sanktionen gab es jedoch keine von Hauptschiedsrichter Robert Paule.

Im letzten Drittel kamen die Füchse zwar wieder besser ins Spiel, konnten aber die Niederlage nicht mehr abwenden. Der fünfte Eislöwen-Treffer durch Juuso Rajala (58.) fiel sogar bei Weißwasseraner Überzahl. Einen Fehler im Spielaufbau nutzte Rajala zum 5:2-Endstand. Am Ende flogen dann auch noch die Fäuste. Wohl schon ein Vorgeschmack auf die Viertelfinal-Playoffs, wenn beide Erzrivalen erneut aufeinander treffen könnten.

In der Tabelle liegt Dresden weiter auf Platz vier (77 Punkte), Weißwasser folgt auf Rang fünf (74). Der Kampf um die Playoffs, speziell Rang vier, bleibt also spannend. Am Dienstag spielen die Füchse gegen Kassel (Beginn um 19.30 Uhr).