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| 13:55 Uhr

Eishockey
Felski: „Weißwasser war immer sehr speziell“

In seinem 1000. und letzten Pflichtspiel im Jahr 2012 jubelt Sven Felski mit dem Meisterpokal.
In seinem 1000. und letzten Pflichtspiel im Jahr 2012 jubelt Sven Felski mit dem Meisterpokal. FOTO: Sebastian Kahnert
Weißwasser. Eisbären-Legende Sven Felski spricht im RUNDSCHAU-Interview über das Jubiläumsspiel am Samstag im Fuchsbau, seine Erinnerungen an die Partien gegen Weißwasser und die eigene Fitness als Vorstandsvorsitzender. Von Frank Noack

Sven Felski (43) ist die Legende schlechthin bei den Eisbären Berlin. In den insgesamt 20 Jahren als Eishockey-Profi hat er 1000 Pflichtspiele in der obersten Liga bestritten. 2012 musste „Felle“ seine Karriere wegen einer Knieverletzung beenden. Inzwischen arbeitet er im Nachwuchsbereich der Eisbären. An diesem Samstag führt der ehemalige Stürmer das Berliner Team beim Jubiläumsspiel anlässlich des 85. Vereinsgeburtstages in Weißwasser an. Die Partie beginnt um 18.30 Uhr.

Sven Felski, wie steht es um Ihren Trainingszustand?
Eher bescheiden, würde ich sagen.

Konkret?
Als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Eisbären Juniors bin ich sehr eingespannt. Klar, besteht die Möglichkeit, bei den Alten Herren aufzulaufen. Aber meistens fehlt die Zeit. Das Gute ist: Das Schlittschuhlaufen verlernt man trotzdem nicht.

Ihr Wettkampfgewicht als Profi lag bei 76 Kilogramm. Und heute?
Da hat sich nicht viel verändert. Aber das ist doch nicht wirklich wichtig.

Sie mussten Ihre Karriere wegen einer Knieverletzung beenden. Wie geht es Ihnen gesundheitlich?
Keine Sorge, grundsätzlich ist das alles okay. Wenn morgens das Aufstehen mal etwas schwerer fällt, liegt das ja nicht immer zwangsläufig am Eishockey. Wir werden schließlich alle älter. Außerdem: Wer Profisport betreibt, der weiß doch, dass er das eine oder andere Wehwehchen in die Zeit nach der Karriere mitnimmt.

Schauen wir noch etwas weiter zurück. Wie haben Sie früher die Duelle zwischen Berlin und Weißwasser erlebt?
Zunächst natürlich als Fan auf der Tribüne im Wellblechpalast. Das waren heiße Spiele zwischen beiden Mannschaften, immer sehr speziell. Und irgendwann war ich dann ja selbst dabei.

Erzählen Sie mal!
Die Spiele im Nachwuchsbereich waren genauso hart umkämpft wie bei den Männern. Wir haben praktisch jedes Wochenende gegeneinander gespielt. Es war immer recht ausgeglichen, beide Mannschaften hatten sehr gute Spieler und waren auf Augenhöhe. Ich habe durch diese Duelle aber auch viele Freunde gewonnen – selbst in Weißwasser. Mirko Lüdemann zum Beispiel.

Wie haben Sie insgesamt den Eishockey-Standort Weißwasser wahrgenommen?
Das Freiluftstadion war schon etwas ganz Besonderes. In der DDR-Oberliga kamen bis zu 12000 Zuschauer – teilweise haben sie sogar auf dem Tribünendach gesessen. Deshalb freue ich mich auch ganz persönlich über die Einladung zu diesem Jubiläumsspiel. 85 Jahre Eishockey-Tradition in Weißwasser sind eine Hausnummer. Das kann und muss man feiern.

Aus den beiden Erzrivalen sind inzwischen Kooperationspartner geworden. Wie beurteilen Sie diese Zusammenarbeit?
Für unsere jungen Eisbären-Spieler ist es gut, dass sie sich dank der Spielpraxis in Weißwasser weiterentwickeln können. Und die Entfernung ist ja auch überschaubar. Die Jungs müssen also nicht durch die gesamte Republik fahren. Ich denke, so muss der Austausch laufen. Es ist ein Mehrwert für beide Clubs.

Kommen wir noch einmal zurück zum Jubiläumsspiel am Samstag. Mirko Lüdemann und Sie werden zu den jüngsten Spielern auf dem Eis gehören. Ein gutes Gefühl?
Ich hoffe, wir sehen auch besser aus als die anderen. Aber im Ernst: Es ist schön, mit den ganzen Alt-Internationalen auf dem Eis stehen zu dürfen. Ich hoffe, es kommen möglichst viele Fans in die Halle. Ich freue mich wirklich, wieder nach Weißwasser zu kommen. Früher als Nachwuchsspieler war ich ja jede zweite Woche dort.