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| 16:42 Uhr

Eishockey
Strahlmeiers WM-Traum ist geplatzt

Den ganz dicken Fang hat Dustin Strahlmeier mit seinem Auftritt in Weißwasser nicht gemacht. Bei der WM wird er trotz seines Nationalmannschaftsdebüts zuschauen müssen.
Den ganz dicken Fang hat Dustin Strahlmeier mit seinem Auftritt in Weißwasser nicht gemacht. Bei der WM wird er trotz seines Nationalmannschaftsdebüts zuschauen müssen. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm streicht den ehemaligen Weißwasseraner aus dem Kader. Im Fuchsbau ist man trotzdem stolz auf ihn – und das gelungene Gastspiel der Nationalmannschaft. Von Jan Lehmann, Frank Noack und Carsten Lappe

Der kleine WM-Traum von Eishockey-Torhüter Dustin Strahlmeier ist vorerst geplatzt. Bundestrainer Marco Sturm strich den ehemaligen Keeper der Lausitzer Füchse aus dem Kader, mit dem er das deutsche Team in der dritten WM-Vorbereitungsphase ab Dienstag in Berlin auf die beiden Partien im Rahmen der Euro Hockey Challenge gegen Frankreich in Wolfsburg (Donnerstag, 19.15 Uhr) und Berlin (Samstag, 17.45 Uhr) für die Titelkämpfe präparieren will.

Nach der emotionalen Rückkehr nach Weißwasser, bei der Strahlmeier am Samstag nach seinem zweiten Länderspiel-Einsatz vor den Füchse-Fans noch eine Ehrenrunde laufen durfte, ist das nun ein Dämpfer. Bundestrainer Sturm hatte nach dem Spiel im Fuchsbau schon angedeutet: „Man muss ihn langsam vorbereiten. Momentan hat Dustin noch einige erfahrene Torhüter vor sich. Wenn er so weitermacht, dann wird er uns auch in Zukunft Freude bereiten.“

Am Montag nun strich Sturm neben Dustin Strahlmeier auch die Verteidiger Simon Sezemsky und Tim Bender sowie die Stürmer Daniel Schmölz und Thomas Holzmann aus dem Kader. „Die Jungs haben sich in Phase I und II wirklich mächtig in Zeug gelegt. Durch die neuen Personalien musste ich allerdings einen Schnitt machen. Das gehört leider auch zum Trainer-Job dazu. Ich werde sie aber weiter beobachten“, so der Bundestrainer.

Dafür verstärkt NHL-Jungstar Leon Draisaitl das deutsche Team bereits in dieser Woche. Der Ausnahmestürmer der Edmonton Oilers ist einer von acht neuen Spielern, die Bundestrainer Sturm nominiert hat.

„Ich bin besonders stolz, jetzt im Team des olympischen Silbermedaillengewinners zu stehen“, sagte Draisaitl am Montag. Ob der 22-Jährige auch am Donnerstag bereits spielen wird, ist aber noch unklar. „Wir müssen zunächst schauen, in welcher Verfassung er sich befindet“, sagte Sturm.

Mit Dennis Seidenberg läuft ein weiterer NHL-Spieler in Dänemark bei der Weltmeisterschaft (4. bis 20. Mai) für Deutschland auf. Der Verteidiger der New York Islanders stößt allerdings erst in der kommenden Woche zum Team. Dagegen sagte dessen Teamkollege Thomas Greiss für die WM ab. 

Nach dem Länderspiel-Wochenende in Weißwasser und Dresden zog Sturm trotz der beiden Niederlagen ein positives Fazit. Er lobte die Gastgeber: „Ich war zum ersten Mal im Eisstadion in Weißwasser. Es war eine gute Atmosphäre, es hat alles gepasst. Auch die Fans waren super. Sie haben uns das ganze Spiel sehr gut unterstützt. Leider konnten wir ihnen keinen Sieg schenken. Ich hoffe, dass wir irgendwann mal wieder zurückkommen.“

Darüber würde sich auch Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach freuen. Der 45-Jährige bilanzierte nach dem anstrengenden, aber eben auch bemerkenswerten Gastspiel: „Genial! Es war nachträglich ein schönes Geschenk zum 85. Geburtstag des Eishockeys in Weißwasser. Aber wir haben auch hart dafür gearbeitet. Wir waren sehr gut vorbereitet – das hat der DEB dankbar angenommen. Die Stimmung war famos. Zwar nicht so dramatisch wie bei den Füchsen, aber das ist eine andere Konstellation. Trotzdem war es auch für unsere Sponsoren ein schöner Saisonabschluss. Wir sind rundum zufrieden.“

Rundum zufrieden dürfte Dustin Strahlmeier zwar nach dem WM-Aus am Montag nicht sein. Doch der Ex-Fuchs hat nicht nur in Weißwasser bei seinem Ex-Club, sondern auch beim Bundestrainer eine gute Visitenkarte abgegeben. Er erklärte zufrieden: „Ich habe mich sehr auf das Spiel in Weißwasser gefreut. Wenn man dann erst nach der Hälfte des Spiels reinkommt, ist das etwas schwer. Aber wenn man so begrüßt wird, da geht der Puls schon höher. Es freut mich, dass ich hier immer noch so willkommen bin. Es hat riesen Spaß gemacht, wieder hier zu spielen.“

Bundestrainer Marco Sturm erklärte: „Es war eine gute Atmosphäre, es hat alles gepasst.“
Bundestrainer Marco Sturm erklärte: „Es war eine gute Atmosphäre, es hat alles gepasst.“ FOTO: Thomas Heide
Das Lausitzer Eishockey-Publikum sorgte für gute Stimmung im Fuchsbau. Der Bundestrainer war angetan und sagt: „Ich hoffe, dass wir irgendwann mal wieder zurückkommen.“
Das Lausitzer Eishockey-Publikum sorgte für gute Stimmung im Fuchsbau. Der Bundestrainer war angetan und sagt: „Ich hoffe, dass wir irgendwann mal wieder zurückkommen.“ FOTO: Thomas Heide
Dirk Rohrbach war mit dem Gastspiel der Olympia-Helden zufrieden.
Dirk Rohrbach war mit dem Gastspiel der Olympia-Helden zufrieden. FOTO: Thomas Heide