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Eishockey
Druck oder Pech? Sieben Gründe für das 0:7 der Füchse

Füchse-Goldhelm Anders Eriksson konnte dem Spiel auch keine Wende geben.
Füchse-Goldhelm Anders Eriksson konnte dem Spiel auch keine Wende geben. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die 0:7-Pleite der Lausitzer Füchse gegen den direkten Mitkonkurrenten EC Bad Nauheim wirft Fragen auf: Wie können die Weißwasseraner ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel so eingehen? Die RUNDSCHAU nennt sieben Gründe.  
  1. Die anhaltende Torflaute: Es war nicht so, dass Weißwasser keine Chancen hatte, das Schussverhältnis (30:31) ist fast ausgeglichen. Roope Ranta hatte sogar das 1:2 auf dem Schläger (19.). Der Anschlusstreffer hätte der Partie womöglich eine andere Richtung gegeben. Doch so blieb Weißwasser extrem harmlos und ist nach Schlusslicht Bayreuth (74 Tore) die zweitschwächste Offensive (84) der DEL2.
  1. Die fehlende Ordnung: Dafür, dass die Saison seit vier Monaten läuft, wirkten die Füchse erschreckend unsortiert. Nach zuletzt guten Spielen erinnerte dieser Auftritt an den trüben November, in dem es in sieben Spielen nur zwei Siege gab. Viele Abstimmungsfehler machten es den Gästen mehrfach zu leicht.
  1. Die glücklosen Torhüter: Maximilian Franzreb und Konstantin Kessler erlebten einen gebrauchten Abend. Franzreb bekam vor dem 0:2 den Puck nicht zu fassen und lag letztlich wie ein Maikäfer auf dem Eis. Kessler erwischte es noch schlimmer: Vor dem 0:6 wollte er den Puck hinter dem Tor absichern – und legte ihn so vor, dass Livingston ins leere Tor schießen konnte. Ein Sinnbild für das bittere Spiel, in dem Weißwasser zweimal vergeblich den Keeper wechselte.
  1. Die unsichtbaren Routiniers: Wo waren eigentlich die alten Weißwasseraner Haudegen wie André Mücke oder Thomas Götz? Mücke versuchte mal mit einem deftigen Bandencheck ein Stoppzeichen zu setzen, Götz brüllte einmal quer übers Eis. Doch ansonsten blieben auch die Routiniers unsichtbar und konnten die Negativspirale nicht stoppen.
  1. Die schwächelnden Ausländer: Die Paradereihe mit Jeff Hayes und Roope Ranta blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Der Finne Ranta vergab mehrere Möglichkeiten und Hayes war nur ein Schatten seiner selbst. Der Kanadier ermöglichte mit einem kapitalen Fehler zudem das vorentscheidende 0:3. Goldhelm Anders Eriksson aus Schweden rackerte zwar, doch effizient war das nicht.
  1. Einfach nur Scheibenpech: Vielleicht sind die „Roten Teufel“ aus Bad Nauheim ja tatsächlich mit selbigem im Bunde. Es war schon auffällig, dass der Puck in der entscheidenden Situation immer wieder zu den Gästen sprang. Deren Trainer Petri Kujala tröstete: „Das ist Sport, es gibt solche Tage.“ Und der Finne plädierte dafür, nicht ganz so kritisch mit den Weißwasseranern umzugehen. Er nannte ein Beispiel: „Der junge Torwart hat den Puck sicher nicht absichtlich vor das Tor gespielt. Vielleicht hat dort ein Eismeister einen Nagel nicht richtig festgemacht.“ Na, wenn das mal nicht mit dem Teufel zugegangen ist.