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Eishockey
Rantastisches Duo

Roope Ranta (l.) und Anders Eriksson bejubeln den 6:1-Sieg gegen Frankfurt.
Roope Ranta (l.) und Anders Eriksson bejubeln den 6:1-Sieg gegen Frankfurt. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Rückkehrer Roope Ranta und Anders Eriksson sind die Anführer der Auferstehung der Lausitzer Füchse. Ihr Zusammenspiel funktioniert auf Anieb und bringt Weißwasser einen überraschend deutlichen Sieg gegen Meister Frankfurt. Von Frank Noack

Aus gegebenem Anlass zunächst einmal eine Klar­stellung. Ja, dieses Jubelbild aus dem Fuchsbau ist wirklich aktuell! Wir haben es nicht extra aus unserem Archiv hervorgekramt. Jubel­bilder wie am Freitagabend nach dem 6:1-Sieg der Lausitzer Füchse gegen den amtierenden Zweitliga-Meister Löwen Frankfurt gab es lange schon nicht mehr in ­Weißwasser, genaugenommen sehr selten in der laufenden Spielzeit. „Das war unser bestes Spiel in dieser Saison, mit Abstand. Das war unsere Nacht“, strahlte Trainer Hannu ­Järvenpää über die Auf­erstehung seines Team nach der sportlichen Krise bis zur Länderspielpause.

Dass ausgerechnet der Rück­kehrer Roope Ranta dabei zum Nachtwächter im besten Sinne avancierte, machte dieses eigentlich ungleiche Duell gegen den DEL2-Champion aus Hessen zu einem unvergess­lichen Eishockey-Abend. Ranta schlug im Fuchsbau wie ein Blitz ein und wachte quasi von der ­ersten Minute an über diese blau-gelbe ­Siegesnacht. Schon in der 1. Minute spielte er den Pass auf Anders ­Eriksson zum Führungstor, das die Gastgeber enorm beflügelte. ­„Roope ist mit viel Energie ins Team zurückgekommen. Das frühe Tor war natürlich ganz wichtig“, analysierte Järvenpää.

Nach dem Spiel wurde der Rückkehrer – der in der vergangenen Saison als Publikumsliebling die Füchse zugunsten eines besseren Vertrages in Richtung SC Riessersee verlassen hatte – von den Fans mit Sprech­chören gefeiert, als ­hätte es die damaligen Misstöne überhaupt nicht gegeben. Später, als der nur 1,70 Meter große Finne in Badelatschen aus der Kabine geschlurft kam, ärgerte ihn nur ein kleines ­Detail. „Ich wurde ja geholt, um Tore zu schießen“, ­erklärte Ranta. „Das ist mir leider noch nicht gelungen.“ Aber auch so durfte der Rückkehrer für sich in Anspruch nehmen, die verunsicherte Mannschaft zu einer erstaunlichen Leistung beflügelt zu haben.

Vor allem die Sturmreihe mit ­Ranta, Top­scorer Anders Eriksson und Artur Tegkaev zauberte ­tolle ­Kombinationen auf die Eisfläche. Während der von den Fans zum „Fuchs des ­Monats Oktober“ gewählte Tegkaev ohnehin zu den wenigen Aufsteigern der bis­herigen Saison zählt, blühte auch Eriksson an der Seite von ­Ranta auf. Der erfahrene Schwede trägt zwar seit Wochen den Goldhelm des ­besten Punktesammlers – so richtig zu­frieden war man im Fuchsbau mit seinen Leistungen dennoch nicht. Am Freitagabend erzielte Eriksson zwei Tore und gab zwei Vorlagen.

„Anders ist einer der besten Spieler in unserem Team. Die Länderspielpause hat ihm, genau wie der ­gesamten Mannschaft, gut getan, um den Kopf frei zu bekommen“, ­erklärte Trainer Järvenpää. „Er ist zwar nicht der schnellste Spieler, aber er ist schnell im Kopf und weiß instinktiv, was zu machen ist.“

Am Ende ging dieser 6:1-Sieg selbst in dieser Höhe in Ordnung. Der Meister wurde regelrecht gedemütigt und antwortete mit einigen Attacken an der Schmerzgrenze. Eriksson und Ranta nähren jedenfalls die Hoffnung, dass sich hier ein Duo gefunden hat, das den Füchsen und ihren Fans in dieser Saison noch viel Freude bereiten und den Weg aus dem Tabellenkeller ­weisen könnte. Beide Kontingentspieler waren die Anführer einer geschlossenen Mannschaftsleistung; angefangen beim starken Torhüter Maximilian Franzreb, der vor allem im zweiten Drittel gegen die stärker werdenden Löwen sicher stand, bis hin zur unermüdlich ­rackernden dritten Reihe. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Denn um zu gewinnen, braucht man alle Spieler“, lobte Trainer Järvenpää. Und auch Rückkehrer Ranta zeigte sich „begeistert von der Chemie in der Kabine“.

Es könnte also demnächst noch weitere Jubelbilder aus dem Fuchsbau geben.