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| 19:21 Uhr

Eishockey
Füchse schaffen den Klassenerhalt: „Wahnsinn“

Blau-Gelber Jubel: Die Füchse feiern den Klassenerhalt.
Blau-Gelber Jubel: Die Füchse feiern den Klassenerhalt. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Sieg, Saisonende, Klassenerhalt! Die Lausitzer Füchse haben das entscheidende Playdown-Spiel gegen Bayreuth gewonnen. Trainer Hoffmann findet: „Wahnsinn!“ Von Frank Noack

Die Lausitzer Füchse haben sich mit ganz viel Kampf und auch etwas Glück in der entscheidenden Partie den ersehnten Erfolg ins Nest gelegt: den Klassenerhalt in der DEL2. In Spiel sieben der dramatischen Playdown-Serie gegen die Bayreuth Tigers setzten sie sich am Dienstagabend mit 6:3 durch. Die Saison ist damit beendet – Weißwasser spielt weiter in der zweithöchsten Spielklasse. Die völlig verkorkst beginnende Spielzeit mit dem vorzeitigen Abschied von Trainer Hannu Järvenpää nimmt doch noch ein versöhnliches Ende.

Aber auch der letzte, noch fehlende Erfolg gegen Bayreuth war harte Arbeit. Die 2750 Zuschauer erlebten am Dienstagabend eine Premiere: Denn das Entscheidungsspiel Nummer sieben einer Serie im Fuchsbau – das gab es noch nie! Die Füchse mussten überhaupt erst zum zweiten Mal in dieses siebte Spiel.

Und die finale Partie dieser extrem engen Playdowns gegen Bayreuth begann mit einem furiosen Comeback. Denn ausgerechnet Feodor Boiarchinov traf in der 7. Minute zur 1:0-Führung für Weißwasser. Nach einem Check des Bayreuthers Sergej Stas in Spiel zwei war Boiarchinov wegen einer Gehirnserschütterung außer Gefecht und wurde in der Topreihe der Füchse schmerzlich vermisst. Auch beim 1:1-Ausgleich durch Eugen Alanov (11.) war der Stürmer irgendwie beteiligt – er saß nämlich auf der Strafbank und sorgte damit für eine Bayreuther Überzahl.

Auch in diesem Entscheidungsspiel schonten die beiden Kontrahenten weder sich noch die Zuschauer. Denn bereits kurz nach dem Ausgleich gingen die Füchse durch David Kuchejda (13.) erneut in Führung.

Lausitzer Füchse vs. Bayreuth Tigers FOTO:

Bei den Gästen fehlte wie angekündigt der gesperrte Topscorer Anthony Luciani. Dafür holten die Tigers mit Eric Chouinard einen anderen wichtigen Stürmer wieder zurück auf das Eis. Er war in den ersten sechs Partien verletzt – so zumindest die offizielle Angabe der Oberfranken. Die Füchse mussten auf Roberto Geiseler verzichten, der nach der Keilerei mit Luciani ebenfalls gesperrt war.

Und die Nerven aller Beteiligten wurden weiter strapaziert. Denn die Füchse erhöhten im zweiten Drittel nach einem schönen Sololauf von Roope Ranta zwar auf 3:1 (24.), aber dieser Zwei-Tore-Vorsprung war schnell wieder weg. Sergej Stas (27.) und Michal Bartosch (30.) sorgten für den 3:3-Ausgleich der jetzt stärker werdenden Gäste. Die Spiel-sieben-Premiere in Weißwasser war ein echter Krimi!

Auch im letzten Drittel war es ein Spiel auf Augenhöhe. Weißwasser belegte Tabellenplatz 11 nach der Hauptrunde und hatte die Pre-Playoffs nur knapp verpasst, Bayreuth war Letzter – aber was zählt das schon in den entscheidenden Minuten des Entscheidungsspiels? Nichts! Hayes hatte in der 48. Minute den vierten Treffer auf dem Schläger, als er allein auf Torhüter Tomas Vosvrda zulief. Sein Schuss ging um Zentimeter über die Latte.

Kurz danach fiel dann doch das 4:3 (49.). Roope Ranta fälschte den Schuss von Steven Bär unhaltbar für Vosvrda ab. Und die Dramatik schien jetzt die Hallendecke förmlich anzuheben: In der 53. Minute verpasste Feodor Boiarchinov bei seinem Penalty die Vorentscheidung. Wenige Sekunden später gab es Penalty für Bayreuth. Maximilian Franzreb blieb Sieger gegen Andreas Geigenmüller. Der Rest war Kampf bis zum Umfallen beziehungsweise bis zum 5:3 durch Anders Eriksson in der 58. Minute. Sein Treffer brachte den Füchsen endgültig den Klassenerhalt. In der 60. Minute traf Eriksson ins leere Tor zum 6:3-Endstand.

Sergej Waßmiller (Bayreuth): „Es war auch heute wieder ganz knapp. Im letzten Drittel hat jeder auf Fehler gewartet – und wir haben den Fehler gemacht. Aber meine Jungs haben alles gegeben. Wir haben würdig diese Serie gespielt. Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren und die nächste Chance wahrnehmen.“

Robert Hoffmann (Weißwasser): „Das war eine Serie zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Größter Respekt an Bayreuth! Wahnsinn, sie haben mir schlaflose Nächste bereitet. Ich bin stolz auf meine Jungs und überglücklich. Ich freue mich auch für unsere Fans.“

Lausitzer Füchse - Bayreuth Tigers 6:3 (2:1, 1:2, 3:0)

Tore: 1:0 Boiarchinov (7.), 1:1 Alanov (11.), 2:1 Kuchejda (13.), 3:1 Ranta (24.), 3:2 Stas (27.), 3:3 Bartosch (30.), 4:3 Ranta (49.), 5:3 Eriksson (58.), 6:3 Eriksson (60.); Schiedsrichter: Steinecke/Westhaus; Zuschauer: 2750; Strafminuten: 16/14.

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