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Penaltys und Tabletten auf Geheimrezept

Gold schießt doch Tore! Topscorer Roope Ranta erzielte im Penaltyschießen den Siegtreffer für die Lausitzer Füchse.
Gold schießt doch Tore! Topscorer Roope Ranta erzielte im Penaltyschießen den Siegtreffer für die Lausitzer Füchse. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Vierter Sieg im sechsten Spiel: Es läuft gut für die Lausitzer Füchse! Die Partie gegen Rosenheim zeigt aber auch, dass sich das Team mit dem Toreschießen schwertut und erneut ins Penaltyschießen muss. Dabei werden die perso nellen Alternativen immer besser. Frank Noack

Ohne ein Penaltyschießen verlassen die Lausitzer Füchse derzeit nicht ihren Bau. Im dritten Heimspiel gab es bereits die dritte Verlängerung. Und das dritte Penaltyschießen. "Ich habe Herztabletten in meiner Trainerkabine", flachste Füchse-Coach Hannu Järvenpää nach dem 3:2-Erfolg gegen die Starbulls Rosenheim.

Nicht nur die kleinen Fans, die am Sonntag beim Familientag im Fuchsbau im Mittelpunkt standen, kamen auf ihre Kosten. Auch die anderen Anhänger hatten über weite Strecken Spaß am schwungvollen und engagierten Offensiv-Spiel der Gastgeber. Dabei hätten es die Füchse vor 2347 Zuschauern doch eigentlich gar nicht so spannend machen müssen. Vor allem im ersten Drittel flogen dem Rosenheimer Torhüter Lukas Steinhauser die Pucks regelrecht um die Ohren. Mehr als ein Treffer durch Dennis Palka (18. Minute) gelang dem Team von Järvenpää aber nicht. "Es war kein einfaches Spiel. Rosenheim hat defensiv gut gestanden und uns das Toreschießen schwer gemacht", betont der Finne. Die als Tabellenschlusslicht angereisten Gäste gingen durch die Treffer von Michael Baindl (4.) und Tyler Scofield (27.) jeweils in Führung.

Immerhin kamen die Füchse kurz vor Schluss zum verdienten Ausgleich. Jakub Svoboda krönte seine Leistung mit dem 2:2 (55.). Im Penaltyschießen sorgte dann Topscorer Roope Ranta für den Siegtreffer. Der kleine Finne war als einziger von insgesamt vier Schützen erfolgreich und bescherte Weißwasser zwei Punkte.

Tabellenplatz sechs für die Füchse nach sechs Spieltagen - das liest sich ganz ordentlich. Und dennoch dürfte Trainer Hannu Järvenpää nicht entgangen sein, dass seine Mannschaft einen hohen Aufwand für diesen Sieg betreiben musste. Weil sie eben auch viele Chancen vergab und damit eine frühzeitige Entscheidung verpasste. "Wir hatten Probleme beim Toreschießen", räumt der Coach ein.

Positiv ist, dass Järvenpää nach dem Einstand des lange verletzten Jakub Svoboda nun noch mehr personelle Möglichkeiten in der Offensive hat. Svoboda überzeugte nicht nur wegen seines Tores, sondern auch mit seiner körperlichen Präsenz auf dem Eis. "Jakub ist noch nicht bei einhundert Prozent. Er kann und wird noch besser spielen", kündigt Järvenpää an.

Damit haben die Füchse fünf Kontingentspieler zur Verfügung. Der Finne Tabeli Maasalo musste gegen Rosenheim zuschauen, weil maximal vier Ausländer mitwirken dürfen. Und auch Jeff Hayes (Kanada) hat nach seiner Gesichtsverletzung wieder mit Training begonnen.

Am kommenden Sonntag nehmen die Lausitzer Füchse nun ausgerechnet gegen die Eislöwen Dresden den vierten Anlauf, um endlich auch einen Heimsieg in der regulären Spielzeit zu feiern. Vielleicht läuft alles aber auch wieder auf ein Penaltyschießen als finalem Höhepunkt hinaus. Auf die Frage, warum es seine Mannschaft derzeit immer so spannend macht, hat Trainer Hannu Järvenpää nämlich eine spitzbübische Antwort parat: "Das ist unser geheimer Matchplan!" So gesehen läuft derzeit ja alles nach Plan im Fuchsbau.