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| 18:00 Uhr

Neue Träume nach dem Happy End

Fans feiern, die Macher genießen. Füchse-Manager Ralf Hantschke und Trainer Dirk Rohrbach haben das Team trotz Kritik in die Playoffs geführt.
Fans feiern, die Macher genießen. Füchse-Manager Ralf Hantschke und Trainer Dirk Rohrbach haben das Team trotz Kritik in die Playoffs geführt. FOTO: Thomas Heidel
Weißwasser. Mit dem Einzug in die Playoffs der DEL2 haben die Lausitzer Füchse ihr Saisonziel erreicht und am Sonntag beim 4:2-Sieg gegen den SC Riessersee eine kleine Party gefeiert. Nun träumt der Außenseiter von der Sensation: dem DEL2-Halbfinale. Doch in die Erleichterung mischt sich auch etwas Ärger. Jan Lehmann und Mirjam Hecht

Da konnte Ralf Hantschke grinsen: Nach dem 3:0 durch Mike Mieszkowski (29.) ließ der Füchse-Manager seinen Zeigefinger als Jubelrakete in der Luft kreiseln. Das Tor war einer wunderbaren Kombination entsprungen, die Füchse spielten gegen Riessersee unbeschwert auf. Thomas Götz (9.) und Mieszkowsi (10.) hatten bereits im ersten Drittel die Playoff-Party mit ihren Treffern eingeläutet.

Nach den Gegentreffern durch Andreas Pauli (37.) und Morten Lie (47.) wurde es noch einmal spannend. Doch Sean Fischer machte den vierten Treffer für die Füchse und damit den abschließenden Heimsieg klar.

Auf den Rängen feierten die Fans ohnehin von Beginn an - der feststehende Einzug in die Playoffs und der damit verbundene Klassenerhalt sorgten für ausgelassene Stimmung. Trainer Dirk Rohrbach tanzte später sogar noch eine beachtenswerte Version von Michael Jacksons "Moonwalk". Der Trainer gab erleichtert zu: "Wir hatten in dieser Saison Höhen und Tiefen. Es war mitunter sehr schwierig. Am Ende gibt uns der Erfolg Recht."

Für Ralf Hantschke war es trotz aller Erleichterung aber dennoch ein sehr emotionaler Tag. Himmelhochjauchzend, aber auch ein bisschen betrübt - so war der aufgewühlte Füchse-Manager vor der Partie zu erleben. Ihm war anzumerken: Der Kampf bis zum vorletzten Spiel am Freitagabend in Heilbronn, als die Füchse mit dem 4:1-Auswärtserfolg bei den Falken das große Saisonziel Playoffs in der DEL2 erreichten, hat an den Nerven gezerrt.

Hantschke erklärte erleichtert: "Ich bin stolz darauf, dass wir innerhalb von sechs Jahren zum fünften Mal in die Playoffs gekommen sind. Das ist angesichts der Schwierigkeiten in dieser Saison eine Riesenleistung." Genau wegen dieser Schwierigkeiten mischt sich bei Hantschke allerdings auch etwas Ärger in die Erleichterung. Die Erwartungshaltung im Umfeld, das die Playoffs als Selbstverständlichkeit ansehe, macht ihm zu schaffen.

Hantschke betonte nach einer Saison, die für den kleinen Füchse-Kader eine Gratwanderung war: "Es macht mich traurig, wenn die Leute gleich meckern, weil wir mal einige Spiele nacheinander verlieren. Man muss bedenken: Wir haben teilweise nur mit 13 oder 14 Profis gespielt. Trotzdem haben wir gepunktet."

Ein Sonderlob verteilte er deshalb an Trainer Rohrbach, der das von Verletzungen dezimierte Team immer wieder neu ordnen musste. Hantschke wehrte sich deshalb gegen die Kritik, die in Weißwasser aufgekommen war: "Dirk arbeitet so akribisch. Und dann höre ich Stimmen, die sagen, die Mannschaft stehe nicht zum Trainer. So ein Blödsinn. Das ärgert mich maßlos", offenbarte der Sportdirektor.

Gemeinsam mit Rohrbach und Füchse-Geschäftsführer Matthias Kliemann hatte Hantschke am Freitag den entscheidenden Sieg in Heilbronn bejubelt. So blieb den Füchsen ein Zitterspiel gegen Riessersee erspart. Hantschke sagte deutlich: "Das war unsere schwierigste Saison. Umso glücklicher bin ich, dass wir es wieder geschafft haben."

Nach diesem Happy End gibt sich der Manager auch kleinen Träumen hin: "In den Playoffs beginnt alles wieder bei Null. Es wäre ein Traum, wenn wir irgendwann mal wieder das Wunder schaffen und ins Halbfinale kommen würden." Einziger Wermutstropfen: Angreifer Pavel Brendl verletzte sich am Sonntag beim Warmmachen am Rücken. Ob er fit wird, ist ungewiss.

Gegen den Tabellenersten Bremerhaven sind die Füchse nur Außenseiter. Doch diese Rolle gefällt den Weißwasseranern. Sie sehen gute Chancen dafür, dass Hantschke erneut grinsen und Rohrbach wieder tanzen kann.