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| 17:38 Uhr

Eishockey
Neilson macht alles neu im Fuchsbau

Der Kanadier Corey Neilson (42) legt großen Wert auf Details.
Der Kanadier Corey Neilson (42) legt großen Wert auf Details. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Der neue Trainer der Lausitzer Füchse setzt auf klare Ansagen. Er wartet aber noch auf seinen ersten Sieg in Weißwasser. Die RUNDSCHAU erklärt, was sich alles geändert hat. Von Frank Noack

Vorbereitungszeit ist Leidenszeit! Dieses Motto gilt für die Eishockey-Profis der Lausitzer Füchse in diesen Tagen so exemplarisch wie schon lange nicht mehr in Weißwasser – und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Denn die Füchse müssen sich nicht nur körperlich fitmachen für die neue Saison in der DEL2, sondern lernen auch ein komplett anderes Spielsystem. Es ist das System des neuen Trainers Corey Neilson (42). „Wir erarbeiten uns gemeinsam unheimlich viele Details. Das ist fast wie in der Schule“, berichtet Stürmer Feodor Boiarchinov.

Die derzeitigen Testspiel-Ergebnisse lassen erahnen, wie viel Arbeit noch vor Neilson und seinem Team liegt. Weißwasser hat fünf Mal gespielt und dabei fünf Mal verloren. Am Wochenende gab es ein 1:5 und ein 1:6 gegen den tschechischen Zweitligisten Motor Ceske Budejovice. „Ich bin derzeit nicht besorgt angesichts der ausbleibenden Siege. Denn in der Vorbereitung werden keine Punkte vergeben“, erklärt Neilson und betont: „Im Moment dreht sich alles um den Entwicklungsprozess. Die Herausforderung ist, dass die Mannschaft alles neu lernen muss. Aber die Spieler lernen sehr schnell.“

Die RUNDSCHAU erklärt, welche Lektionen die Füchse-Spieler derzeit auf und auch neben dem Eis lernen müssen.

Neue Persönlichkeit: Corey Neilson legt großen Wert auf Details und gibt den Spielern ein klares System vor. Anders als sein Vorgänger Robert Hoffmann, der in der Kabine eher der Kumpeltyp und sehr beliebt war, ist die Leine jetzt deutlich kürzer. In der vergangenen Saison hätten die Spieler „grundsätzlich das machen können, was sie wollten“, sei ihm berichtet worden, erklärt Neilson gegenüber der RUNDSCHAU. Immerhin: Am Ende stand der Klassenerhalt für die Füchse zu Buche, weil es nach dem überraschende Abschied von Hannu Järvenpää unter Hoffmann einen deutlichen Aufschwung gab. Und trotzdem: „So trainiere ich nicht. Die Spieler müssen lernen, zusammenzuarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Wenn ein Spieler einen Fehler macht oder seine Arbeit nicht macht, dann passieren schlimme Dinge“, warnt der Coach. Zum Beispiel Gegentore. Die Füchse ­haben insgesamt 22 Treffer in den bis­herigen fünf Partien kassiert.

Neue Ansprache: Corey Neilson scheut auch nicht vor deutlicher Kritik in der Öffentlichkeit zurück. Auch wenn es eben nur ein Testspiel war – von der Leistung am Freitag im ersten Test gegen  Budejovice (1:5) sei er sehr enttäuscht gewesen, erklärt der Füchse-Coach. „Es war, als würden Männer gegen Jungs spielen. Wir wurden regelrecht vom Puck weggestoßen und den ganzen Abend in unser Netz befördert“, kritisiert Neilson. Einen Tag später zeigte er den Spielern dann die Fehler 45 Minuten lang im Video. Trotz der 1:6-Niederlage am Sonntag gab es ein dezentes Lob für die Mannschaft. Sie sei im zweiten Spiel gegen  Budejovice dann wettbewerbsfähiger gewesen. „Wir waren aufmerksamer bei den Details. Als Gruppe arbeiten wir sehr hart, um jeden Tag besser zu werden.“

Neues System: Die Philosophie von Neilson basiert auf einer stabilen Defensive. Und an dieser Arbeit müssen sich alle Spieler beteiligen, fordert Neilson. „Sobald die Mannschaft versteht, dass die fünf Spieler auf dem Eis gemeinsam als Kette arbeiten müssen, wird es uns gut gehen. Wir sind nur so gut wie das schwächste Glied in dieser Kette.“ Wie akribisch Neilson an den Details arbeitet, zeigte sich auch im zweiten Spiel gegen Budejovice. Trotz des deutlichen Rückstandes nahm er den Torhüter vom Eis, um das Überzahlspiel zu trainieren.

Neue Spieler: Nach dem Trainerwechsel ist auch der Umbruch im Team größer als ursprünglich geplant. Mit den kürzlich verpflichteten Jordan George und Steve Saviano gibt es zwölf Neuzugänge. Saviano kommt erst Anfang September nach Weißwasser und muss kurzfristig bis zum Saisonstart am 14. September integriert werden. Zudem fehlen derzeit mit Marius Schmidt und Jeff Hayes wichtige Spieler wegen Verletzungen.

Für die Füchse ­stehen bislang fünf Nieder­lagen zu Buche.
Für die Füchse ­stehen bislang fünf Nieder­lagen zu Buche. FOTO: Thomas Heide