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| 14:05 Uhr

Eishockey
Planen die Füchse schon für die Abstiegsrunde?

Die Füchse um Feodor Boiarchinov (M.) warten weiter auf ein Erfolgserlebnis.
Die Füchse um Feodor Boiarchinov (M.) warten weiter auf ein Erfolgserlebnis. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse stecken im Tabellenkeller der DEL2 fest. Der vorzeitige Klassenerhalt ist in weite Ferne gerückt. Trainer Hoffmann attestiert seinem Team vor dem wichtigen Duell in Bad Tölz ein Kopfproblem. Von Frank Noack

Mit jeder Niederlage kommt der bedrohliche Kampf um den Klassenerhalt in der Abstiegsrunde für die Lausitzer Füchse ein Stück näher. Das 3:5 am Freitagabend gegen den SC Riessersee war die fünfte Niederlage in Folge für Weißwasser. Der Abstand auf Pre-Playoff-Platz zehn – er ist gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Klassenerhalt – beträgt inzwischen 15 Punkte. Zumal die am 4. März endende Hauptrunde inzwischen auf die Zielgeraden eingebogen ist. Mit jeder Niederlage schwinden also auch die Chancen, den Showdown um den Klassenerhalt in dieser „Seuchensaison“ (Trainer Robert Hoffmann) doch noch zu vermeiden.

Auch Geschäftsführer Dirk Rohrbach schätzt die Lage realistisch ein. Bereiten sich die Füchse ab sofort auf die Abstiegsrunde vor? „Abgehakt haben wir den vorzeitigen Klassenerhalt natürlich nicht. Aber wir müssen mit Bad Nauheim und Freiburg gleich zwei Gegner überholen. Das wird schwierig. Wir bräuchten dafür eine Riesenserie“, erklärt Rohrbach und ergänzt: „Deshalb müssen wir auch die Abstiegsrunde im Kopf haben. Alles andere wäre fahrlässig.“

Zumal sich die Misere längst zu einem veritablen Kopfproblem entwickelt hat. Das zeigte sich auch am Freitagabend gegen den Tabellenzweiten von der Zugspitze. Klar, die Füchse machten es dem SC Riessersee phasenweise zwar richtig schwer. „Die Heimmannschaft war läuferisch und kämpferisch stark“, analysiert SCR-Coach Toni Söderholm.

Aber die Heimmannschaft machte aber eben auch wieder bittere individuelle Fehler und geriet dadurch am Ende erneut auf die Verliererstraße. „Das ist ärgerlich, denn wir betreiben viel Aufwand. Ich sehe, wie die Jungs in der Woche arbeiten, wie sie am Wochenende arbeiten. Aber diese Fehler kosten uns die Punkte“, konstatiert Füchse-Trainer Robert Hoffmann.

Er ist überzeugt davon, dass es kein Kraft-, sondern ein Kopfproblem ist, auch wenn Spieler wie Topscorer Anders Eriksson oder die Abwehrspieler André Mücke und Chris Owens derzeit in jeder Partie lange auf dem Eis stehen und damit auch viele Kraftreserven investieren müssen. „Ein alter, internationaler Trainer hat immer zu mir gesagt: ,80 Prozent sind Psyche, der Rest ist im Kopf.‘ Ich glaube, er lag ganz richtig damit“, erklärt Hoffmann mit einem Augenzwinkern. Die Kraft sei es jedenfalls „definitiv nicht. Aber wenn es nicht läuft, will es jeder noch ein bisschen besser machen. Und dann geht es halt schief. Aber daraus müssen wir lernen.“

Und zwar möglichst schnell! Um vielleicht doch noch eine Riesenserie zu starten. Oder, um sich gezielt auf den Kampf um den Klassenerhalt in der Playdown-Runde vorzubereiten. Dort spielen dann die vier Letztplatzierten in zwei Runden einen sportlichen Absteiger in die Oberliga aus.

Trainer Robert Hoffmann ahnt, dass die kommenden Wochen alles andere als einfach werden. „Wir müssen weiter arbeiten. Irgendwann kommt das Glück zurück. Ich weiß, das klingt abgedroschen, das will keiner mehr hören. Aber wir haben eine junge Truppe, das sind alles Lernprozesse. Da müssen wir jetzt durch.“

An diesem Sonntag reisen die Füchse nach Bad Tölz. Es ist das Kellerduell des Tabellen-12 beim 13. Übrigens: Wenn die Hauptrunde heute zu Ende wäre, dann würden beide Teams auch in den Playdowns aufeinander treffen. Es ist also durchaus ein wegweisendes Auswärtsspiel (Beginn um 18 Uhr).

Trainer Robert Hoffmann hofft auf ein positives Ende der „Seuchensaison“.
Trainer Robert Hoffmann hofft auf ein positives Ende der „Seuchensaison“. FOTO: Thomas Heide