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| 02:38 Uhr

Mit neuem Tempo zurück zu alter Leichtigkeit

Das Team um Kapitän André Mücke liegt in der Tabelle auf Platz fünf und damit auf Playoff-Kurs.
Das Team um Kapitän André Mücke liegt in der Tabelle auf Platz fünf und damit auf Playoff-Kurs. FOTO: Tomas Heide
Weißwasser. Nach ihrer Mini-Krise wollen die Füchse mit ihrem gewohnt hohen Tempo wieder Fahrt aufnehmen. Das Wochenende war ein wichtiger Schritt zurück zur Leichtigkeit, die das Team in dieser Saison so stark macht. Frank Noack

Was die bisweilen wie entfesselt stürmenden Lausitzer Füchse in dieser Saison schon alles erreicht haben, zeigte sich nach dem 5:3-Heimsieg gegen die Eispiraten Crimmitschau an einem kleinen Detail. Es war ein Derby-Erfolg, den man im Fuchsbau unter der Rubrik "Arbeitssieg" verbuchte. Drei Punkte geholt, die Mini-Serie von drei Niederlagen in Serie beendet und mit Rang fünf weiterhin auf Playoff-Kurs - Tagesziel also vollumfänglich erreicht.

Es war aber auch eine Leistung, die Co-Trainer Robert Hoffmann völlig zu Recht "als sicher nicht unser bestes Eishockeyspiel" einstufte. Vor allem im zweiten Drittel passten sich die Füchse dem dürftigen Niveau des Tabellenschlusslichts aus Crimmitschau an. Statt Eishockey-Kunst gab es fast nur Stückwerk, der Puck schleuderte bisweilen wie eine Flipperkugel zwischen beiden Teams hin und her.

Umso bemerkenswerter war, dass die Fans nach dem Spiel die Mannschaft trotzdem feierten und sie mit Gesängen noch einmal zur Ehrenrunde auf das Eis holten. "Wir sind stolz auf unser Team", hatten sie bereits während des Spiels gesungen. Dieser Stolz der Fans auf die Mannschaft scheint auch durch die jüngste Mini-Krise mit drei Niederlagen in Serie keinen Schaden genommen zu haben. Dazu ist der Spaß, den diese Mannschaft in dieser Saison macht, zu nachhaltig.

Auch innerhalb des Teams scheint man die jüngste Durststrecke gelassen zu betrachten. "Wir haben bis vor drei Wochen super Eishockey gespielt. Wir wussten, dass so eine Phase kommen wird, wo es mal nicht mehr so leicht geht", versichert Co-Trainer Robert Hoffmann. "In der Kabine geht es nach wie vor locker zu", ergänzt Torhüter Konstantin Kessler in der Fachzeitung "Eishockey-News".

Es stellt sich ohnehin die Frage: Darf man angesichts des Höhenflugs der Füchse in dieser Saison überhaupt von einer Mini-Krise sprechen? Weißwasser startete zwar - wie schon traditionell - als Abstiegs-Kandidat, hatte mit der unteren Tabellenhälfte aber seit September noch nichts zu tun, weil das Punktekonto kontinuierlich aufgefüllt wurde.

Kein Wunder, dass sich die Erwartungshaltung längst nach oben verschoben hat. Die Füchse liegen nach 40 von 52 Spielen in der Hauptrunde auf Platz fünf und damit auf Playoff-Kurs. Nicht Playdowns, nicht Pre-Playoffs, sondern Playoffs. In der Spielzeit 2011/12 beendeten sie die Hauptrunde als Sechster - es ist der größte Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte. Das Hauptaugenmerk in Weißwasser galt meistens dem schwierigen Kampf um den Klassenerhalt.

Das jüngste Tief der Füchse waren also Niederlagen auf hohem Niveau. Und doch belegen die Zahlen den kleinen Einbruch am Anfang des neuen Jahres. Im Dezember gab es acht Siege in zehn Spielen, im Januar wurden dagegen nur drei der neun Spiele gewonnen. Vor allem die Leichtigkeit und das Tempo schienen der Mannschaft etwas verloren gegangen zu sein.

Dass die Lausitzer Füchse ihr hohes Niveau aus dem Dezember nicht halten konnten, ist jedoch keine wirkliche Überraschung. Mit Nick Bruneteau kehrte der Topverteidiger nach wochenlanger Verletzungspause erst Anfang des Jahres zurück und musste seinen Rhythmus finden. Topscorer Jakub Svoboda fiel im Januar für mehrere Spiele aus. Dass die Füchse trotzdem nicht aus den Playoff-Rängen gerutscht sind, spricht für die Substanz des Teams.

Jetzt geht es darum, den ursprünglichen Schwung schnell wieder aufzunehmen. Das zurückliegende Wochenende mit dem lange Zeit bravourösen Auftritt beim Tabellenführer in Bietigheim (1:4) sowie dem 5:3 gegen Crimmitschau wertet Co-Trainer Robert Hoffmann zwar noch nicht als Befreiungsschlag, aber als wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zur alten Leichtigkeit. "Wir haben schon am Freitag in Bietigheim 50 Minuten lang klasse Eishockey gespielt. Da waren wir schon wieder zurück in unserer Linie", betont er. "Wichtig ist, dass wir die Ruhe bewahren und hart arbeiten. Und das haben wir getan. Mit harter Arbeit kommt automatisch auch wieder die Leichtigkeit." Wie erfolgreich diese Leichtigkeit sein kann, haben die Füchse in der Saison schon hinlänglich gezeigt.