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Eishockey
Lüdemann wäre fast wieder ein Fuchs geworden

Mit Anzug auf Schlittschuhen – natürlich nur für das Foto: Mirko Lüdemann ­arbeitet inzwischen im Marketing der Kölner Haie.
Mit Anzug auf Schlittschuhen – natürlich nur für das Foto: Mirko Lüdemann ­arbeitet inzwischen im Marketing der Kölner Haie. FOTO: imago sportfotodienst / imago/Eduard Bopp
Weißwasser. Der langjährige Profi der Kölner Haie freut sich auf das Jubiläumsspiel am Samstag in Weißwasser. Zu seiner Heimat hat er eine besondere Bindung. Von Frank Noack

Eigentlich hat Mirko Lüdemann die Eishockey-Montur mittlerweile gegen Anzug und Bürostuhl getauscht. Denn nach seinem Karriere-Ende im April 2016 bei den Kölner Haien arbeitet der gebürtige Weißwasseraner inzwischen im Marketing des DEL-Clubs. Doch für das Jubiläumsspiel anlässlich des 85. Geburtstages des Eishockeys in seiner Heimatstadt kehrt „Lüde“ am Samstag (18.30 Uhr) wieder auf das Eis zurück. Und die Kondition? „Natürlich freue ich mich auf dieses Spiel. Wie die Kondition ist, das wird man dann ­sehen“, schmunzelt der frühere ­Verteidiger vor dem ­Duell ehe­maliger Dynamos aus Weißwasser und Berlin.

Für die Kölner Haie hat Mirko ­Lüdemann insgesamt 1197 Pflichtspiele bestritten. Von 1993 bis 2006 spielte er ununterbrochen in der Domstadt. Der Mann mit der ­Rückennummer 12 erspielte und erkämpfte sich in dieser Zeit den Spitznamen „Der ewige Hai“.

Inzwischen arbeitet Lüdemann in der Geschäftsstelle des Clubs und ist dort für die Betreuung der Sponsoren zuständig. In Köln hat er im Mai auch ­seine langjährige Lebensgefährtin Rebecca geheiratet. 2011 kam ­Tochter Leni zur Welt.

Begonnen hat seine lange und erfolgreiche Eishockey-Karriere ­allerdings in Weißwasser. „Gescoutet“, wie sich Mirko Lüdemann erinnert, wurde er im Schulsport. „Ich habe mich damals wohl nicht ganz so schlecht angestellt.“ In der Laufgruppe erlernte er dann das Schlittschuhlaufen und wurde anschließend in den einzelnen Nachwuchsteams ausgebildet. Geprägt hat Lüdemann vor allem die Zeit mit Rainer Mann, der ihn vom Schüler bis zum Juniorenbereich betreute. Bis 1990 spielte er in Weißwasser, danach folgte ein dreijähriges Gastspiel in der Nachwuchsliga in Kanada. 1993 kam Lüdemann wieder nach Deutschland und unterschrieb bei den Kölner Haien. Im Trikot des Deutschen Eishockey-Bundes bestritt er insgesamt 132 Spiele und erzielte 13 Treffer – darunter das entscheidende Tor zur Olympia-Qualifikation 2002.

An diesem Freitag feiert Mirko Lüdemann seinen 44. Geburtstag. Die Rückkehr nach Weißwasser anlässlich des Jubiläumsspiels hat er ­übrigens mit einem Besuch bei seinem ehemaligen Trainer Rainer Mann verbunden. Auch in der Zeit als Profi kam Lüdemann regel­mäßig zurück. „Weißwasser ist meine ­Heimat, hier sind meine Wurzeln. Hier leben meine Familie und viele meiner Freunde.“ Im Sommer spielte der ehemalige Profi oft Fußball bei Grün-Weiß Weißwasser – als Vor­bereitung auf die neue ­Saison.

Nur mit einem Engagement bei den Lausitzer Füchsen hat es am Ende der Karriere doch nicht  mehr geklappt, auch wenn viele Fans sich das gewünscht haben. Dabei gab es im vergangenen Jahr durchaus das Interesse aus Weißwasser an einer Heimkehr als Zweitliga-Profi. Lüdemann verrät: „Es gab vorsichtige ­Annäherungsversuche. Aber ich wollte das eigentlich nicht mehr. Ich war damals 42 Jahre und wusste nicht, ob ich meinen eigenen Anforderungen überhaupt noch gerecht werden kann. Nach so einer langen Karriere wollte ich nicht wie Falschgeld über das Eis stolpern.“

An diesem Samstag wird Mirko Lüdemann zum zweiten Mal in der neuen Weißwasseraner Eis­arena auflaufen. Seine Premiere ­feierte er im August 2015 beim Abschiedsspiel von Torhüter Sebastian Elwing. Für seinen Heimatverein wechselt Lüdemann gern noch einmal vom Bürostuhl auf das Eis zurück.

Lüdemann (r.) hat 1197 Pflichtspiele für Köln bestritten. 2016 beendete er seine Karriere.
Lüdemann (r.) hat 1197 Pflichtspiele für Köln bestritten. 2016 beendete er seine Karriere. FOTO: imago sportfotodienst / imago/Manngold