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| 02:41 Uhr

Lausitzer Füchse wollen viel Tempo machen

Trainer Hannu Järvenpää bastelt noch am Kader.
Trainer Hannu Järvenpää bastelt noch am Kader. FOTO: Heide/thd1
Weißwasser. Die Füchse zahlen bei der Heimniederlage gegen die Eisbären viel Lehrgeld. Die acht Gegentore könnten aber gut angelegtes Geld sein. Denn das Team hat in diesem Spiel auch gezeigt, was man von ihm erwarten darf: Eishockey mit viel Tempo. Frank Noack

Mit einer 1:8-Pleite in die Serie der Vorbereitungsspiele zu starten, ist normalerweise kein Grund zur Freude. In Weißwasser sah man am Freitagabend nach dem Duell der Lausitzer Füchse gegen die Eisbären Berlin trotzdem kaum lange Gesichter. Im Gegenteil: Die Fans erfreuten sich an der couragierten Leistung, welche die Mannschaft speziell im ersten Drittel zeigte und in dieser Phase auch zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Patrik Parkkonen (6. Minute) kam. Die Verantwortlichen der Füchse wiederum konnten den bislang überaus harmonisch verlaufenden Start der Kooperation mit dem siebenfachen DEL-Champion auf der Habenseite verbuchen. Als beide Mannschaften nach dem Spiel im VIP-Raum der Weißwasseraner Eisarena gemeinsam die Kohlenhydratspeicher mit Nudeln wieder auffüllten, hatte man das Gefühl: Hier isst zusammen, was zusammengehört.

Von so viel Harmonie war das Verhältnis der einstigen Erzrivalen um die DDR-Meisterschaft wahrscheinlich noch nie geprägt. Irgendwann am späten Abend richtete der neue Füchse-Trainer Hannu Järvenpää dann aber den Blick doch wieder auf die sportlichen Faktoren eines solchen Eishockey-Spiels. "Einmal pro Saison gegen so ein Topteam zu spielen und hoch zu verlieren, reicht", sagte der Finne.

Järvenpää verliert nicht gern. Auch nicht gegen ein Topteam wie die Eisbären Berlin. Vor allem im zweiten Drittel drehten die Gäste trotz ihres aufgrund von Verletzungen diesmal nur sehr kleinen Kaders mächtig auf und stellten die Füchse vor unlösbare Aufgaben. Järvenpää und seine Spieler kassierten am Ende des zweiten Drittels nicht nur drei Gegentore innerhalb von zwei Minuten, sondern zahlten auch jede Menge Lehrgeld.

Dieses Lehrgeld könnte im Hinblick auf die kommende Saison in der DEL2 aber gut angelegt sein. Denn die Füchse deuteten selbst gegen so einen starken Gegner an, wie das künftige Erfolgsrezept aussehen könnte: Sie wollen mit hohem Tempo den Gegner beeindrucken.

Phasenweise gelang das sogar gegen die Eisbären. "Die Füchse sind mit viel Geschwindigkeit über die Außenpositionen gekommen. Ich habe viele gute Ansätze bei Weißwasser gesehen", lobte der Berliner Trainer Uwe Krupp.

Zieht man einmal die übliche Portion Höflichkeit gegenüber dem sportlichen Kontrahenten ab, die Krupp am Freitagabend gewohnt professionell rüberbrachte, dann bleiben trotzdem immer noch einige positive Aspekte aus diesem ersten Vorbereitungsspiel übrig. Neben Torschütze Parkkonen zum Beispiel die Übersicht von Jakub Svoboda, der durchaus zum neuen Sturmführer avancieren könnte. Oder einige Paraden des jungen Tor hüters Jimmy Hertel, der trotz der acht Gegentore von Trainer Järvenpää zum besten Spieler des Abends gekürt wurde. Oder die Spielfreude, mit der Florian Lüsch und Jeff Hayes phasen weise schon unterwegs waren. "Meine Jungs hatten wegen der harten Vorbereitung schwere Beine. In der Saison wird das alles noch schneller und besser aus sehen", betont Järvenpää.

Eine Prognose, die gleichzeitig Verpflichtung für die nächsten Trainingswochen bis zum Saisonstart am 16. September ist. Zumal auch der Kader noch nicht ganz komplett ist. Sean Fischer fehlte gegen Berlin wegen einer Knöchelverletzung. Nick Bruneteau ist bis Anfang September an die Eisbären ausgeliehen. Dafür tauchte mit dem jungen Gregor Kubail (20) von den Saale Bulls Halle kurzfristig ein neues Gesicht im Kader auf. Routinier Miroslav Jenka hat den Fuchsbau nach einer Woche Probetraining dagegen erst einmal wieder verlassen. Man bleibe aber mit dem erfahrenen Stürmer in Kontakt, heißt es offiziell.

Dass hohe Niederlagen gut angelegtes Lehrgeld sein können, hat übrigens Hannu Järvenpää vor vier Jahren auf einer früheren Trainerstation schon erfahren. "Mit Klagenfurt haben wir mal ein Testspiel gegen Vit kovice sogar 1:9 verloren", berichtete der Finne am Freitagabend und ergänzte lächelnd: "Wir haben danach eine gute Saison gespielt."

Die Füchse-Spieler Elias Ostwald (l.) und André Mücke attackieren hier den Berliner Nick Petersen.
Die Füchse-Spieler Elias Ostwald (l.) und André Mücke attackieren hier den Berliner Nick Petersen. FOTO: Heide/thd1