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| 14:26 Uhr

Eishockey-Spektakel unter freiem Himmel
Lausitzer Füchse wollen im FCE-Stadion spielen

 Fotos: Steffen Beyer, Thomas Heide/Montage: Katrin Janetzko/LR
Fotos: Steffen Beyer, Thomas Heide/Montage: Katrin Janetzko/LR FOTO: imago/Steffen Beyer/Thomas Heide / imago sportfotodienst/Thomas Hei
Weißwasser. Es ist eine spektakuläre Vision: Eishockey vor großer Kulisse im Stadion der Freundschaft in Cottbus. Die Weißwasseraner Pläne für ein solches Freiluftspiel sollen jetzt konkretisiert werden. Von Frank Noack

Ein solches Spiel unter freiem Himmel wäre ein Traum für die Eishockey-Fans der Region. Die Lausitzer Füchse denken darüber nach, eine reguläre Liga-­Partie der DEL2 im Stadion der Freundschaft in Cottbus zu bestreiten. „Der Gedanke ist schon seit 2016 in den Köpfen. Aber es sind noch viele, viele Gespräche nötig“, sagt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach gegenüber der RUNDSCHAU. „Im Moment ist es vor allem eines – nämlich eine Vision.“

Genau wie in der DEL gibt es auch in der zweithöchsten deutschen Spielklasse sogenannte Event-Games, also Spiele unter freiem Himmel. Im Januar 2016 waren die Lausitzer Füchse an der Premiere dieses Spektakels beteiligt. Im Fußballstadion von Dynamo Dresden spielten sie im Januar 2016 gegen die Eislöwen Dresden. Vor 31 853 Zuschauern unterlag Weißwasser damals in der Verlängerung mit 3:4.

Seitdem ist die Idee eines Heimspiels  unter freiem Himmel in den Köpfen von Rohrbach & Co. „Wir würden damit ein Highlight für die gesamte Lausitz schaffen“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

In der DEL2 gab es erst zwei ­solcher Event-Games. Neben dem Spiel in Dresden hatten im September 2016 die Löwen Frankfurt mit der Partie gegen die Kassel ­Huskies die DEL2-Spielzeit 2016/17 er­öffnet. Gespielt wurde in der ­Commerzbank-Arena, der Heimstätte der Bundesliga-Fußballer von Eintracht Frankfurt.

Dabei wird eine 60 x 30 Meter ­große Eisfläche auf dem Rasen installiert. Wie groß der Aufwand für dieses Spektakel unter freiem Himmel ist, zeigen die Zahlen vor drei Jahren in Dresden. Für das Event im Dynamo-Stadion wurden 90 Kilometer Rohre verlegt, damit 180 000 Liter Wasser gefrieren konnten und eine bis zu zehn Zentimeter dicke Eisfläche entstand. Drei Stromgeneratoren und zwei Eis­maschinen waren im Einsatz. Rund 600 000 Euro ließen sich die Organisatoren das Spektakel kosten.

Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Finanzierung für die Clubs nur dann rechnet, wenn eine Förderung durch die öffent­liche Hand von bis zu 60 Prozent vorhanden ist. Entsprechende Gespräche wollen noch im Februar auch die Lausitzer Füchse führen.

Am 31. Januar endete die Bewerbungsfrist für ein mögliches Event-Game in der Saison 2019/2020. Die Füchse haben sich dafür allerdings noch nicht beworben. „Weil die Vorbereitungszeit einfach zu kurz wäre“, erklärt Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Er veranschlagt dafür mindestens 13 Monate. Geplant ist, sich für 2021/22 zu bewerben, weil diese Spiele in der DEL2 alle zwei Jahre stattfinden sollen.

Die DEL2 teilte unterdessen mit, dass mehrere Bewerbungen eingegangen seien. Diese werden nun bis April geprüft und inhaltlich besprochen. DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch: „Ich freue mich, dass gleich mehrere Bewerber Interesse zeigen, ein drittes DEL2-Event-Game auszurichten. Für uns heißt es damit allerdings auch, die Qual der Wahl zu haben, denn am Ende ­werden wir uns für ein Spiel entscheiden müssen.“

Nach Informationen der RUNDSCHAU gehören zu diesen drei Bewerbern auch die sächsischen ­Liga-Konkurrenten Eislöwen ­Dresden und Eispiraten Crimmitschau. ­Dresden will erneut im Dynamo-Stadion spielen, die Eispiraten ziehen sowohl die Skisprung-Schanze in Klingenthal (Vogtland-Arena) als auch das Westsachsen-Stadion des FSV  Zwickau in Betracht. Dazu kommt der EC Bad Nauheim, der mit dem Stadion von Kickers Offenbach ins Rennen um das Event-Game für 2019/20 geht.

Die Eishockey-Fans in der Lausitz müssen sich also noch gedulden, bis unter freiem Himmel gespielt werden kann. Doch die Vision, dass die ­Füchse im Stadion von Energie Cottbus ­auflaufen, diese Vision lebt.