ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:04 Uhr

Eishockey
Lausitzer Füchse wollen die Abwehr doppelt verstärken

Die Füchse gehören zu den drei Teams mit den meisten Gegentoren.
Die Füchse gehören zu den drei Teams mit den meisten Gegentoren. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die RUNDSCHAU kennt den Rettungsplan der Lausitzer Füchse: Stürmer Viktor Lennartsson ist endgültig weg und schon jetzt Publikumsliebling in Landshut. Mit Verstärkungen für die Defensive will Weißwasser den Kampf um den Klassenerhalt in der DEL2 aufnehmen. Von Frank Noack

Bei den Lausitzer Füchse ist am Wochenende eine wichtige Personalentscheidung gefallen – weitere Entscheidungen könnten in den kommenden Tagen folgen. Denn mit dem endgültigen Abgang des schwedischen Stürmers Viktor Lennartsson zum ambitionierten Süd-Oberligisten EV Landshut hat der Eishockey-Zweitligist ganz bewusst die Voraussetzungen für zusätzliche Kader-Änderungen mit Blick auf die entscheidende Saisonphase geschaffen. Weißwasser liegt derzeit auf Rang zwölf in der DEL2 und hat kaum noch Chancen auf den vorzeitigen Klassenerhalt, sodass der Gang in die Playdown-Runde droht.

Und für diesen Showdown um den Klassenerhalt soll vor allem die Abwehr verstärkt werden. „In der Offensive sind wir immer für Torchancen gut, auch wenn wir noch viel zwingender werden müssen. Unser großes Problem ist aber die Abwehr. Man sieht deutlich, dass sie wackelt“, betont Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. „Wir lassen zu viele einfache Schüsse des Gegners zu.“

Auch die Statistik sieht nicht gut aus. Weißwasser liegt auf dem drittvorletzten Platz und gehört zu jenen drei Teams mit den meisten Gegentoren. „Darauf müssen und werden wir reagieren. Wir wollen die Abwehrprobleme möglichst kurzfristig in den Griff bekommen“, kündigt Rohrbach an.

Die RUNDSCHAU kennt den Plan: Die Füchse suchen sowohl einen deutschen als auch einen ausländischen Verteidiger. Geplant ist, dass schon in den kommenden Tagen ein Try-out-Spieler in den Fuchsbau kommt, der sich für einen Vertrag bis Saisonende empfehlen kann.

Die Füchse wollen mit fünf Ausländern in die entscheidende Saisonphase gehen, um für den Fall von Verletzungen gewappnet zu sein. Der Abgang eines weiteren Kontingentspielers neben Viktor Lennartsson ist also nicht geplant. Rohrbach erklärt: „Unser Kader ist qualitativ nicht so gut besetzt, dass wir mit nur drei Ausländern in die entscheidende Phase gehen können, falls sich jemand verletzten sollte.“

Das bedeutet: Es wird wieder auf einen Konkurrenzkampf unter den Ausländern hinauslaufen. Das heißt aber auch, dass im Falle der Verpflichtung eines weiteren Kontingent-Verteidigers möglicherweise auch mal ein Stürmer auf die Tribüne muss. Denn in der DEL2 dürfen pro Partie nur vier Ausländer mitwirken.

Um diesen Abwehrplan-Plan realisieren zu können, ließ man den zunächst nur ausgeliehenen Viktor Lennartsson endgültig in Richtung EV Landshut ziehen. Der 24-jährige Stürmer aus Schweden musste in Weißwasser als überzähliger Kontingentspieler auf die Tribüne. In Landshut sorgt Lennartsson dagegen für viel Schwung. In elf Partien hat er bereits zwölf Tore für die Mannschaft von Trainer Axel Kammerer erzielt.

„Wir sind sehr glücklich, Viktor Lennartsson bis Saisonende bei uns zu haben. Mit ihm gewinnt unser Team enorm an Qualität. Axel Kammerer besitzt eine zusätzliche Option für die entscheidende Phase der Saison“, erklärt EVL-Geschäftsführer Ralf Hantschke. Der Ex-Weißwasseraner trat Ende Dezember seinen Job bei den Niederbayern an, für die er auch schon als Spieler aktiv war.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach sagt: „Natürlich wissen wir um die Torqualität von Lennartsson. Aber ich sehe trotzdem nicht, dass er an einem unserer ausländischen Stürmer vorbeigekommen wäre. Außerdem hat er klar signalisiert, dass er spielen will.“

Der EV Landshut stürmte am Freitagabend mit einem 2:1-Derbysieg gegen Rosenheim an die Tabellenspitze der Oberliga Süd und peilt den Aufstieg in die DEL2 an. Lennartsson steuerte einen Treffer bei und wurde anschließend von den Fans mit „Lenny, du bist ein Landshuter“, gefeiert. Der Stürmer betont: „Mir gefällt die Stadt, die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen und die Fans sind einfach super – ich freue mich auf die nächsten Monate.“

Die Füchse-Youngster Marius Stöber und Lars Schiller sind derzeit in der Oberliga unterwegs, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Stöber, der nach einer langwierigen Fußverletzung um den Anschluss kämpft, spielt für den Kooperationspartner Selber Wölfe. Schiller wurde an die Saale Bulls Halle ausgeliehen – beide jeweils für ein Wochenende.