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| 19:18 Uhr

Füchse verlieren Saisonauftakt gegen Eisbären
Endlich wieder Eishockey im Fuchsbau

Schlagfertig: Füchse-Neuzugang Clarke Breitkreuz (l.) ist mit Eisbär Danny Richmond irgendwie nicht einer Meinung.
Schlagfertig: Füchse-Neuzugang Clarke Breitkreuz (l.) ist mit Eisbär Danny Richmond irgendwie nicht einer Meinung. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse eröffnen die neue Saison mit einer 1:4-Niederlage gegen die Eisbären Berlin. Die wichtigste Botschaft ist aber, dass überhaupt wieder gespielt wird. Von Steven Wiesner

Der Halbendorfer See ist zwar noch fest in der Hand der Sommer- und Badetouristen, trotzdem wird ein paar Autominuten weiter ab sofort wieder Eishockey gespielt. Nach fünf Monaten ohne Bully, Bodycheck und Boiarchinov-Tore haben die Lausitzer Füchse am Sonntag ihre neue Saison eröffnet. Längst sind die Jubelschreie vom Abend des 27. März verklungen in der Eisarena, als Weißwasser mit einem 6:3 gegen Playdown-Gegner Bayreuth den Klassenerhalt geschafft und eine weitere Spielzeit in der 2. Deutschen Eishockey-Liga (DEL2) gebucht hatte. Neue Momente und Erinnerungen müssen her. Und deshalb skandierten die 2595 Fans beim ersten Testspiel gegen die Eisbären Berlin lautstark: „Endlich wieder Eishockey!“

Sowohl für den Zweitligisten aus der Lausitz als auch für den großen Bruder aus der Hauptstadt war es der erste Aufgalopp in die neue Eiszeit. Der amtierende Vizemeister und Kooperationspartner der Füchse hatte zwar den Bad Muskauer Frank Hördler mit Adduktorenbeschwerden zuhause lassen müssen, dafür aber die Olympia-Silbermedaillengewinner von Pyeongchang Jonas Müller und Marcel Noebels mitgebracht. Gut möglich, dass es gerade für Letzteren einer der letzten Auftritte als Eisbär war, da Noebels nächsten Monat im NHL-Trainingscamp der Boston Bruins Werbung für sich machen will.

In Weißwasser gehörte der Nationalspieler in jedem Fall nochmal zu den Torschützen beim 4:1-Erfolg der Berliner. Bei denen hütete im Übrigen Maximilian Franzreb das Tor, der in der vorangegangen Saison noch den Füchse-Kasten sauber gehalten hatte. Dieser Umstand führte zu der Rarität, dass das Weißwasseraner Publikum vermutlich zum ersten Mal auch den gegnerischen Goalie für Paraden feierte.

Sah bei seiner Premiere einen
ordentlichen Auftritt seiner Truppe: Füchse-Trainer Corey Neilson.
Sah bei seiner Premiere einen ordentlichen Auftritt seiner Truppe: Füchse-Trainer Corey Neilson. FOTO: Thomas Heide

Franzreb gewährte seinen alten Kollegen auch noch einen versöhnlichen Abschluss. Das Ehrentor der Füchse in der vorletzten Minute wurde durch Charlie Jahnke vorbereitet und durch Cedric Schiemenz vollstreckt und war somit passenderweise eine Koproduktion zweier Eisbären-Gewächse.

Die beeindruckendste Vorführung, wie man sich bei seinen neuen Fans gleich mal beliebt macht, lieferte aber Clarke Breitkreuz. Der 26-jährige Stürmer, der vom Ligarivalen aus Frankfurt kommt, zeigte sich zunächst bei der Teamvorstellung vor der Halle gesprächsbereit und sagte: „Die Halle hier ist kleiner als die, die ich aus Frankfurt kenne, aber das ist mir egal. Ich habe gehört, dass Weißwasser die besten Fans der Liga hat. Und darauf freue ich mich.“ Und schlagfertig ging es weiter auf dem Eis, als er sich den Berliner Danny Richmond vorknöpfte und direkt vor dem Füchse-Fanblock eine Schlägerei anzettelte. Eine lockere Zunge und schnelle Fäuste – mehr braucht es manchmal nicht, um ein neuer Publikumsliebling zu werden.

Füchse-Pressesprecher Ronald Byron (r.) machte die Fans vor dem Spiel mit der neuen, veränderten Mannschaft bekannt.
Füchse-Pressesprecher Ronald Byron (r.) machte die Fans vor dem Spiel mit der neuen, veränderten Mannschaft bekannt. FOTO: Thomas Heide