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| 19:14 Uhr

Eishockey
Freiburg verdirbt Füchsen die Motto-Party

Füchse-Stürmer Feodor Boiarchinov (l.) und Dennis Meyer kämpfen um den Puck.
Füchse-Stürmer Feodor Boiarchinov (l.) und Dennis Meyer kämpfen um den Puck. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Der Eissport in Weißwasser feiert an diesem Wochenende seinen 85. Geburtstag. Das wichtige Kellerduell in der DEL2 geht aber verloren, weil die Füchse diesmal nicht so kreativ sind wie ihre Fans. Von Frank Noack

Die Lausitzer Füchse haben ausgerechnet am Jubiläums-Wochenende das wichtige Kellerduell gegen den Tabellennachbarn Wölfe Freiburg am Sonntag mit 2:5 verloren. Trotz des 5:3-Auswärtssieges am Freitagabend beim ESV Kaufbeuren verpasst Weißwasser damit den Sprung auf einen Pre-Playoff-Platz in der DEL2. Das Team von Trainer Robert Hoffmann bleibt auf Rang zwölf.

Dabei gab es schon lange nicht mehr so viel Blau und Gelb im Fuchsbau wie am Sonntag! Mit hunderten Fähnchen, die beim Einlaufen der beiden Teams geschwenkt wurden, feierten die Fans den 85. Geburtstag des Eissports in Weißwasser. Die Füchse spielten in Jubiläums-Trikots, auf denen ein Motiv von den Anfängen auf dem Braunsteich im Jahr 1932 zu sehen war. Die Fan-Edition der Trikots war im Stadionshop übrigens schon vor dem ersten Bully ausverkauft. Und auch die Anhänger hinter dem Tor hatten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Denn für jedes Drittel gab es ein großes Motto-Transparent.

„Am Braunsteich wurdest du geboren“
Vor 2232 Zuschauern starteten die Gastgeber äußerst schwungvoll in die blau-gelbe Jubiläums-Party. Sie erspielten sich mehrere Großchancen in der Startphase. Aber auch Thomas Götz und Artur Tegkaev scheiterten in der 5. Minute mit ihrem schönen Spielzug an Gäste-Keeper Miroslav Hanuljak. Das erste Tor fiel jedoch durch Tobias Kunz (12.) auf der anderen Seite. Roberto Geiseler sorgte in der 17. Minute für den verdienten 1:1-Ausgleich. Sein Flachschuss rutschte durch die Schoner von Hanuljak ins Netz.

„Du bist deutscher Rekordmeister“
Mit zwei weiteren Toren durch Tobias Kunz (22.) und Nikolas Linsenmaier (26.) zogen die Gäste im zweiten Drittel auf 3:1 davon und schockten den „Rekordmeister“, der in der DDR insgesamt 25 Mal den Meistertitel geholt hatte. Weißwasser rannte zwar an, aber Miroslav Hanuljak im Freiburger Tor war in dieser Phase einfach nicht zu bezwingen.

„Oh, du großer ESW“
Angesichts des 1:3-Rückstandes war das Motto für das dritte Drittel durchaus gewagt. Aber es bezog sich natürlich auf die 85-jährige Eishockey-Tradition in Weißwasser. Deshalb stimmten die Anhänger zwischendurch einfach mal ein „Happy Birthday an. Christian Neuert holte die Fans mit dem 2:3-Anschlusstreffer in der 45. Minute dann wieder in die Jetzt-Zeit zurück. Nach einem Fehler in der Füchse-Defensive kam Freiburg aber kurz danach zum 4:2 durch Christian Billich (49.). Die Füchse waren bei ihren Offensivbemühungen zumindest an diesem Tag allerdings nicht so kreativ wie ihre Fans. Marc Wittfoth traf in der Schlussminute zum 2:5-Endstand ins leere Tor. Trotz der Enttäuschung über die Niederlage besangen die Fans auf den Rängen noch lange nach Spielende voller Inbrunst die „85 Jahre“.

Leos Sulak (Freiburg): „Es macht mir gar nicht so viel aus, dass wir den Füchsen den Geburtstag verdorben haben. Ich bin froh, dass wir diese drei Punkte geholt haben. Wir haben sehr schlecht angefangen. Ob das die Busbeine waren? Unser 1:0 war etwas glücklich. Danach haben die Jungs sehr clever gespielt. Das war taktisch eine sehr gute Leistung.“

Robert Hoffmann (Weißwasser): „Diese Niederlage ist richtig ärgerlich. Aber ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben alles probiert. Wir haben gut angefangen. Mit dem zweiten Drittel war ich nicht so zufrieden. Im dritten Drittel waren wir eigentlich dran, aber am Ende hat die clevere Mannschaft gewonnen.“

Lausitzer Füchse – Wölfe Freiburg 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)
Tore: 0:1 Kunz (12.), 1:1 Geiseler (17.), 1:2 Kunz (22.), 1:3 Linsenmaier (26.), 2:3 Neuert (45.), 2:4 Billich (49.), 2:5 Wittfoth (60.); Schiedsrichter: Singaitis/Westrich; Zuschauer: 2232; Strafminuten: 4/10.

Marius Schmidt (l.) und Torschütze Roberto Geiseler jubeln vor dem „Braunsteich“-Plakat über den 1:1-Ausgleich.
Marius Schmidt (l.) und Torschütze Roberto Geiseler jubeln vor dem „Braunsteich“-Plakat über den 1:1-Ausgleich. FOTO: Thomas Heide