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Eishockey
Füchse verlieren bei Tore-Flut den Überblick

Marius Schmidt (M.) arbeitet hart vor dem Gäste-Tor.
Marius Schmidt (M.) arbeitet hart vor dem Gäste-Tor. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Plötzlich ist der Favorit unter Druck. Die Lausitzer Füchse liegen nach zwei Niederlagen in den Playdowns gegen Bayreuth jetzt 1:2 zurück. Vor allem in der Abwehr machen sie zu viele Fehler. Von Frank Noack

Die Lausitzer Füchse sind in der Playdown-Serie gegen die Bayreuth Tigers ins Hintertreffen geraten. Weißwasser verlor das dritte Spiel am Sonntagabend mit 5:6 nach Verlängerung. Die späte Entscheidung in diesem Eishockey-Krimi mit vielen Toren fiel in der 73. Minute durch den Treffer von Ivan Kolozvary. In der Serie nach dem Modus „best of seven“ liegt Außenseiter Bayreuth mit 2:1 vorn. Für den Klassenerhalt in der DEL2 sind vier Erfolge nötig. Spiel Nummer vier findet am Dienstag um 20 Uhr in Bayreuth statt..

In jedem Fall steckt spätestens jetzt jede Menge Brisanz in dieser Serie. Dafür hat nicht zuletzt die umstrittene Attacke von Sergej Stas gegen Füchse-Stürmer Feodor Boiarchinov am Freitagabend beim Bayreuther 2:1-Sieg nach Verlängerung gesorgt. Ohne, dass der Puck in der Nähe war, rammte Stas nach nur 30 Sekunden den sichtlich unvorbereiteten Boiarchinov mit einem Check gegen Kopf- und Nackenbereich nieder. Die Schiedsrichter ließen die Aktion ungeahndet und auch der DEL-Disziplinarausschusses sah nach RUNDSCHAU-Informationen von einer nachträgliche Sperre ab. Aus Sicht von Füchse-Trainer Robert Hoffmann ein Fehler, denn: „Es war definitiv eine Strafe.“

Der Empfang von Stas am Sonntag in Weißwasser fiel entsprechend frostig aus. Der Tigers-Stürmer wurde bei der Teamvorstellung mit einem gellenden Pfeifkonzert bedacht. Boiarchinov, der zu den Leistungsträgern im Füchse-Team gehört, konnte übrigens nicht spielen. Er klagt nach wie vor über Schwindelgefühle.

Phasenweise schwindlig wurde es auch den 2520 Zuschauern angesichts der wilden Fahrt auf dem Eis. Vor allem im zweiten Drittel fielen die Tore am laufenden Band. Roope Ranta sorgte für die Weißwasseraner Treffer Nummer drei und vier – Bayreuth blieb aber keine Antwort schuldig und konnte innerhalb kurzer Zeit jeweils ausgleichen. Im ersten Drittel hatten Anders Eriksson und Ryan Warttig für die Füchse getroffen. Anthony Luciani brachte die Gäste am Ende des zweiten Drittels sogar mit 5:4 in Führung (39.).

Der Favorit wankte jetzt von einem Fehler zum nächsten. Aber er kämpfte sich ins Spiel zurück. David Kuchejda traf zum 5:5-Ausgleich (49.) und machte damit den Weg frei für die Verlängerung.

Bemerkenswert: Die beiden Nachwuchsspieler Maximilian Adam und Charly Jahnke stehen derzeit beinahe jeden Tag auf dem Eis. Einen Tag nach dem Playdown-Auftakt im Fuchsbau spielten beide am Mittwoch mit den Eisbären Juniors in Berlin die erste Finalpartie in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) gegen die Jungadler Mannheim. Am Freitag fuhren sie mit den Füchsen nach Bayreuth, am Samstag ging es dann per Zug nach Mannheim zum zweiten DNL-Finalspiel. Und am Sonntag waren Adam und Jahnke schon wieder in Weißwasser für die Füchse im Einsatz. Fünf ­Spiele in sechs Tagen – was für ein kräftezehrendes Programm!

Sergej Waßmiller (Bayreuth): „Es war wieder ein umkämpftes Spiel mit vielen Toren. Für die Zuschauer war es sehr interessant – ich als Trainer bekomme graue Haare. Es hat viel Kraft gekostet, aber meine Jungs waren geduldig.“

Robert Hoffmann (Weißwasser): „Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen. Warum? Weil Bayreuth in der Verlängerung das Tor geschossen hat. Wir hatten zwar auch viele Chancen, aber sie sind eben nicht reingegangen. Wir müssen endlich wieder einfacheres Eishockey spielen.“

Lausitzer Füchse - Bayreuth Tigers 5:6 n.V. (2:2, 2:3, 1:0/0:1)
0:2 Bartosch (2.), 1:1 Eriksson (6.), 2:1 Warttig (8.), 2:2 Pavlu (19.), 3:2 Ranta (31.), 3:3 S. Busch (32.), 4:3 Ranta (34.), 4:4 Gläser (35.), 4:5 Lucaini (39.), 5:5 Kuchejda (49.), 5:6 Kolozvary (73.); Schiedsrichter: Melia/Gogulla; Zuschauer: 2520; Strafminuten: 20/20 + 5 + Spieldauerdisz. (V. Busch).

Playdown-Stand (“best of seven“): 1:2

Das nächste Spiel: Bayreuth Tigers - Lausitzer Füchse am Dienstag um 20 Uhr.

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