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| 10:40 Uhr

Weißwasser startet in die Playoffs gegen Kaufbeuren
Lausitzer Füchse sind Außenseiter de luxe

 Fabian Dietz (r.) und die Füchse gewannen in der DEL2-Hauptrunde drei der vier direkten Duelle gegen den ESV Kaufbeuren.
Fabian Dietz (r.) und die Füchse gewannen in der DEL2-Hauptrunde drei der vier direkten Duelle gegen den ESV Kaufbeuren. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Weißwasser startet am Freitag in die Playoffs gegen Kaufbeuren. Es könnte eine enge Serie werden, weil beide Teams ähnliches Eishockey spielen. Die Torwart-Frage im Fuchsbau scheint geklärt - zumindest für das erste Spiel. Von Frank Noack

Start frei für die #GeilsteZeit! Unter diesem Hashtag, also einem Schlagwort, fiebern die Fans und auch die Vereine in den sozialen Netzwerken im Internet den Playoffs im Eishockey ent­gegen. Die Lausitzer Füchse legen an diesem Freitag beim ESV Kaufbeuren los (Beginn um 19.30 Uhr). Legt man die Bilanz beider Teams in der DEL2-Hauptrunde zu Grunde, dann könnte es ein enges und ausgeglichenes Viertelfinale werden.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach beziffert die Chancen auf „50:50“. Und er setzt darauf, dass sich das am letzten Spieltag der Hauptrunde doch noch ver­loren gegangene Heimrecht vielleicht sogar als psychologischer Vorteil erweist. „Durch das Heimrecht liegt die ­Favoritenrolle ein wenig mehr bei Kaufbeuren“, betont Rohrbach.

Wenn Kaufbeuren der Favorit ist – sind die Füchse dann der Außenseiter? Nicht wirklich. Weißwasser nimmt dieses Viertelfinale eher als Außenseiter de luxe in Angriff und will zum ersten Mal seit der ­Saison 2008/09 wieder in die Runde der besten vier Teams einziehen.

In der Tat weisen beide Teams erstaunlich viele Parallelen auf. Nach 52 Spielen der Hauptrunde kamen sie auf jeweils 92 Punkte. Für Weißwasser ist es die beste Ausbeute in der Vereinsgeschichte. Am Ende gab die um sechs Treffer bessere Tor­differenz den Ausschlag zugunsten von Kaufbeuren im Kampf um Platz vier und damit das Heimrecht im möglichen Entscheidungsspiel in dieser Serie nach dem Modus „best of seven“. Wer vier Siege auf seinem Konto hat, zieht also in das Halb­finale ein.

Genau wie Füchse-Coach Corey Neilson bevorzugt auch sein Kauf­beurer Trainer-Kollege Andreas Brockmann ein sehr schnelles und auf spielerische Momente ausgerichtetes Eishockey. Mit 27 Drei-Punkte-Siegen hält Kaufbeuren ligaweit die Bestmarke in dieser Rangliste. Weißwasser liegt mit 25 Dreiern auf Rang sechs. Entsprechend groß ist der Respekt. „Kaufbeuren ist ein sehr starkes Team“, analysiert Neilson den Kontrahenten. „Sie werden gut gecoacht, schießen oft aufs Tor und haben Spieler, die den Unterschied ausmachen können.“ Mit Sami Blomqvist haben die Allgäuer den besten Torschützen der DEL2 in ihren Reihen. Der Finne hat in 50 Partien 39 Mal getroffen.

FOTO: LR / Elisabeth Wrobel

Von seinem eigenen Team wünscht sich Neilson nicht mehr und nicht weniger, als an die historisch starke Hauptrunde anzuknüpfen. „Ich erwarte, dass ­meine Mannschaft mit Herz spielt – so wie bisher in der ­gesamten Saison“, ­fordert der Füchse-Coach.

Aber auch beim ESV Kaufbeuren blickt man dem Playoff-Start an diesem Freitag mit großen Hoffnungen entgegen. Branden Gracel, der im Sturm die Fäden zieht, erklärt im Interview mit der Fach­zeitung „Eishockey News“: „Wenn die Playoffs starten, dann ist das immer eine komplett andere Saison. Jeder schraubt sein Spiel nochmal hoch, es ist dann härteres Eishockey.“

Die Hauptrunde ist jetzt Makulatur. Und damit auch die Tatsache, dass Weißwasser drei der vier direkten Duelle für sich entscheiden konnte. Dafür hatte Kaufbeuren das bessere Finish, gewann die vier letzten Partien der Hauptrunde. Weißwasser verlor dagegen vier der letzten fünf Spiele.

Worauf wird es also aus Sicht des Außenseiters de luxe ankommen? Wenn das Neilson-Team mit allen vier Reihen tempomäßig in Schwung kommt, dann ist es schwer zu stoppen. Zudem können alle vier Reihen punkten. Deutlich verbessern muss sich das Überzahlspiel. In dieser Statistik sind die Füchse das zweitschlechteste Team der Liga.

Die Playoff-Erfahrung spricht zwar eindeutig für den ESV Kaufbeuren. Immerhin zogen die Allgäuer in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils in das Halb­finale ein. Aber deshalb sind sie ja auch der gefühlte Favorit in dieser Serie.

Und die Lausitzer Füchse eben der Außenseiter de luxe.  Sie können sich zumindest im ersten Spiel auch auf breite Unterstützung aus Berlin stützen: Neben Torhüter Maximilian Franzreb sollen auch Maximilian Adam, Vincent Hessler und Charlie Jahnke mit nach Kaufbeuren reisen.

 Füchse-Trainer Corey Neilson hat großen Respekt vor dem Gegner – aber auch viel Vertrauen in sein eigenes Team.
Füchse-Trainer Corey Neilson hat großen Respekt vor dem Gegner – aber auch viel Vertrauen in sein eigenes Team. FOTO: Thomas Heide