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Eishockey
Harte Arbeiter werden zu schlauen Füchsen

Topscorer Anders Eriksson traf auch gegen Frankfurt.
Topscorer Anders Eriksson traf auch gegen Frankfurt. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Nach dem Sieg gegen Frankfurt folgt für Weißwasser jetzt das wichtige Spiel gegen Bad Nauheim im Kampf um die Pre-Playoffs. Es geht fast schon um alles.

Von Frank Noack

Dieser umjubelte Schuss in das leere Tor hat die Tür zu den Pre-Playoffs wieder ein Stück weiter aufgemacht für die Lausitzer Füchse. Der Weißwasseraner Top­scorer Anders Eriksson hämmerte am Dienstag im Duell gegen Zweitliga-Meister Löwen Frankfurt den Puck zum 4:1-Endstand ins Netz, nachdem Gäste-Keeper Brett Jaeger bei einem verunglückten Rettungsversuch weit aufgerückt war. Für die Füchse war es der dritte Sieg innerhalb von fünf Tagen. „Wir haben die optimale Ausbeute geholt. Ich bin richtig, richtig stolz auf ­meine Jungs“, erklärt Trainer Robert Hoffmann.

Und jetzt steht mit dem Auswärtsspiel beim EC Bad Nauheim an diesem Freitag (19.30 Uhr) ein wegweisendes Duell der Tabellennachbarn im Kampf um den vorzeitigen Klassenerhalt in der DEL2 auf dem Programm. Denn die Füchse haben durch ihre jüngste Siegesserie den Abstand auf Bad Nauheim von zwölf auf sechs Punkte verkürzt. Nach Lage der Dinge werden diese beiden Teams den Kampf um den so wichtigen Pre-Playoff-Platz zehn unter sich ausmachen – diese Prognose ist zwölf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde nicht allzu gewagt.

Vor dem direkten Duell an diesem Freitag spricht zwar der Heimvorteil für Bad Nauheim, die Tendenz allerdings ganz klar für Weißwasser. Die Füchse holten sich mit dem Sieg gegen Meister Frankfurt nicht nur drei Punkte, sondern auch weiteres Selbstvertrauen. Denn so klar wie das Ergebnis war die Partie vor 1707 Zuschauern nicht. Aber die Gastgeber hielten sich in der entscheidenden Phase an die taktischen Vorgaben von Trainer Robert Hoffmann und erzielten zu Beginn des letzten Drittels den wichtigen Führungstreffer zum 2:1. „Nach unserem zweiten Tor musste Frankfurt etwas aufmachen, damit sie wieder zurückkommen. Das hat uns in die Karten gespielt“, analysiert Hoffmann. Gäste-Trainer  Paul Gardner sieht es ähnlich: „Es war ein spannendes und unterhaltsames Spiel. Mit dem zweiten Gegentor haben wir das Spiel aus der Hand gegebenen. Dadurch sind die Füchse ­stärker geworden.“

Diese nervliche Stabilität hat den Lausitzer Füchse in den vergangenen Wochen oft gefehlt. Immer wenn es kritisch wurde, unterliefen ihnen individuelle Fehler. Neuerdings laufen die engen Spiele jedoch zugunsten der Blau-Gelben. „Der Knackpunkt ist, dass wir uns in den letzten Spielen endlich belohnt haben. Wenn du Spiele gewinnst, bekommst du Selbstvertrauen. In den ersten Wochen, nachdem ich den Job übernommen habe, hatten wir Pech und haben mehrmals späte Gegentore kassiert“, analysiert Trainer Hoffmann. „Jetzt sind die Jungs an dem Punkt, wo sie das nötige Selbst­vertrauen haben und sich endlich belohnen.“

Hinter diesem Aufschwung steckt laut Hoffmann jedoch keine mentale Zauberei, sondern harte Arbeit. „Wir arbeiten jeden Tag hart
daran, dass wir auch mal so ein Spiel wie gegen Frankfurt über die Runden bringen können und kluge Entscheidungen treffen.“ Immerhin gilt ja der Fuchs als schlau. Und mittlerweile spielt das Team auch so. Vielleicht gerade noch rechtzeitig, um die Tür zu den Pre-Playoffs ganz weit aufzureißen.