| 21:03 Uhr

Eishockey
Füchse zittern rote Laterne weg

Jeff Hayes (l./im Duell mit Andreas Schwarz) erzielte die 1:0-Führung.
Jeff Hayes (l./im Duell mit Andreas Schwarz) erzielte die 1:0-Führung. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse haben mit zwei Siegen ein Lebenszeichen in der DEL2 gesendet und den Sturz an das Tabellenende verhindert. Am ersten Wochenende ohne den bisherigen Cheftrainer Hannu Järvenpää gewann Weißwasser in Riessersee und am Sonntagabend trotz eines Zitter-Finales auch das Kellerduell gegen Schlusslicht Bad Tölz. Von Frank Noack

Advent, Advent, die rote Laterne brennt - aber sie war am Sonntag nur kurz zu Gast in Weißwasser. Denn die Lausitzer Füchse haben das ungeliebte Utensil mit dem 2:1-Heimsieg gegen die Tölzer Löwen wieder weggeschossen. Im Falle einer Niederlage wäre die rote Laterne in Weißwasser geblieben. Die Füchse liegen trotz des ersten Fünf-Punkte-Wochenendes in dieser Saison zwar weiterhin auf dem vorletzten Platz in der DEL2-Tabelle, haben am ersten Wochenende nach dem merkwürdigen Abschied des bisherigen Cheftrainers Hannu Järvenpää aber ein deutliches Lebenszeichen gesendet.

Es war ein umkämpftes und weitgehend offenes Kellerduell vor 1853 Zuschauern im Fuchsbau. Die Gastgeber hatten im ersten Drittel zwar leichte optische Vorteile, aber Bad Tölz kam ebenfalls zu Torchancen. Im zweiten Drittel fanden die Füchse dann die Lücke. Feodor Boiarchinov stand hinter dem Tor und passte den Puck zu Jeff Hayes – 1:0 (28.). Danach drängten die Gäste auf den Ausgleich. Maximilian Franzreb im Füchse-Tor stand jetzt im Mittelpunkt und rettete mehrmals großartig.

Auch im dritten Drittel lag der Ausgleich in der Luft – aber die Füchse hatten Franzreb und das Glück des Tüchtigen. Und sie hatten in der 50. Minute eine tolle Kombination auf Lager. Nach dem Solo des unermüdlichen Hayes, kam der Puck zu Chris Owens, der leitete weiter auf Marius Schmidt und der Mittelstürmer hämmerte den Puck zum 2:0 ins Netz.

Trotzdem wurde es ein Zitter-Finale, denn der Tölzer Abwehr-Hüne André Lakos verkürzte in der 56. Minute auf 1:2. In der Schlussphase verbarrikadierten die Gastgeber dann ihren Kasten – mit Erfolg.

Der bisherige Cheftrainer Hannu Järvenpää war überraschend zurückgetreten, weil er nach eigenem Bekunden keine Möglichkeiten mehr sah, die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen. Nur einen Tag nach dem freiwilligen Abschied hatte Järvenpää dann einen Trainerjob bei Alba Volán Székesfehérvár in Ungarn angenommen.

Am Freitagabend war den Füchsen beim Tabellensechsten SC Riessersee ein 3:2-Sieg im Penaltyschießen gelungen. Der bisherige Co-Trainer Robert Hoffmann hatte bei seiner Saisonpremiere als Chef hinter der Bande die Reihen komplett umgestellt. In der Verteidigung bildete Hoffmann drei neue Duos, im Angriff steckte er – anders als Järvenpää – die Rückkehrer Roope Ranta und Jeff Hayes in verschiedene Reihen. Ranta stürmte diesmal mit Topscorer Anders Eriksson.

Robert Hoffmann (Füchse): „Es war das erwartet enge Spiel, weil beide Teams in der Tabelle hinten drinstehen. Wir haben bis zum letzten Moment alles gegeben. Es war vielleicht nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben mit absolutem Willen und Charakter trotzdem drei Punkte mitgenommen. Ich bin stolz auf meine Jungs. Es war ein Wahnsinnspiels von Torhüter Maximilian Franzreb - er hat uns Sicherheit gegeben.“
Rick Boehm (Bad Tölz): „Die drei Punkte für Weißwasser sind verdient. Die Füchse haben in der Offensive mehr geleistet als wir. In den entscheidenden Situationen haben wir Fehler gemacht.“

Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)
Tore: 1:0 Hayes (28.), 2:0 Schmidt (50.), 2:1 Lakos (56.); Schiedsrichter: Noeller/Salewski; Zuschauer: 1853; Strafminuten: 4/8.

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