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Eishockey
Lausitzer Füchse stehen unter Druck

Im Heimspiel gegen Kassel zeigten Viktor Lennartsson (l.) und die Füchse eine ordentliche Leistung. Das Debakel in Kaufbeuren war ein Rückfall.
Im Heimspiel gegen Kassel zeigten Viktor Lennartsson (l.) und die Füchse eine ordentliche Leistung. Das Debakel in Kaufbeuren war ein Rückfall. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Nach dem 1:7-Debakel in Kaufbeuren hat Weißwasser bereits am Freitag die Chance zur Wiedergutmachung – aber auch Druck. Geschäftsführer Rohrbach wünscht sich „ein Signal“ für die Fans. Von Frank Noack

Die einzige gute Nachricht nach diesem Debakel verkündete Coach Hannu Järvenpää bei der Pressekonferenz mit versteinertem Gesicht: „Das Spiel ist vorbei.“ Am liebsten hätte er wohl angefügt: endlich! Die 1:7-Niederlage der Lausitzer Füchse am Dienstagabend im DEL2-Nachholspiel beim ESV Kaufbeuren hatte auch den Coach aus Finnland sichtlich geschockt. Nach den halbwegs ordentlichen Leistungen am Wochenende mit dem 2:1-Sieg beim EC Bad Nauheim und der 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die ­Kassel Huskies erlebten Järvenpää und sein Team in Kaufbeuren einen schlimmen Rückschlag, der die Füchse wieder auf Tabellenplatz zwölf der 14 Clubs stürzen ließ und die sportliche Krise verschärft hat.

Vor der Länderspielpause hat Weißwasser nur noch zwei Partien Zeit, um diesen negativen Eindruck zu korrigieren. Am Freitag geht es zu Hause erneut gegen Kaufbeuren (Beginn um 19.30 Uhr), am Sonntag folgt dann das Sachsenderby bei den Eispiraten Crimmitschau (17 Uhr). „Diese beiden Spiele sind ganz wichtig, um mit einem ­guten Gefühl in die Pause zu gehen“, erklärt Geschäftsführer Dirk Rohrbach und blickt dabei zunächst einmal auf die wegweisende Heimpartie am Freitag. Immerhin gab es in der laufenden Saison erst einen Heimdreier. Seine Forderung lautet: „Wir ­müssen ein positives ­Signal setzen – für unsere Zuschauer, aber auch an die Adresse der Konkurrenz. ,Hallo, wir sind noch da!’“

Am Dienstagabend in Kauf­beuren waren die Füchse nur in der Startphase da. In der Folgezeit präsentierten sie sich erschreckend harmlos in der Offensive und fielen allenfalls durch viele unsaubere Fouls auf. 73 Strafminuten standen für die Gäste zu Buche, ­darunter jeweils Zehn-Minuten-Strafen gegen Viktor Lennartsson, André Mücke und Marius Schmidt sowie eine Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Jakub ­Kania. Die Kaufbeurer Jonas Wolter und Jere Laaksonen mussten verletzt vom Eis. Auch das trug nicht gerade dazu bei, dass Weißwasser im Allgäu einen guten Eindruck hinterließ.Geschäftsführer Rohrbach ­kritisiert: „Auch wenn man über einige Schiri-Entscheidungen sicher diskutieren kann – aber das ist nicht unsere Philosophie.“ Die Lausitzer Füchse sind normalerweise ­keine Mannschaft, die durch eine überharte Spiel­weise auffällt.

Trainer Hannu Järvenpää reagiert mit Galgenhumor auf die Niederlage.
Trainer Hannu Järvenpää reagiert mit Galgenhumor auf die Niederlage. FOTO: Thomas Heide

Es war letztlich ein Abend zum Abhaken. Kaufbeuren nutzte die Undiszipliniertheiten der Füchse eiskalt aus. Vier der sieben Gegen­tore fielen in Überzahl. Järvenpää reagierte in der Pressekonferenz mit Galgenhumor und sprach von ­„vielen schönen Powerplay-Toren“.

Sein Kaufbeurer Kollege Andreas Brockmann hatte der Partie mit einer frühen Auszeit in der 7. Minute die Richtung gegeben. Danach lief es für die Gastgeber. Das Fazit von ESV-Coach Brockmann, der gleich drei 18-jährige Youngster im Kader hatte: „Mitte des 1. Drittels sind wir gut ins Spiel gekommen und haben unser Spiel gespielt. Wir haben gewusst, dass es ein schweres Spiel wird. Das hat man am Anfang auch gesehen.“ Aus Füchse-Sicht bleibt fest­zuhalten – leider nur am Anfang.

Wenn es überhaupt etwas Positives an dieser Niederlage gibt, dann ist es die Chance zur schnellen ­Wiedergutmachung gegen Kauf­beuren. „Wir müssen aus diesem Spiel lernen“, betont Järvenpää mit Blick auf dieses schmerzhafte 1:7-Debakel. Hoffentlich können sich die Füchse-Fans bereits am Freitag davon überzeugen.