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Eishockey
Füchse verballern Sieg im „geilen“ Derby

Füchse-Topscorer Anders Eriksson (r.) im Duell mit Ales Kranjc.
Füchse-Topscorer Anders Eriksson (r.) im Duell mit Ales Kranjc. FOTO: Thomas Heide
Viele Torchancen, aber nur ein Punkt: Die Lausitzer Füchse haben das Derby gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 3:4 nach Verlängerung verloren. Weißwasser kommt auch Weihnachten nicht raus dem DEL2-Keller. Von Frank Noack

Nach einer weiteren vergebenen Chance hätte Maximilian Adam nach gut der Hälfte der Spielzeit den Schläger am liebsten in die Bande hinter dem Tor geknallt – aber das gute Stück kostet ja schließlich auch ein paar Euro. Deshalb zog Adam sein Spielgerät nach einer kurzen Ausholbewegung dann vorsichtshalber doch wieder zurück, auch wenn der Frust irgendwie rausmusste. Denn für die Gastgeber war es am Dienstagabend vor 2979 Zuschauern im ausverkauften Fuchsbau lange Zeit ein Derby der vergebenen Torchancen. Gäste-Keeper Brett Kilar bekam immer wieder den Schläger, die Fanghand oder ein anderes Teil seiner Ausrüstung irgendwie an den Puck.

Am Ende müssen sich die Füchse vorwerfen, dass sie den so dringend benötigten Dreier vor dem Tor verballert haben. Sie liegen in der Tabelle weiterhin auf einem Playdown-Platz. Erklärtes Ziel ist der direkte Klassenerhalt. Heißt: Weißwasser muss bis zum Ende der Hauptrunde noch in den Pre-Playoffs-Bereich nach oben klettern.

Immerhin haben die Füchse für den Weihnachts-Marathon mit sieben Spielen in 17 Tagen einen breiten Kader zur Verfügung. Auch die Förderlizenzspieler Maximilian Adam, Vincent Hessler und Charly Jahnke von den Eisbären Berlin waren gegen Crimmitschau an Bord. Mit Marius Stöber fehlte nur ein einziger Spieler wegen einer Verletzung. Er ist nach seiner Fußblessur wahrscheinlich Anfang des neuen Jahres wieder einsatzbereit. Torwart Konstatin Kessler (Grippe) musste kurzfristig pausieren.

Trainer Robert Hoffmann hatte die Reihen erneut umgestellt. Charly Jahnke stürmt jetzt in der ersten Reihe mit Roope Ranta und Jeff Hayes. Dieses Trio brachte am Dienstagabend von der ersten Minute an viel Geschwindigkeit auf das Eis. Die Füchse erspielten sich im ersten Drittel viele Chancen, scheiterten aber immer wieder an Gäste-Keeper Brett Kilar, der für den Tabellensiebten aus Westsachsen die Null zunächst festhielt. Vor allem kurz vor der ersten Sirene machte Weißwasser viel Druck. In der 16. Minute blieb ein Schuss von Hayes vor der Torlinie liegen.

Der blau-gelbe Sturmlauf der Füchse mit vier Angriffsreihen ging auch im zweiten Drittel weiter. Allerdings wurden jetzt auch die Gäste mutiger. Sie nutzten zwei Unaufmerksamkeiten in der Weißwasseraner Defensive zu Toren durch André Schietzold (32. Minute) und Brock Maschmeyer (33.) – das Spiel war speziell durch den Schietzold-Treffer auf den Kopf gestellt. Denn: Die Füchse verpassten erst in der Offensive die mögliche und verdiente Führung, beim anschließenden Konter kassierten sie in der Defensive das erste Gegentor. Roope Ranta verkürzte zwar postwendend auf 1:2 (34.), aber ebenfalls noch im zweiten Drittel kam Crimmitschau zum 3:1 durch Ossi Saarinen (38.).

Feodor Boiarchinov eröffnete mit dem 2:3 (50.) die Schlussoffensive, die Vincent Hessler dann mit dem späten 3:3-Ausgleich (56.) krönte und die Verlängerung erzwang. Hier vergab Jeff Hayes bereits nach 16 Sekunden einen Penalty. André Schietzold sorgte nach 62 Minuten für den 4:3-Siegtreffer der Gäste.

Das Programm der Füchse über Weihnachten war also auch in diesem Jahr wieder sportlich – doch der Marathon geht in dieser Woche nahtlos weiter. Nach dem Punktgewinn beim Tabellendritten Kassel Huskies am Freitagabend (3:4 nach Verlängerung) und dem Heim-Derby gegen Crimmitschau stehen bis Silvester noch zwei ganz schwere Aufgaben im Spielplan. Am Donnerstag reisen die Füchse zum amtierenden Zweitliga-Meister Löwen Frankfurt (Beginn um 19.30 Uhr). Und am Samstag steigt dann das letzte Heimspiel des Jahres gegen den Tabellenführer Bietigheim Steelers (17 Uhr) - es ist gleichzeitig die Abschiedsvorstellung des langjährigen Hallen- und Pressesprechers Andreas Friebel, der den Fuchsbau verlässt.

Ein Weihnachts-Präsent gab es am Rande der Partie gegen Crimmitschau: Die Füchse konnten verkünden, dass die Firma Karton.eu ihren Sponsorenvertrag um eine weitere Saison verlängert hat. Das Spremberger Unternehmen wird auch in der Spielzeit 2018/19 Premium-Partner bleiben. Seit Sommer 2015 ist der Verpackungsspezialist Sponsor der Füchse.

Kim Collins (Crimmitschau): „Es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben am Anfang etwas zu wenig gemacht. Das zweite Drittel war dann besser, im letzten Drittel war Weißwasser stärker. Wir sind zufrieden mit den zwei Punkten. Die Fans haben ein gutes Eishockey-Spiel gesehen.“

Robert Hoffmann (Weißwasser): „Wir sind gut rausgekommen und hatten eine Menge Chancen. Im zweiten Drittel haben wir etwas den Faden verloren. Aber meine Mannschaft hat Charakter gezeigt. Ein geiles Spiel, volle Hütte – das war Werbung für unseren Sport.“

Die Ansetzungen bis zum Jahreswechsel: Donnerstag: Frankfurt – Lausitzer Füchse (19.30 Uhr); Samstag: Lausitzer Füchse – Bietigheim (17 Uhr).

Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau 3:4 n.V. (0:0, 1:3, 2:0/0:1)
Tore: 0:1 Schietzold (32.), 0:2 Maschmeyer (33.), 1:2 Ranta (34.), 1:3 Saarinen (38.), 2:3 Boiarchinov (50.), 3:3 Hessler (56.), 3:4 Schietzold (62.); Schiedsrichter: Naust/Steinecke; Zuschauer: 2979; Strafminuten: 8/14.

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