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| 10:36 Uhr

Eishockey
Füchse brauchen tierische Hilfe

Cedric Schiemenz (l.) spielt mit Förderlizenz für die Füchse.
Cedric Schiemenz (l.) spielt mit Förderlizenz für die Füchse. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Niederlage gegen Bad Tölz zeigt, wie wichtig die Kooperation mit den Eisbären Berlin ist. Ohne die besten Förderlizenzspieler hat es Weißwasser schwer. Wann sie zurückkehren, ist offen. Von Frank Noack

3:4 hieß es letztlich zwischen den Lausitzer Füchsen und den Tölzer Löwen. Das war allerdings nicht das Endergebnis beim Spiel am Freitagabend in Weißwasser, sondern die jeweilige Anzahl der Sturmreihen beider Teams. Die Füchse mussten sich diesmal mit drei Sturmreihen begnügen, die Gäste aus Oberbayern konnten mit vier schlagkräftigen Reihen agieren und gingen am Ende als 3:2-Sieger nach Verlängerung vom Eis.

3:4 – aus Sicht der beiden Trainer entschied dieser kleine, aber feine Unterschied diese DEL2-Partie. „Bei uns haben heute wichtige Schlüsselspieler gefehlt, zum Beispiel Maximilian Adam“, erklärte Füchse-Coach Corey Neilson.

Adam ist zwar Verteidiger und kein Stürmer, hat sich in den vergangenen Wochen bei der Weißwasseraner Siegesserie zum Auftakt der neuen Saison in der zweithöchsten Spielklasse aber als enorm wichtig erwiesen. Genau wie die beiden Angreifer Vincent Hessler und Charly Jahnke steht Adam bei den Eisbären Berlin unter Vertrag und spielt mit einer Förderlizenz für die Lausitzer Füchse.

Derzeit ist das Trio jedoch wieder einmal für Berlin Im Einsatz. Während Weißwasser am Freitagabend die zweite Saisonniederlage kassierte, gewannen die Youngster mit den Eisbären die DEL-Partie in Krefeld 3:1.

Weißwasser und Bad Tölz hatten zwar auf dem Papier jeweils insgesamt elf Stürmer zur Verfügung. Füchse-Coach Corey Neilson beschränkte sich ohne das Berliner Trio aber notgedrungen auf drei Angriffsreihen. Immerhin sind Thomas Reichel und Cedric Schiemenz 19 Jahre alt und damit erst auf dem Weg in die 2. Liga.

Sein Tölzer Kollege Markus Berwanger bastelte aus dem vorhandenen Kader dagegen vier Sturmreihen zusammen und wurde am Ende mit dem Sieg in der Verlängerung belohnt. „Wir haben zwar nur elf Stürmer. Aber wir haben das bis zum letzten Drittel durchgezogen“, analysiert Berwanger. „Damit konnten wir bis zum Ende die Schnelligkeit und das läuferische Niveau aufrecht halten. Wir sind heilfroh über die beiden Punkte.“

Lausitzer Füchse - Bad Tölz FOTO: Thomas Heide

Mit dieser Schnelligkeit – praktiziert von vier mehr oder weniger gleichwertigen Reihen – haben die Lausitzer Füchse in den vergangenen Wochen viele Gegner beeindruckt und am Ende die Partien für sich entscheiden können. Am Freitagabend fehlte dieses letzte Mosaiksteinchen zum durchaus möglichen Heimsieg. Denn vor 2302 Zuschauern erspielten sich die Füchse zahlreiche Chancen und lagen durch die Tore von Jordan George in der 18. und 29. Minute zwar nach zwei Dritteln mit 2:1 in Führung. Im Schlussabschnitt kam Bad Tölz jedoch zum Ausgleich und in der Verlängerung dann nach nur 36 Sekunden zum Sieg durch den Treffer von Stephen MacAulay. Aus Gastgeber-Sicht war es eine durchaus vermeidbare Niederlage.

Dieses Spiel hat vor allem eines gezeigt: Die Unterstützung der Eisbären Berlin im Rahmen der Kooperation ist tierisch wichtig für die Lausitzer Füchse. Ohne die drei besten Förderlizenzspieler aus der Hauptstadt fehlen ein Stück Stabilität in der Defensive und Power im Angriff.

Maximilian Adam, Vincent Hessler und Charly Jahnke laufen inzwischen im dritten Jahr für die Füchse auf. Im ersten Jahr steckten sie als Schüler im Abitur-Stress. Im zweiten Jahr konnten sie sich ganz auf das Eishockey konzentrieren und sammelte wichtige Erfahrungen in der DEL2. Und jetzt im dritten Jahr startet das Trio so richtig durch, sodass mittlerweile auch die Eisbären Berlin den jungen Eigengewächsen eine Chance in der DEL geben. Adam bildete am Freitagabend in Krefeld gemeinsam mit Micki DuPont sogar die erste Verteidigung, Hessler und Jahnke stürmten in der vierten Reihe.

Ob die drei Förderlizenzler jetzt erst einmal in Berlin bleiben oder nach Weißwasser zurückkehren, ist offen und dürfte maßgeblich davon abhängen, wann die verletzten Spieler der Eisbären wieder fit werden. Füchse-Trainer Corey Neilson mochte nach der Niederlage gegen Bad Tölz keine Prognose abgeben. „Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass sie bald zurückkehren. Denn es sind gute, junge Spieler. Es sind Schlüsselspieler“, sagt der Kanadier. „Aber diese Entscheidung trifft Berlin.“

Auch das sind eben die Spielregeln in einer Kooperation wie zwischen Eisbären und Füchsen. Die jungen Profis sollen zwar in der DEL2 so viel wie möglich Wettkampfpraxis sammeln. Wenn sie oben gebraucht werden, spielen aber natürlich dort.

Doch auch die Füchse profitieren von dieser Regelung, allerdings eine Etage tiefer, wo sie eine Kooperation mit dem Oberligisten Hamburg Crocodiles unterhalten. Das zeigt sich zum Beispiel an der Personalie Erik Hoffmann. Der 21-jährige Nachwuchsverteidiger pendelt derzeit zwischen Weißwasser und Hamburg. „Wenn wir ihn brauchen, dann spielt er bei uns. So ist das System“, beschreibt Neilson ganz nüchtern die Vor- und Nachteile der Förderlizenz-Regelung.

An diesem Sonntag spielen die Lausitzer Füchse bei den Heilbronner Falken (Beginn um 18.30 Uhr).