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| 19:49 Uhr

Testspiel gegen die Eisbären
Lausitzer Füchse besiegen den großen Bruder

 Erster Einsatz im Trikot der Lausitzer Füchse und gleich ein Sieg gegen die Eisbären: Darcy Murphy (r., gegen Ryan McKiernan).
Erster Einsatz im Trikot der Lausitzer Füchse und gleich ein Sieg gegen die Eisbären: Darcy Murphy (r., gegen Ryan McKiernan). FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Erster Sieg seit 26 Jahren: Zur Saisoneröffnung schlägt Weißwasser den DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin mit 5:4 im Penaltyschießen. Von Steven Wiesner

Lange 135 Tage waren ins Land gegangen, ohne dass auch nur ein einziger Puck durch die Eisarena in Weißwasser geflogen war. Seit dem 29. März, als die Lausitzer Füchse Spiel sechs im DEL2-Playoff-Viertelfinale gegen den ESV Kaufbeuren mit 2:3 in der Overtime verloren hatten, wurde hier kein Eishockey mehr gespielt. Nun aber ist die Zeit des Wartens vorbei. Am Sonntag eröffneten die Füchse die neue Eishockey-Saison vor 2223 Zuschauern im Fuchsbau gegen den Kooperationspartner und DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin lautstark und stimmungsvoll.

Zunächst aber blieb die Stille nochmal das beherrschende Element in der Halle. Denn Füchse und Eisbären verabschiedeten sich auch gemeinsam von Hartmut Nickel. In Weißwasser geboren und in Berlin zu einer Eishockey-Legende avanciert als DDR-Nationalspieler und später auch Meistertrainer der Eisbären, war Nickel im Juni im Alter von 74 Jahren verstorben. Eine tolle Geste der Füchse-Verantwortlichen.

Nach der Zeit des Gedenkens war es dann aber wirklich Zeit für Eishockey. Nach einem einwöchigen Trainingslager in der Hauptstadt und einem kleinen Trainingsspiel am Freitag, das die Eisbären noch mit 7:1 für sich entscheiden konnten, stand nun das erste richtige Testspiel für die neuformierten Lausitzer Füchse von Trainer Corey Neilson auf dem Programm. Und es sollte gleich ein Statement werden. Denn die Füchse besiegten den großen Bruder überraschend mit 5:4 (1:1, 1:1, 2:2) nach Penaltyschießen.

 Hatte mit starken Paraden im Penaltyschießen auch einen großen Anteil am Sieg: Torhüter Maximilian Franzreb (l., gegen Louis-Marc Aubry).
Hatte mit starken Paraden im Penaltyschießen auch einen großen Anteil am Sieg: Torhüter Maximilian Franzreb (l., gegen Louis-Marc Aubry). FOTO: Thomas Heide

Bei den Eisbären, die im Vorjahr im DEL-Viertelfinale an München scheiterten und seit 2013 auf eine Meisterschaft warten, stand erstmals der neue Trainer Serge Aubin an der Bande. „Wir gehen jetzt in die Phase des Finetunings“, hatte dieser zuvor gesagt. „Ich erwarte von den Jungs, dass wir unser Spiel durchziehen.“ Zweimal gingen die Berliner auch in Führung, doch in der letzten Minute der ersten beiden Drittel glichen die Füchse jeweils aus. Nach toller Vorarbeit der Neuzugänge Mike Hammond und Robert Farmer traf Philip Kuschel 15 Sekunden vor der ersten Sirene. Und in Minute 39 war dann Jordan George zur Stelle. Im Schlussabschnitt zog der Zweitligist sogar mit 4:2 davon durch die Tore von Clarke Breitkreuz und Joel Keussen und sah bis zur 58. Minute wie der Sieger aus. Doch die Eisbären kamen zurück und retteten sich ins Penaltyschießen. Auch hier aber zeigte sich Keussen treffsicher und holte den Füchsen den umjubelten Sieg zurück.

Nach dem Spiel in Weißwasser nehmen die Eisbären nun am Wochenende am Dolomiten-Cup in Südtirol teil. Das einzige Vorbereitungsheimspiel ist die Partie am 30. August (19.30 Uhr) im Wellblechpalast gegen Pardubice. Für die Füchse geht es auf Tschechien-Reise, wo in dieser Woche Benatky nad Jizerou (Donnerstag, 18 Uhr) und Kladno Rytiri (Freitag, 15 Uhr) bespielt werden. Saisonstart in der 2. Liga ist am 13. September zuhause gegen Freiburg. Auch bis dahin werden also noch ein paar Tage ins Land gehen.

 Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach verabschiedete vor der Partie Roberto Geiseler (r.). Der Verteidiger hatte acht Jahre für die Füchse gespielt.
Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach verabschiedete vor der Partie Roberto Geiseler (r.). Der Verteidiger hatte acht Jahre für die Füchse gespielt. FOTO: Thomas Heide