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Lange Stadion-Verbote für Prügel-Fans

Das Heimspiel gegen Bad Nauheim wird die Füchse noch eine Weile beschäftigen.
Das Heimspiel gegen Bad Nauheim wird die Füchse noch eine Weile beschäftigen. FOTO: Thomas Heide/thd9
Weißwasser/Frankfurt/Main. Die zweifachen Prügel-Attacken von Anhängern der Lausitzer Füchse am Wochenende haben den Verein und auch den Liga-Verband alarmiert. Beide distanzieren sich von den Vorfällen und kündigen jetzt "knall harte" Sanktionen an. Frank Noack

Auch bei der Ligen-Tagung aller 14 Clubs der DEL2 am Dienstagabend in Frankfurt/Main waren die Ausschreitungen von Fans der Lausitzer Füchse am zurückliegenden Wochenende ein Gesprächsthema. Der Schock nach der zweifachen Prügel-Attacke am Freitag beim Auswärtsspiel in Bayreuth sowie am Sonntag beim Heimspiel gegen Bad Nauheim sitzt nach wie vor tief bei allen Beteiligten. "Solche Vorfälle wollen wir in unseren Eisstadien nicht sehen und wir werden sie deshalb auch nicht dulden. Wir werden knallhart durchgreifen", kündigt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch auf Nachfrage der RUNDSCHAU an und ergänzt: "Wir befinden uns in einem engen Austausch mit den beteiligten Clubs. Wir sammeln die Berichte der Verantwort lichen vor Ort, der Sicherheitsdienste und der Polizei." Mög liche Konsequenz seien laut Rudorisch mehrjährige Stadionverbote.

Beim Auswärtsspiel am Freitagabend in Bayreuth stürmte ein maskierter Füchse-Anhänger in den Fan-Block der Gastgeber und attackierte dort mehrere Leute. Nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" wurden vier Fans aus Weißwasser durch die Polizei festgesetzt und ihre Personalien aufgenommen. Laut einem Augenzeugen wurde der Angreifer ebenfalls verletzt. Er habe aber auch im Gesicht blutend nicht ablassen wollen.

Nach dem Heimspiel am Sonntag war ein Anhänger der Füchse beim Verlassen der Halle unvermittelt auf eine Fan-Familie aus Bad Nauheim losgegangen. Dabei wurden auch zwei Kinder im Kindergartenalter verletzt. Sie erlitten Blessuren im Gesicht und mussten von der Teamärztin der Lausitzer Füchse im Kabinen bereich versorgt werden.

Club-Sprecher Andreas Friebel hatte sich bereits am Sonntag von den Vorfällen distanziert und sich im Namen der Füchse entschuldigt. Auch er kündigte an: "Wir werden hart durchgreifen. Wer sich so verhält, wird für lange Zeit kein Spiel der Füchse mehr sehen." Liga-Chef Rudorisch warnte bei allem Entsetzen aber vor einer Verallgemeinerung: "So schlimm beide Vorfälle auch sind - sie sind nicht der Normalfall in Weißwasser." Trotzdem werden die Attacken die Füchse wohl noch eine Weile beschäftigen.