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Junge Keeper als Garanten für den Höhenflug

Torhüter Maximilian Franzreb (20 Jahre) von den Eisbären spielt mit einer Förderlizenz auch für die Lausitzer Füchse.
Torhüter Maximilian Franzreb (20 Jahre) von den Eisbären spielt mit einer Förderlizenz auch für die Lausitzer Füchse. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Erfolgsserie der Lausitzer Füchse mit sechs Siegen aus den ersten acht Spielen ist auch ein Verdienst der jungen Torhüter. Nicht nur wegen des 3. Tabellenplatzes in der DEL2 trägt die Zusammenarbeit mit den Eisbären Berlin schon jetzt erste Früchte. Die Keeper um Maximilian Franzreb profitieren ebenfalls von dem bemerkenswerten Experiment. Frank Noack

Sie sind jung. Sie sind talentiert. Und vor allem - sie sind schon richtig erfolgreich! Die Torhüter der Eisbären Berlin sorgen auch bei den Lausitzer Füchsen für Begeisterung. Nach dem Derby-Sieg gegen die Eis löwen Dresden am Sonntagabend gab es immer wieder Sprech chöre der Weißwasseraner Fans für Maximilian Franzreb. Mit der blau-gelben Fahne in der Hand drehte der 20-jährige Keeper eine Ehrenrunde durch den Fuchsbau. Zwei Tage später stand dann Marvin Cüpper (22) im Mittelpunkt. Auch er hat in dieser DEL2-Saison schon für Weißwasser gespielt. Am Dienstag war Cüpper beim 2:1-Erfolg der Eisbären Berlin im Champions-League-Spiel beim EV Zug in der Schweiz ein sicherer Rückhalt - ebenfalls inklusive Sprechchöre der Fans und einer Ehrenrunde.

Cüpper, der in Berlin normalerweise die Nummer zwei hinter Petri Vehanen ist, holte sich die Spielpraxis für den Champions-League-Einsatz auch in Weißwasser. "Der Sieg war wichtig für die Moral der Mannschaft. Weil wir die Spiele davor nicht ge winnen konnten", sagte er nach seinem gelungenen Auftritt zwischen den Pfosten auf europäischer Bühne. Auch Maximilian Franzreb freute sich - wenngleich einige Etagen tiefer - über den Fan-Zuspruch nach dem Derby-Sieg gegen Dresden: "Es ist schon ein schönes Gefühl, mit der Fahne in der Hand so gefeiert zu werden. Daran könnte ich mich glatt gewöhnen."

Das bemerkenswerte Torwart-Experiment der Füchse in dieser Saison trägt also bereits jetzt erste Früchte. Cüpper ist die Nummer zwei in Berlin, Franzreb die Nummer drei. Mit einer Förder lizenz können beide Keeper auch in der Lausitz spielen. Der 20-jährige Konstantin Kessler komplettiert das jüngste Keeper-Gespann der Liga. Anders als seine beiden Kollegen ist er in Weißwasser unter Vertrag.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Torwart-Trainer Sebastian Elwing, der die Ausbildung der Keeper in Weißwasser auf ein neues Niveau heben will. Elwing - früher selbst bei den Eisbären zwischen den Pfosten - ist das Bindeglied zum siebenfachen DEL-Champion in der Hauptstadt. Und er zeichnet jedes Spiel der Füchse mit einer extra Videokamera auf, die auf die Keeper gerichtet ist. Anschließend wertet er mit seinen Schützlingen die wichtigsten Aktionen aus.

"Es läuft derzeit richtig gut. Gerade für uns junge Torhüter ist es ganz wichtig, dass wir regelmäßig spielen", sagt Maximilian Franzreb. Neben den Übungs einheiten in Weißwasser pendelt er jede zweite Woche nach Berlin, um bei den Eisbären ebenfalls ein spezielles Torwart-Training zu absolvieren.

Der Konkurrenzkampf mit den anderen jungen Keepern im Füchse-Tor sorgt für zusätzliche Motivation. "Jeder will spielen. Wenn der eine gut gehalten hat, willst du es natürlich beim nächsten Mal noch besser machen", berichtet Franzreb.

Die drei jungen Torhüter stehen derzeit zwar im Mittelpunkt. Die Statistik zeigt aber auch, dass die gesamte Defensive gut funktioniert. In acht Partien hat Weißwasser erst 16 Gegen tore kassiert. Das ist der zweitbeste Wert hinter dem Tabellenführer Bietigheim Steelers (11).

Zum Vergleich: Erzrivale Dresden hat bei einem Spiel weniger sogar schon 27 Treffer hinnehmen müssen. Und: Diese gute Quote der Füchse verteilt sich relativ gleichmäßig. Alle drei Keeper liegen bei einem Gegentorschnitt von unter zwei Treffern pro Spiel. Mit fünf Siegen bei vier Einsätzen hat Franzreb in dieser internen Rangliste derzeit leicht die Nase vorn.

Egal, wer von den drei Youngstern an diesem Wochenende ran darf, wenn die Lausitzer Füchse am Freitag bei den Ravensburg Towerstars (Beginn um 20 Uhr) und am Sonntag zu Hause gegen die Wölfe Freiburg (17 Uhr) spielen: Ein sicherer Rückhalt dürfte dann erneut garantiert sein. "Wir wollen unsere Erfolgsserie natürlich fortsetzen. Dafür müssen wir weiter auf dem Boden bleiben und weiter hart arbeiten", kündigt Franzreb an.