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| 10:28 Uhr

Eishockey
Hoffmann weg – wer wird neuer Trainer?

Robert Hoffmann schaffte mit den Füchsen (hier Thomas Götz) den Klassenerhalt und hatte großen Rückhalt innerhalb der Mannschaft.
Robert Hoffmann schaffte mit den Füchsen (hier Thomas Götz) den Klassenerhalt und hatte großen Rückhalt innerhalb der Mannschaft. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Der Tag nach dem Trainer-Beben in Weißwasser. Kurz vor dem Start in die Saisonvorbereitung haben die Lausitzer Füchse die Notbremse gezogen und sich von Robert Hoffmann getrennt - das ist ein Risiko. Nicht nur, weil der neue Coach schnell her muss. Von Frank Noack

Was für ein Paukenschlag! Exakt zwei Wochen vor dem Start in die Vorbereitung auf die neue Saison in der DEL2 haben sich die Lausitzer Füchse von Cheftrainer Robert Hoffmann (41) getrennt. In einer Pressemitteilung bestätigte der Eishockey-Zweitligist aus Weißwasser am Mittwochnachmittag die Trennung.  Als Grund nennen die Füchse das offenbar von Anfang an gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Hoffmann und dem neu verpflichteten Co-Trainer Chris Straube (44). Die RUNDSCHAU erklärt, warum die Trennung wohl ohne Alternative war, aber trotzdem ein sportliches Risiko ist.

Wie begründen die Lausitzer Füchse die Trennung?

Die Beendigung des Vertrages mit Robert Hoffmann sei durch Vorkommnisse in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit der Verpflichtung von Co-Trainer Chris Straube notwendig geworden, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir wollten Roberts Arbeit mit einem Co-Trainer erleichtern. An der Verpflichtung von Chris Straube als neuem Assistenztrainer war Robert nicht nur maßgeblich beteiligt, sondern er hat sich für diese Personalie auch ausgesprochen. Nach wenigen Tagen der Zusammenarbeit änderte er jedoch seine Meinung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kam nicht zu Stande“, wird Geschäftsführer Dirk Rohrbach in der Mitteilung zitiert.

Trotz vieler intensiver Gespräche sei es laut Rohrbach nicht gelungen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. „Die differierenden Standpunkte waren trotz diverser Versuche nicht mehr zu vermitteln. Das ist für uns, erst recht unmittelbar vor dem Start in die Saisonvorbereitung, sehr bedauerlich. Nachdem wir erkennen mussten, dass die Basis für ein weiteres vertrauensvolles Miteinander nicht mehr vorhanden war, wurde die Trennung alternativlos“, erklärte der Geschäftsführer.

Worum geht es im Streit zwischen Hoffmann und Straube?

Dem Vernehmen nach gab es bereits kurz nach der Verpflichtung von Chris Straube als Co-Trainer Ende Mai erste Meinungsverschiedenheiten in sportlichen Fragen. Hoffmann soll dabei auf seine Weisungskompetenz als Chefcoach gepocht haben, im Verein hätte man sich dagegen mehr Kompromissbereitschaft gewünscht, heißt es. In jedem Fall war das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Trainern schon frühzeitig massiv gestört, obwohl die tägliche Arbeit erst am 1. August beginnt, wenn die Saisonvorbereitung startet.

Hoffmann wollte sich auf RUNDSCHAU-Nachfrage zu den Details nicht äußeren. Die Trennung wird wohl ein Fall für das Arbeitsgericht werden. Rohrbach bedankte sich in der Pressemitteilung noch einmal beim bisherigen Chefcoach, der nach dem überraschenden Abgang von Hannu Järvenpää den Abstieg in die Oberliga in der Playdown-Runde gegen Bayreuth verhinderte: „Robert ist in der vergangenen Saison zur Stelle gewesen, als wir ihn gebraucht haben. Gemeinsam mit dem Team hat er den Klassenerhalt perfekt gemacht. Wir ­wären gern ­gemeinsam mit ihm und Chris Straube in die kommende Saison gegangen.“

Wie reagiert die Mannschaft auf ­diesen Abschied?

Das wird die spannendste Frage in den kommenden Wochen. Denn Robert Hoffmann hatte enormen  Rückhalt innerhalb des Teams. Entsprechend groß ist nach RUNDSCHAU-Informationen das Entsetzen über das Aus des Coaches. Zumal nicht wenige Spieler ihre Vertragsverlängerung eng mit der Personalie Hoffmann verknüpft haben. „Einige  Spieler haben sich bei mir gemeldet. Ich habe ihnen unsere Beweggründe geschildert. Das werde ich auch noch einmal machen, wenn die Mannschaft am 1. August komplett ist“, kündigt Rohrbach gegenüber der RUNDSCHAU an.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Füchse sind auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer. Dass Chris Straube diesen Posten übernimmt, schließt Rohrbach defintiv aus. Straube bleibt Co-Trainer und soll wie geplant als Bindeglied zum Nachwuchs fungieren. Auch seine eigene Rückkehr auf den Trainerstuhl schließt der Geschäftsführer aus. Die Eisbären Berlin sind in die Suche nach dem neuen Chefcoach involviert. „Wir wollen den neuen Trainer so schnell wie möglich ­präsentieren“, kündigt Rohrbach an. Denn die Zeit drängt. Bereits in zwei Wochen beginnt im Fuchsbau die Saisonvorbereitung.

Vertrauen fehlt: Co-Trainer Chris Straube.
Vertrauen fehlt: Co-Trainer Chris Straube. FOTO: SønderjyskE
Vermittlung gescheitert: ­Geschäftsführer Dirk Rohrbach.
Vermittlung gescheitert: ­Geschäftsführer Dirk Rohrbach. FOTO: Thomas Heide