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| 12:13 Uhr

Heyer ist Füchse-Held für einige Sekunden

"Ein unglücklicher Unfall": Füchse-Stürmer Jens Heyer.
"Ein unglücklicher Unfall": Füchse-Stürmer Jens Heyer. FOTO: Heide
Weißwasser. So eng wie in dieser 50. Minute des Spiels der Lausitzer Füchse gegen Heilbronn (3:2) liegen unbändige Freude und grenzenloser Frust nur selten beieinander. Genau genommen waren es lediglich wenige Sekunden, die das Gefühlsleben von Füchse-Stürmer Jens Heyer durcheinander rüttelten. Frank Noack

Heyer schloss zunächst eine schöne Kombination mit dem vermeintlichen 3:2-Führungstor für Weißwasser ab, drehte jubelnd ab und fuhr zur Jubelparty in Richtung Bank. Dort währte die Freude aber nur ganz kurz. Denn das Schiedsrichtertrio zog sich zur Beratung zurück. Die daraus resultierende Entscheidung erstickte abrupt den Jubel der Füchse: Statt sich weiter als Torschütze feiern zu lassen, musste Heyer mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine. Auf dem Weg dorthin donnerte er wütend seinen Schläger gegen die Wand. "Er war für einige Sekunden der Held. Du schießt ein Tor und plötzlich bist du raus aus dem Spiel - das ist Eishockey", kommentiert Coach Hannu Järvenpää die ungewöhnliche Konstellation. "Was genau passiert ist, habe ich aber auch nicht ge sehen."

Ja, was aber ist denn passiert? Erst die Videobilder brachten nach dem Spiel Aufschluss. Heyer hatte beim Kampf um den Puck den Heilbronner Henry Martens mit seinem Schläger am Kopf getroffen und für eine blutende Wunde gesorgt. Das Regelwerk sieht dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe vor.

Es war trotzdem eine harte Entscheidung, weil sich der Schläger von Heyer nicht über der eigenen Schulterhöhe befand. Sie gilt als Richtwert für die Beurteilung der Strafbarkeit. Auch das im Regelwerk ausdrücklich geforderte Kriterium des "sorglos hohen Stockes" gaben die Videobilder nicht her. "Es sieht mehr wie ein unglücklicher Unfall aus", schildert der verhinderte Held seine Sicht der umstrittenen Szene.