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Heyer hört auf – was macht Götz?

Jens Heyer stammt aus dem Weißwasseraner Nachwuchs und hat mehr als 400 Spiele für die Lausitzer Füchse absolviert.
Jens Heyer stammt aus dem Weißwasseraner Nachwuchs und hat mehr als 400 Spiele für die Lausitzer Füchse absolviert. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Das ist ein kleiner Schock für die Lausitzer Füchse. Der DEL2-Club muss künftig auf Jens Heyer verzichten. Der 28-Jährige beendet die Karriere, ein weiteres Urgestein könnte es ihm gleichtun. Jan Lehmann

Nach mehr als 400 Einsätzen in der zweiten Liga für die Lausitzer Füchse ist nun schon mit 28 Jahren Schluss. Jens Heyer hat sich entschlossen, sich künftig auf seinen Beruf beim Lausitzer Energieunternehmen Leag zu konzen trieren. Das teilten die Lausitzer Füchse am Freitag mit. Heißt: Künftig müssen die Weißwasseraner auf einen extrem mannschaftsdienlichen Spieler mit großem Einsatzwillen verzichten.

Als einer der wenigen Profis ging Heyer neben dem Eishockey auch noch einem ganz normalen Job nach: Er ist beim Vattenfall-Nachfolger Leag als Elektroniker für Automatisierungstechnik im Kraftwerk Boxberg angestellt. "Auf Deutsch - ich bin Elektriker", hatte Heyer in einen RUNDSCHAU-Interview gesagt.

Der 28-Jährige stammt aus dem Nachwuchs der Füchse und wechselte 2006 zu den Eisbären Juniors. 2009 kehrte er in die Lausitz zurück. In der Mitteilung begründet er: "Ich habe lange überlegt, ob ich noch eine Saison in Weißwasser dranhänge, habe mich aber dann dagegen entschieden. Die Doppelbelastung und der damit verbundene Stress, sind einfach zu groß."

Der Teamplayer beschreibt seinen Alltag der vergangenen Jahre: "Wenn die Jungs aus dem Kraftwerk Boxberg am Freitag in ihr Wochenende gehen, dann steige ich in den Bus oder gehe ins Stadion und wenn Montagfrüh alle wieder auf Arbeit sind, komme ich gerade vom Auswärtsspiel zurück. Ich hatte eine tolle Zeit mit den Füchsen, gerade die letzte Saison hat richtig Spaß gemacht. Aber dieser Weg endet jetzt", sagt Jens Heyer.

Bei den Füchsen herrscht großes Bedauern über diese Entscheidung: "Es ist wirklich schade, dass Hajo aufhört. Er war einer der Spieler, die nie aufgaben oder sich schonten. Auch wenn er angeschlagen war, hat er auf die Zähne gebissen und gekämpft bis es nicht mehr ging. Das Team wird ihn vermissen. Aber wir können seine Entscheidung absolut nachvollziehen. Respekt dafür, dass er diese Belastung so lange auf sich genommen hat", so Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Die Füchse werden Jens Heyer im Rahmen des Saisoneröffnungsspiels am 11. August gegen DEL-Club Eisbären Berlin offiziell verabschieden. Fraglich ist, ob sie dann womöglich noch ein weiteres Urgestein in die Eishockey-Rente schicken müssen. Noch steht die Meldung über die Vertragsverlängerung vom langjährigen Füchse-Kapitän Thomas Götz aus. Der Angreifer, der in der vergangenen Saison sein 600. Liga-Spiel für die Weißwasseraner absolviert hatte, steht wie Teamkollege Jens Heyer doppelt unter Strom. Auch er arbeitet im Kraftwerk in Boxberg.