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| 16:43 Uhr

Eishockey
Mit Blei in den Schlittschuhen

Ein leeres Tor der Lausitzer Füchse als Sinnbild für die derbe Pleite gegen Bad Nauheim: Den Gästen aus Bad Nauheim wurde es viel zu leicht gemacht.
Ein leeres Tor der Lausitzer Füchse als Sinnbild für die derbe Pleite gegen Bad Nauheim: Den Gästen aus Bad Nauheim wurde es viel zu leicht gemacht. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Für die Lausitzer Füchse steht nach dem 0:7-Debakel gegen Bad Nauheim bereits am Freitag gegen Heilbronn ein richtungweisendes Heimspiel an.

Dieser merkwürdige Abend musste einfach auch ein merkwürdiges Ende nehmen. Und so sah sich Petri Kujala, der Trainer des EC Bad Nauheim, nach der offiziellen Pressekonferenz im Weißwasseraner Fuchsbau dazu bemüßigt, den Medienvertretern im kleinen Kreis und ohne Mikrofon noch zu beteuern: „Ein, zwei Tore von uns waren aber auch ganz gut herausgespielt.“

Bemerkenswert war das deswegen, weil Kujala mit seinem Team einen glorreichen 7:0-Sieg eingesackt hatte. Der fünfte Sieg im sechsten Auswärtsspiel nacheinander – und das beim direkten Konkurrenten um einen der Plätze in den Pre-Playoffs der DEL2. Ein starke Bilanz für ein Mittelklasse-Team. Nach einem 7:0 jedoch erklären zu müssen, dass man eigentlich ganz passabel gespielt habe, das dürfte Kujala auch noch nicht so oft erlebt haben.

Vielleicht lag es daran, dass der Mittwoch eigentlich kein gewöhnlicher DEL2-Tag ist – ein gewöhnliches DEL2-Spiel war das jedenfalls nicht. Kurz zusammengefasst: Bei Bad Nauheim klappte nahezu alles, bei Weißwasser nix. Die Gastgeber legten den Hessen die meisten Tore quasi selbst auf.

Die Füchse-Profis spielten dabei so, als hätten sie sich zu Silvester das Blei direkt in die eigenen Schlittschuhe gegossen. Die Gäste hingegen hatten sich offenbar das Feuerwerk für das erste Spiel im neuen Jahr aufgespart. Bereits nach dem ersten Drittel stand es 0:3, weil Bad Nauheim die Weißwasseraner Fehler gnadenlos ausnutzte. Ein unnötiger Puckverlust hier, ein unsortierter Torhüter da – so leicht wurde es schon lange keinem Gegner mehr im Fuchsbau gemacht. Weil die Füchse sich mit jedem Gegentor mehr verunsichern ließen, wurde die Fehlerkette immer länger und gipfelte in dem peinlichen Doppelschlag von Bad Nauheims James Livingston, der innerhalb von acht (!) Sekunden die beiden Tore zum 0:6 und 0:7 (45.) schoss.

Gäste-Trainer Petri Kujala befand danach: „Es war kein 7:0-Spiel, wie man es kennt. Wir hatten auch das nötige Scheibenglück. Es war brutal leichtes Hockey.“ Um es zu konkretisieren: Leicht war es für Bad Nauheim, brutal für die Füchse. Die gellenden Pfiffe des eigenen Anhangs taten weh. Selbst die Youngster wie Eigengewächs Erik Hoffmann (20 Jahre) oder U 20-Nationalspieler Charlie Jahnke (19), der auch noch die Ehrung als bester Füchse-Spieler über sich ergehen lassen musste, wurden gnadenlos ausgepfiffen.

Füchse-Trainer Robert Hoffmann sah sich deshalb dazu genötigt, sich beim Anhang zu entschuldigen: „Sorry an die Fans. Das ist nicht meine Mannschaft, das ist Fakt.“ Fakt ist zudem, dass Weißwasser mit diesem 0:7 einen derben Rückschlag im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze erlitten hat. Elf Zähler Rückstand auf Bad Nauheim sind inzwischen schon ein echtes Brett, an dem die Weißwasseraner am Freitag beim nächsten Heimspiel gegen die Heilbronner Falken (19.30 Uhr) wieder bohren müssen.

Dabei wird sich zeigen, ob dieses 0:7 nur ein klassischer Fehlstart ins neue Eishockey-Jahr war – oder ob sich die Füchse schon mal auf den Abstiegskampf in den Playdowns einstellen müssen. Denn noch so eine Niederlage wäre nicht nur merkwürdig, sondern wohl kaum mehr zu reparieren.