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| 18:00 Uhr

Eishockey
Füchse: Vom Pfosten zurück in die Spur

Die Lausitzer Füchse können wieder jubeln.
Die Lausitzer Füchse können wieder jubeln. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse schaffen den Ausgleich in der Serie gegen Bayreuth. Für Diskussionen sorgt ein Tor, das kein Tor war. Die DEL2 bezieht Stellung. Von Frank Noack

Die Playdown-Serie zwischen den Lausitzer Füchsen und den Bayreuth Tigers ist eng. Sehr eng. Und zwar so eng, dass ein paar Zentimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden – so wie am Dienstagabend im denkwürdigen Spiel vier. Kurz vor Schluss flog beim Stand von 2:1 für Weißwasser der Schuss des Bayreuthers Michal Bartosch aus spitzem Winkel in Richtung Füchse-Tor. Ins Tor? Oder an den Pfosten? In jedem Fall sprang der Puck wieder zurück – eine knifflige Entscheidung. Nach dem sogenannten Videobeweis, also der Begutachtung der TV-­Bilder, ­entschieden die Schiedsrichter: kein Tor!

Die Füchse gingen also als Sieger vom Eis und schafften den wichtigen Ausgleich in der Playdown-Serie um den Klassenerhalt in der DEL2. Beide Teams haben jetzt jeweils zwei Siege auf dem Konto. Vier Siege sind für den Klassenerhalt nötig. Von den maximal noch drei zu absolvierenden Spielen finden zwei in Weißwasser statt, weil die Füchse nach Abschluss der Hauptrunde besser platziert waren als Bayreuth. Der Favorit ist dank des Auswärtssieges also wieder in der Erfolgsspur.

Ein paar Zentimeter geben derzeit den Ausschlag über die Stimmung in beiden Lagern. „Unser zweites Tor war aus meiner Sicht klar hinter der Linie. Es ist also ein klares Tor nicht gegeben worden – ich bin sprachlos“, schimpft Tigers-Coach Sergej Waßmiller. Füchse-Trainer Robert Hoffmann ist vor allem erleichtert nach Begutachtung der umstrittenen Tor-Szene: „Ich glaube, die Kameraeinstellung täuscht ein wenig. Während des Spiels habe ich es nicht deutlich sehen können. Ich habe natürlich gehofft, dass er nicht drin war.“

Für klare Fronten sorgte dann am Mittwoch der Ligaverband. Die Aussage der DEL2 lautet: kein Tor! ­Wegen der Kameraperspektive ­liege „eine optische Täuschung“ vor. „Der Puck trifft eindeutig den seitlichen Pfosten des Tores in etwa ­halber Höhe. Das bedeutet, die Scheibe war zu keinem Zeitpunkt hinter der Torlinie und somit wurde die bereits auf dem Eis getroffene Entscheidung auf ,kein Tor‘ mittels ­Videoaufzeichnung bestätigt.“

Es war eine Entscheidung von wenigen Zentimetern. Diesmal fiel sie zugunsten der Füchse aus. In der vergangenen Saison lief es genau andersherum. In der Viertelfinal­serie gegen die Kassel Huskies kassierte Weißwasser einen ähnlichen Treffer. Damals flog der Puck ebenfalls gegen den Pfosten – trotzdem entschieden die Schiedsrichter auf Tor.

In blau-gelben Jubel über den wichtigen Auswärtssieg ging am Dienstagabend ein ­wenig unter, dass die Füchse auch dank einer taktischen Umstellung zurück in der Spur sind. Sie spielten deutlich defensiver als in den vorangegan­genen Partien. Und Bayreuth wusste mit dem plötzlichen Freiraum nicht wirklich viel anzufangen. Für diese taktische Umstellung gab es zwar keinen Schönheitspreis, aber immerhin den so dringend benötigten Sieg, um den Ausgleich in der Serie zu schaffen. Geschäfts­führer Dirk Rohrbach: „Hier zählen nur Siege. Die Taktik ging auf, es gab kaum große Chancen für ­Bayreuth.“

Das fünfte Spiel findet am Freitag im Fuchsbau statt (19.30 Uhr). Und es wird wohl wieder eng zu­gehen. Vermutlich sogar sehr eng.

Der Puck prallt gegen den Pfosten...
Der Puck prallt gegen den Pfosten... FOTO: Sprade-TV
...und ist nur scheinbar hinter der Linie.
...und ist nur scheinbar hinter der Linie. FOTO: Sprade-TV