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Füchse verlieren gegen Berlin mit erhobenem Haupt

Ur-Eisbär Charlie Jahnke (M.) traf für die Lausitzer Füchse.
Ur-Eisbär Charlie Jahnke (M.) traf für die Lausitzer Füchse. FOTO: Heide
Weißwasser. Das neu formierte Weißwasseraner Team deutet trotz der 2:5-Niederlage im ungleichen Duell an, dass hier wieder eine charakterstarke Mannschaft entstehen kann. Frank Noack

Über eine Niederlage freut sich kein Sportler der Welt. Aber es gibt auch Niederlagen, über die man sich nicht ganz so sehr ärgert wie über andere, auch wenn es natürlich immer noch eine Niederlage ist - wie zum Beispiel das 2:5 der Lausitzer Füchse gegen die Eisbären Berlin am Freitagabend in Weißwasser.

Der Ärger bei den Gastgebern hielt sich gleich aus mehreren Gründen in Grenzen. Immerhin hatte der Kooperationspartner aus der Hauptstadt sowie aus der höchsten deutschen Eishockey-Spielklasse im Vorjahr das Duell im Fuchsbau noch mit 8:1 für sich entschieden. "Wir gehen trotz der Niederlage mit erhobenem Haupt aus diesem Spiel. Die Jungs haben gegen ein absolutes Topteam wirklich hart gearbeitet", fasst Füchse Trainer Hannu Järvenpää seine Eindrücke dieses ersten Testspiels zusammen. Nur in der Startphase verlor seine neu formierte Mannschaft im Offensivwirbel des siebenfachen DEL-Champions ein ums andere Mal die Orientierung. Danach konnten die Gastgeber um den alten und wohl auch neuen Kapitän André Mücke das ewig junge Dynamo-Duell lange Zeit sogar phasenweise offen gestalten.

Ausgerechnet Ur-Eisbär Charlie Jahnke, der mit einer Förderlizenz für die Füchse spielt, traf in der 24. Minute zum umjubelten Ausgleich. Seine Sicht auf dieses Tor gegen die eigentlichen Team gefährten aus Berlin war so er frischend wie seine Spielweise. "Ich habe einfach draufgeschossen und der Puck ist glücklich reingegangen", erklärt der Nachwuchsstürmer. Auch das Spielfazit von Jahnke fällt positiv aus: "Wir haben uns als Team gut dagegengestellt und gut gefightet. Lange Zeit war es ein knappes Spiel. Leides sind war dann etwas eingebrochen."

Die Eisbären nutzten die nachlassenden Kräfte der Gastgeber eiskalt aus und schraubten das Ergebnis im letzten Drittel dann noch in eine standesgemäße Höhe. Drei der fünf Berliner Treffer gingen am Freitagabend auf das Konto von Jens Baxmann. So, wie sich bei den Füchsen der Ärger über die Niederlage in Grenzen hielt, wusste auch Baxmann den Siegesjubel beim haushohen Favoriten zu dosieren: "Ich glaube, man hat gesehen, dass viele von uns nach vier Monaten das erste Spiel gemacht haben. Wir haben eine harte Trainingszeit in den ersten zwei Wochen hinter uns. Vieles ist noch ein bisschen durcheinander und noch nicht so eingespielt."

Dabei war nicht nur den Spielern die Freude über den Beginn der neuen Eiszeit anzumerken. Auch die insgesamt 2724 Besucher im Fuchsbau hatten ihren Spaß. Beide Fanlager stimmten gemeinsame "Dynamo", "Dynamo"-Wechsel gesänge an. Die erbitterte Rivalität aus früheren Tagen ist längst der Einsicht gewichen, dass Berlin und Weißwasser als Kooperationspartner voneinander profitieren können. Zum Beispiel bei der Förderung von jungen Spielern wie Torschütze Charlie Jahnke. Der 19-Jährige ist im Nachwuchs der Eisbären groß geworden und soll jetzt durch möglichst viele Zweitliga-Spiele bei den Füchsen weiter gefördert werden. Das Spiel gegen die Eisbären fand Jahnke übrigens "cool", wie er am Freitagnachmittag bei der Teampräsentation erklärt hatte.

Genau wie Torhüter Maximilian Franzreb, Verteidiger Maximilian Adam und Stürmer Vincent Hessler soll er in dieser Saison ein wichtiger Faktor bei den Füchsen werden. Der Anfang ist trotz der Niederlage jedenfalls gemacht, findet Torschütze Jahnke mit Blick auf die Teamleistung: "Sicher kann man noch manches verbessern, aber charakterlich war das schon ganz gut." Auch Christian Neuert, der von den Starbulls Rosenheim nach Weißwasser gewechselt ist, nahm ein gutes Gefühl aus diesem ersten Testspiel mit. "Gegen die Eisbären zu spielen, ist eine Riesenherausforderung. Da kannst du viel lernen. Für das erste Mal während der Saisonvorbereitung war das schon ganz gut", findet der bullige Stürmer.

Vielmehr sollte man in den ordentlichen Auftakt wohl auch nicht hineininterpretieren. Denn klar ist schon jetzt: Niederlagen in der Mitte September startenden Zweitliga-Saison werden den Füchsen deutlich mehr wehtun als dieses 2:5 gegen die Eisbären Berlin.