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Füchse verlieren dramatisches Dreier-Derby

Füchse-Stürmer Kyle Just (r.) wird in dieser Szene vom Crimmitschauer Ales Kranjc attackiert.
Füchse-Stürmer Kyle Just (r.) wird in dieser Szene vom Crimmitschauer Ales Kranjc attackiert. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Auch Weißwasser unterliegt dem überraschenden Zweitliga-Tabellenführer Eispiraten Crimmitschau mit 4:5 nach Verlängerung. Frank Noack

Was für ein dramatisches Derby! Erst schossen die Lausitzer Füchse drei Tore in Folge, dann antwortete Spitzenreiter Eispiraten Crimmitschau ebenfalls mit einem Dreierpack. Am Ende setzten sich die Gäste aus Westsachsen am Sonntagabend mit 5:4 nach Verlängerung durch.

Die Füchse spielten zu fehlerhaft und mussten nach dem 4:5 nach Verlängerung am Freitagabend in Kassel die zweite Niederlage an diesem Wochenende hinnehmen. Will Weber erzielte in der 61. Minute den entscheidenden Treffer. "Das war sicher nicht unser bestes Spiel. Wir müssen die zwei Niederlagen wegstecken und nach vorn schauen", erklärte Trainer Hannu Järvenpää.

Crimmitschau kam mit der Empfehlung von drei Siegen und der Tabellenführung in die Lausitz. In der vergangenen Spielzeit lagen die Westsachsen lange Zeit auf dem letzten Platz und schafften erst in der Playdown-Runde den Klassenerhalt. Die Sicherheit aus diesen drei Siegen in Serie merkte man den Gästen auch in Weißwasser an. Sie wirkten passsicherer und überstanden die Druckphase der Füchse im ersten Drittel.

Und sie gingen auch mit 1:0 in Führung! Maurice Keil traf in der 15. Minute - allerdings sorgte der Treffer für viele Diskussionen. Denn kurz zuvor wurde Füchse-Verteidiger Jakub Kania durch einen hohen Stock getroffen und im Gesicht verletzt. Weil Kania auf dem Eis lag, hatte Keil freie Bahn und stocherte das 1:0 rein. Kania wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gefahren. "Wir haben einen unserer Schlüsselspieler der Defensive verloren. Aus meiner Sicht war es ein hoher Stock, der hätte bestraft werden müssen. So steht es im Regelwerk. Ich hoffe, die Schiris schauen sich diese Szene noch mal an und entscheiden beim nächsten Mal anders", kritisierte Järvenpää.

Aber mit den Schmerzen kamen bei den Lausitzer Füchsen auch die Tore. Zu Beginn des zweiten Drittels spielten sie den Tabellenführer regelrecht an die Wand und erzielten drei Tore innerhalb von sechs Minuten. Viktor Lennartsson (21.), Christopher Bodo (26.) und Anders Eriksson (27.) machten aus dem Rückstand ein 3:1 zugunsten von Weißwasser.

Doch die Gäste reagierten im Stile eines Tabellenführers - mit einem eigenen Tore-Dreier: Patrick Pohl (30.), Ossi Saarinen (37.) und Erik Gollenbeck (38.) brachten Crimmitschau wieder mit 4:3 in Führung. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit erzielte erneut Eriksson das 4:4 (59.) und erzwang damit die Verlängerung.

Am Freitagabend hatten die Füchse in einem aufregenden Tor-Festival ebenfalls einen Punkt beim letztjährigen Playoff-Viertelfinal-Gegner Kassel Huskies entführt. Die Gastgeber setzten sich dank eines umstrittenen Penalty-Tores von Manuel Klinge mit 5:4 nach Verlängerung durch, nachdem Weißwasser drei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum Ausgleichstreffer durch Kyle Just gekommen war und sich für die Steigerung belohnt hatte.

Kurioser Höhepunkt des Scheibenschießens auf beiden Seiten war das unglückliche Eigentor von Füchse-Kapitän André Mücke zum zwischenzeitlichen 1:3 (23.). Er wollte auf Höhe der Grundlinie einen Querpass spielen, haute den Puck aber in den eigenen Kasten.