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| 02:41 Uhr

Füchse-Stürmer Heyer steht doppelt unter Strom

Jens Heyer (r.) spielt seine achte Profisaison im Fuchsbau.
Jens Heyer (r.) spielt seine achte Profisaison im Fuchsbau. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Neben der Profi-Karriere arbeitet der Stürmer auch noch als Elektriker im Kraftwerk. Er beneidet seine Kollegen um den Schlaf. Frank Noack

Zehn Spiele sind es noch für die Lausitzer Füchse aus Weißwasser bis zu ihrem großen Ziel: dem ersten Playoff-Einzug seit drei Jahren. Damals belegten die Füchse nach dem Ende der Hauptrunde den 8. Platz, jetzt sind sie sogar Fünfter und können an diesem Wochenende einen weiteren Schritt in Richtung Playoffs machen. Zunächst steht am Freitag um 19.30 Uhr das Heimspiel gegen den SC Riessersee mit Ex-Fuchs Roope Ranta auf dem Programm. Und am Sonntag folgt dann das mit Spannung erwartete Derby beim Tabellennachbarn und Erzrivalen Eislöwen Dresden (Beginn um 14 Uhr).

Gefragt sind dabei nicht nur die Topscorer im Team, wie Jeff Hayes (46 Punkte) und Dennis Swinnen (45), sondern auch Spieler wie Jens Heyer. Der 27-jährige Stürmer gehört zu jenen Akteuren, die zwar selten im Mittelpunkt stehen, aber trotzdem enorm wertvoll für die Mannschaft sind. Beim wichtigen 5:3-Auswärtssieg am Sonntag gegen die Löwen Frankfurt beispielsweise nahm Heyer dem gegnerischen Keeper Brett Jaeger durch geschicktes Stellungsspiel die Sicht, sodass Kapitän André Mücke zum 5:3-Endstand einschießen konnte.

"Hajo", wie Jens Heyer gerufen wird, ist einer der seltenen Allrounder auf dem Eis. Erst hat er lange Zeit verteidigt, jetzt sind seine Dienste als Stürmer gefragt. "Es klappt immer besser als Stürmer, auch wenn ich mich in einigen Situationen sicher noch geschickter verhalten und in die freien Räume gehen kann", sagt das Weißwasseraner Eigen gewächs in seiner mittlerweile achten Profisaison im Fuchsbau.

Als einer der wenigen Profis geht Heyer neben dem Eishockey auch noch einem ganz normalen Job nach: Er ist beim Vattenfall-Nachfolger Leag als Elektroniker für Automatisierungstechnik im Kraftwerk Boxberg angestellt. "Auf Deutsch - ich bin Elektriker", schmunzelt Heyer.

Er steht also gleich doppelt unter Strom: auf dem Eis in der zweithöchsten deutschen Spielklasse und im Kraftwerk. Diese Doppelschichten bedeuten für ihn natürlich auch eine doppelte Belastung. "Klar, die Doppelbe lastung schlaucht schon. Aber wir haben uns das so ausgesucht", erklärt Heyer mit Blick auf seinen Sturmpartner Thomas Götz, der sich im Kraftwerk ebenfalls ein zweites Standbein für die Zeit nach der Eishockey-Karriere aufgebaut hat.

Wenn die Mitspieler nach dem Training die Beine auf der Couch hochlegen, fahren Heyer und Götz zur Arbeit nach Boxberg. Hart sei vor allem der Schichtbeginn am Montag nach einem Auswärtsspiel am Sonntagabend, berichtet Heyer: "Während die Kollegen ausgeruht aus dem Wochenende kommen, gehen wir mit schweren Beinen durchs Drehkreuz."

Wie schwierig der Spagat zwischen dem Beruf des Elektrikers und dem Job als Eishockey-Profi ist, weiß inzwischen auch Füchse-Coach Hannu Järvenpää. Gemeinsam mit Co-Trainer Robert Hoffmann besuchte der Finne kürzlich seine beiden Schützlinge im Block Q des Kraftwerkes und machte einen Rundgang mit den Stationen Blockwarte, Maschinenhaus und Kesselhausdach. "Ich glaube, er war schon beeindruckt, wie intensiv es auch hier zugeht", berichtet Heyer.

Zumal Hannu Järvenpää große Stücke auf den Allrounder hält. Als Heyer am Freitag im Spiel gegen Heilbronn zwar ins Tor traf, wegen Spiels mit gefährlich hohem Stock aber eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt und in die Kabine musste, litt der Füchse-Coach mit. "Er war für einige Sekunden der Held. Für ‚Hajo‘ tut es mir besonders leid, weil er immer hart ar beitet", sagt Järvenpää. Und das sogar in Doppelschichten.

Termin: Eine Autogrammstunde mit Füchse-Spielern findet an diesem Samstag um 14 Uhr bei Möbel Hoffmann in Cottbus und Hoyerswerda statt.