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Füchse siegen mit der Hilfe des Dalai Lama

"Für den Anfang war das in Ordnung", sagt Füchse-Trainer Hannu Järvenpää nach dem 2:0 gegen Freiburg.
"Für den Anfang war das in Ordnung", sagt Füchse-Trainer Hannu Järvenpää nach dem 2:0 gegen Freiburg. FOTO: thd
Weißwasser. Der Anfang ist gemacht. Und aller Anfang ist ja bekanntlich schwer. Kein Wunder also, dass Trainer Hannu Järvenpää nach dem 2:0-Auftaktsieg der Lausitzer Füchse am Sonntagabend gegen die Wölfe Freiburg erst einmal durchatmete und im kleinen Kreis ein kleines Geheimnis preisgab. Frank Noack

"Ich war schon ein wenig nervös", räumte der finnische Coach des Eishockey-Zweitligisten aus Weißwasser ein. "Das erste Spiel zu Hause, noch dazu für eine so junge Mannschaft, ist immer etwas Besonderes."

Mit einem Durchschnittsalter von nicht viel mehr als 24 Jahren sind die Füchse das jüngste Team der DEL2. Und auch eine jener Mannschaften, dessen Gesicht sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit radikal verändert hat, weil viele Leistungsträger mit dem Play-off-Einzug für andere Clubs interessant geworden sind und den Fuchsbau verlassen haben. Järvenpää fängt zwar nicht ganz bei null an, aber eine Wundertüte ist das neu formierte Team trotzdem.

Und deshalb lag der 54 Jahre alte Finne mit seiner Vermutung völlig richtig, dass dieses Auftaktspiel gegen Freiburg alles andere als ein Spaziergang werden würde, zumal die Breisgauer bereits am Freitag in die Saison gestartet sind, während Weißwasser spielfrei war.

Järvenpää hatte sein Team auf ein Geduldsspiel eingeschworen - und durfte sich bestätigt fühlen. Denn die beiden Tore durch Feodor Boiarchinov und André Mücke gelangen den Gastgebern erst im letzten Drittel, nachdem Torhüter Maximilian Franzreb zuvor mehrmals einen Rückstand verhindert hatte. "Ich habe den Jungs gesagt, dass wir geduldig sein müssen", erklärte Järvenpää. Um seinen Plan deutlich zu machen, griff der Coach zu einem interessanten Vergleich. "Man kann es machen wie der Dalai Lama, also mit gaaaaaaanz viel Ruhe. Oder mit einem Rumms wie Arnold Schwarzenegger."

Die Füchse hielten sich an diese Strategie der Ruhe und Geduld. Sie nahmen sich das Oberhaupt der Tibeter quasi als Paten für den ersten Saisonsieg. Ob sie bei Bedarf auch so wuchtig auftreten können wie Schwarzenegger in seinen Actionfilmen, wird man noch sehen. "Für den Anfang war das in Ordnung", bilanziert Järvenpää.

Dass die Füchse gegen Freiburg kein Gegentor kassierten, hob der Finne ganz besonders hervor. Schließlich hatte die Defensive in den Vorbereitungsspielen nicht immer die Ruhe weg. Auch im Unterzahl-Spiel, einem weiteren Kritikpunkt der Vorbereitung, gaben sich die Gastgeber diesmal keine Blöße und legten damit speziell im zweiten Drittel den Grundstein für den späteren Sieg.

Dass die Fans in den letzten beiden Spielminuten die Mannschaft mit stehenden Ovationen feierten, dürfte Järvenpää mit dem ihm eigenen Realismus freilich mehr als eine Art Vorschusslorbeer verbucht haben. Seine Einschätzung nach dem Auftaktsieg ist deshalb gleichzeitig die Vorgabe für die kommenden Wochen. "Wir müssen uns in vielen Bereich noch verbessern", fordert er.