| 21:25 Uhr

Eishockey
Füchse schießen sich in einen Rausch

Die Füchse-Spieler konnten sich am Sonntag des Öfteren zum Jubeln treffen - ganze sieben Mal.
Die Füchse-Spieler konnten sich am Sonntag des Öfteren zum Jubeln treffen - ganze sieben Mal. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse besiegen Kaufbeuren mit 7:2 und halten den Traum von den Pre-Playoffs am Leben. Von Steven Wiesner

Der Traum von den Pre-Playoffs lebt weiter. Auch wenn es sich die Lausitzer Füchse durch die 1:4-Niederlage vom Freitag in Bad Nauheim selbst schwer gemacht haben. Auf den Rückschlag reagierte Weißwasser am Sonntag mit einem beeindruckenden 7:2-Schützenfest gegen den Tabellen-6. aus Kaufbeuren und stellte somit klar: Falls Bad Nauheim in den restlichen elf Partien nochmal straucheln sollte, sind wir da!

Das galt vor allem für den Kanadier Jeff Hayes. Der Mann mit der Rückennummer 72 hatte schon am Freitag das einzige Füchse-Tor zustandegebracht. Am Sonntag war er dann gar nicht mehr aufzuhalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er so manchem ESV-Verteidiger in den nächsten Nächten nochmal im Traum begegnen wird. Drei Tore und genauso viele Assists standen am Ende des Tages für Hayes zu Buche. Nur einmal hatte er seine Finger bei einem Füchse-Tor nicht im Spiel. Ein Gala-Auftritt des 28-Jährigen. Die Wahl zum Spieler des Spiels war unumgänglich.

Das Scheibenschießen begann schon nach 71 Sekunden. Da war Jeff Hayes nach einem Konter das erste Mal zur Stelle. Sein Treffer zum 1:0 war aber nur der Vorbote für das folgende Spektakel. Zunächst verdoppelte Marius Schmidt den Vorsprung nach Vorarbeit von Hayes und Kapitän André Mücke, der tags zuvor seinen 35. Geburtstag feiern konnte, ehe Artur Tegkaev mit einem Doppelschlag auf 4:0 stellte (9./17.) und die Fans „Nur noch sechs!“ skandieren ließ. Tegkaev in die zweite Sturmreihe neben Hayes und Schmidt zu beordern, erwies sich als Glücksgriff von Trainer Robert Hoffmann. „Das hat gut geklappt“, befand der Füchse-Coach.

Christoph Kiefersauer unterbrach den sächsischen Freudentaumel zwar kurz mit seinem Treffer zum 4:1 (17.). Doch Jakub Kania nahm den Bayern sofort wieder den Wind aus den Segeln mit seinem Tor zum 5:1 (18.) und verdiente sich vermutlich nicht nur wegen seines 1. Saisontreffers ein Sonderlob vom Trainer: „Was Jakub in den letzten Wochen bei uns spielt, ist sehr gut. So brauche ich meine Jungs.“

Wie entfesselt die Füchse an diesem Abend auf Beutezug gingen, unterstreicht auch die Tatsache, dass sich Gäste-Trainer Andreas Brockmann schon dreieinhalb Minuten vor der ersten (!) Sirene dazu genötigt sah, einen Torwartwechsel anzuordnen.

Im Mittelabschnitt wurde die Munition dann aber etwas feucht. Bis auf Hayes‘ Pfostenschuss nach einer halben Stunde kreierten die Lausitzer nicht mehr viel. In Unterzahl gestattete man Kaufbeuren das 5:2 (34.). „Und es wäre auch ein 5:4 möglich gewesen“, kritisierte Hoffmann. „Da war ich richtig sauer.“ Keeper Maximilian Franzreb trug mit tollen Saves dazu bei, dass er und seine Vorderleute glimpflich aus diesem Drittel herauskamen. Und Hayes sorgte sogar dafür, dass das Drittel nicht mal verloren ging. In der Schlussminute traf er zum 6:2.

Und unmittelbar nachdem die Mannschaften zum finalen Durchgang aufs Eis fuhren, trug sich Jeff Hayes zum dritten Mal in das Scoreboard ein. Mit dem schönsten aller Tore, bei dem er von links in die Angriffszone hineinglitt, sich bis zum Tor durchtrickste und den Goalie mit einem überlegten Schuss ins Eck verlud, erzielte er den 7:2-Endstand.  Warum es bei der zweiten Reihe um Matchwinner Hayes so gut von der Hand ging, wurde Hoffmann im Anschluss gefragt. Seine Vermutung: „Vielleicht haben sie gestern Abend gut gegessen.“

In jedem Fall schmeckte ihm der Auftritt seiner Mannschaft, die zum ersten Mal in dieser Spielzeit sieben Tore erzielen und somit nach dem 6:1 im November gegen Meister Frankfurt auch den höchsten Sieg der Saison feiern konnte. „Wichtig war, dass unsere Jungs den Willen hatten, zum Tor zu ziehen, und Bambule gemacht haben.“ Auch sein Gegenüber hatte „ein sehr wildes Spiel“ gesehen. Brockmann: „Wir konnten froh sein, dass das Spiel irgendwann vorbei war.“